Hannover - Das Telefon hört am Montagvormittag in Lenas Schule gar nicht mehr auf zu klingeln. "Wie ein Tsunami ist die Medienwelt über uns hereingerollt", sagt Schulleiter Bernd Steinkamp, der vom Dauergebimmel genervt ist. Ständig soll er den Eurovisions-Sieg seiner bekannten Schülerin Lena Meyer-Landrut kommentieren. Die Fernsehkameras und Übertragungswagen positionieren sich vor der Integrierten Gesamtschule in Hannover, bevor überhaupt die erste Stunde beginnt.
Bis kurz vor neun Uhr hat Steinkamp bereits den vierten Journalisten an der Strippe. "Und wir erwarten noch ein paar Interviews", sagt der Direktor genervt. Das Interesse der Medien kann der Direktor nachvollziehen, aber irgendwann ist das Maß voll. Er sei froh, wenn er sich wieder seinen eigentlichen Aufgaben widmen könne. "Das ist nicht mein Hauptjob, Interviews zu geben." Schließlich müssten bis zum 8. Juni die Abiturklausuren korrigiert werden, Neuanstellungen und Prüfungen stünden auch noch bevor.
Unterdessen laufen über Lautsprecher im Gebäude Tipps und Anweisungen, was die Schüler im Umgang mit den Journalisten beachten müssen. Die Lehrer werden auch noch unterwiesen. "Für Lehrer gilt, keinerlei Daten über Schüler und Lena herauszugeben", dröhnt die Stimme. Die Schüler genießen währenddessen die Aufmerksamkeit der Medien. Freiwillig scharen sie sich zu Dutzenden vor die Kameras und erzählen, wie stolz sie auf Lenas Eurovisions-Sieg sind.
"Der Jahrgang wollte in Ruhe sein Abitur machen"
Etwas verhaltener äußern sich dagegen die Lehrer. Lenas Sportlehrer Hagen Heinrich findet den Erfolg der 19-Jährigen bemerkenswert - aber jetzt müsse endlich Ruhe in die Schule einkehren. "Die letzten drei Monate waren gewaltig, was sich da abgespielt hat. Dazu kam auch noch das Abitur, an dem auch die Mitschüler beteiligt waren."
Die Medienleute seien zum Teil in die Schule gekommen und hätten den Ablauf meist gestört. "Aber entscheidend war, dass Lena permanent im Rampenlicht stand und damit auch die Schule. Der 13. Jahrgang wollte einfach nur in Ruhe sein Abitur machen", sagt Heinrich.
Ein Politiklehrer, der seinen Namen nicht nennen möchte, verrät über Lena zumindest so viel: "Mit ihr kann man arbeiten, weil sie kreativ und ideenreich ist. Sie war eine Durchschnittsschülerin."
Ihre Mitschüler gönnen Lena überwiegend den Sieg. Aber an ihrer eigenwilligen Ausdrucksweise müsse sie noch feilen, sagt Yannick. "Sie sollte sich ein bisschen anstrengen, besser und medienwirksamer zu sprechen. "Geile Axt" und "Ist das Hammer", das sei "nicht medientauglich", so der 15-Jährige - Lena repräsentiere schließlich ganz Deutschland und auch teilweise die Schule.
Von Güngör Öztürker, dpa
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Opa kam bei dem Wettkampf den er damals im Auslnd veranstaltet hat aber nicht so gut an wie Lena. mehr...
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Mit "Get a Life" ist ein eigenes Leben gemeint, also nicht einfach irgendjemandes Identität klauen! mehr...
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