Ganz ruhig. Für Liederdeutschland gilt auch Zwanzigzehn: Vor den Erfolg hat Gott den Ukrainer gesetzt. Und den Letten. Und den Esten, den Litauer, den Moldauer, den Georgier. Und die Balkanclique aka Restjugoslawien. Und wenn wir nicht bald überweisen, dann in diesem Jahr auch den Griechen. Die null Punkte aus der Schweiz gehen auf Peer Steinbrück. Der Österreicher, seit Olympia a net mehr so kreuzfidel (nenn Mozart einen Deutschen, mach einen Kellerwitz nach dem anderen, aber lass den Ösi wenigstens beim Schifoan gewinnen), tritt aus Furcht vor einer weiteren Niederlage gar nicht erst an.
Klare Sache: Wir sind von Feinden umzingelt. Und das wird bei diesem Außenminister in den nächsten Jahren auch eher noch schlimmer.
Absolut. "Axolotl Roadkill" funktioniert auch hervorragend als Sachbuch. Ihr Freund erfährt darin unter anderem, dass man mit einem Kassenbon deutlich hygienischer kokst als mit einem Fünfziger, dass man statt Koks auch Ritalin nehmen kann und Hasch sich hervorragend mit Lebkuchen verlängern lässt.
Nutzwert, Amateurporno, Wohlstandsverwahrlosungsdoku und acht bis zehn kluge Gedanken: eigentlich ein Roman für die ganze Familie. Trotzdem im Bücherregal bitte so hoch einsortieren, dass die Siebenjährigen nicht drankommen.
Die sitzen gerade mit einem riesigen Sennheiser-Kopfhörer vorm Rechner und liquidieren im Sekundentakt Pixelmenschen. Seit sie wegen ihres völlig normalen Hobbys ständig erklären müssen, dass sie sich weder gemobbt fühlen noch über einen Nachschlüssel für Papas Waffenschrank verfügen, haben unsere Jungs auch nicht mehr so richtig Bock auf Öffentlichkeit.
Wir sind selber schuld. Immer nur auf Schulnoten und Siegerpokale gucken, null Respekt vor Kill-Rates und digitaler Geiselbefreiung. Setzen Sie sich doch einfach mal ein paar Stunden hinter Ihren Sohn und beobachten, mit welcher Virtuosität er Handgranaten schmeißt. Schönheit entsteht im Auge des Betrachters, es gibt ein Leben im Falschen. Wie sagte doch mein alter StUffz: "Krieg ist scheiße, aber der Sound ist geil."
Immer noch Lothar Matthäus. I hope we have a little bit lucky.
Nächstes Jahr wird Nora Tschirner 30. Im deutschen Fernsehen kann sie dann durchaus noch starke Frauen spielen, die in Afrika eine Farm aufmachen; als jugendliche Liebhaberin von Til Schweiger aber ist sie verbraucht. Die gefeierte Tierfilmreihe "Keinohrhasen" und "Zweiohrküken" ist allerdings noch lange nicht zu Ende erzählt. Für sämtliche Fortsetzungen - von "Dreyfusschnecken" (Ludo und Anna heiraten in Paris) bis "Neunschwänzigekatzen" (die als Hausfrau und Mutter gelangweilte Anna rutscht ins SM-Milieu) - engagiert Til Schweiger das Multitalent Lena Meyer-Landrut.
Die hatte sich nach ihrem guten achten Platz beim norwegischen Wettsingen erst mal aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, war wie jede normale Abiturientin mit ihrem Jahrgang für ein paar Monate nach Lloret de Mar gefahren und hatte sich sodann für ein freiwilliges ökologisches Jahr im Hannoveraner Zoo verpflichtet.
"Mir war das alles irgendwann einfach krass too much", sagt sie im großen Interview mit der "Bunten". Dort berichtet sie auch von den unfassbaren Zuständen hinter den Kulissen von "Unser Star für Oslo": Knebelverträge, schlechtes Catering, ein ständig grapschender und Herrenwitze erzählender Matthias Opdenhövel - "und dann hat Stefan Raab hinter der Bühne auch noch ständig sein Gebiss rausgenommen!"
Deutschland hat Mitleid, alle gehen in "Dreyfusschnecken", und Lenas Titelsong, das Blümchen-Cover "Kleiner Satellit (piep, piep)", ist wochenlang Nummer eins in den Charts.
Die verschwindet völlig von der Bildfläche. Erst eine Horch&Guck-Truppe der "Bunten" findet heraus, dass sie sich auf ihrem Landsitz im Hunsrück hinter hohen Mauern verbarrikadiert hat. Das schmälert nicht ihren Ruhm und literarischen Einfluss: Helene Hegemann hat nun zahlreiche Epigonen, im Gegensatz zu ihr aber alle miese Stilisten. Den größten Erfolg hat noch eine Fünfzehnjährige, die in ihrem Roman "Ein Spiel für die ganze Familie" die Liebesbeziehung zu ihrem zwölfjährigen Bruder aufarbeitet.
Nach dem Vorbild von Helene Hegemann kehren auch die deutschen Studenten in ihren Hausarbeiten wieder zur bewährten Arbeitsmethode "Copy & Paste" zurück. "Ich habe nicht geklaut, das ist ein Remix!" - es wird die Jugendparole der Zehnerjahre.
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Ich halte sowohl Guildo Horn als auch Stefan Raab für bessere Sänger als Nicole. Das Mädel wirkte halt damals so süß als es im Kinderkleidchen mit Gitarre auf dem Hocker sitzend vom Frieden gesungen hat. Ein großes Stück [...] mehr...
Das glaube ich kaum. Sonst hätten Lordi, Alexander Rybak und der Russe nicht gewonnen. mehr...
Mag sein das LML gesangliches Talent hat, aber ist sie allein deswegen dazu berufen, Deutschland auf einer internationalen Veranstaltung zu vertreten bzw. überhaupt auf einer großen Bühne zu stehen? Ich verlange ja nicht, daß [...] mehr...
Weder Helene noch Lena sind doch die Typen dafür. Wenn das Eine nicht klappt machen die was anderes, aber doch niemlals 9Live mehr...
Glaube ich nicht. Sie mögen sich das vielleicht wünschen doch, so wird es nicht kommen. Der Akzent ist Klasse und um längen besser als die Versuche so manch anderer "ausländisch" zu klingen. Ungewöhnliches ist [...] mehr...
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