Deutschlands neuer Teeniestar trägt schwarze Haare, schaut aus braunen Augen und versprüht natürlichen Charme. Die Talkshows reißen sich um die junge Frau, bei Auftritten reichen die Plätze nicht aus. Nein, diesmal geht es nicht um Lena Meyer-Landrut. Sondern um Melda Akbas. Die Berlinerin ist ebenfalls 19 Jahre alt, singt aber nicht, sondern hat ein Buch geschrieben. Die Autobiografie der Deutsch-Türkin, "So wie ich will - Mein Leben zwischen Minirock und Moschee", wurde binnen kurzer Zeit zu einem Verkaufsschlager.
Beim Treffen zeigt sich die zierliche Deutschtürkin als Berliner Göre und resolute Intellektuelle in einer Person - und in ihrem Buch als Mädchen aus einer Einwandererfamilie, das zielstrebig seinen Weg geht und genau weiß, was es will.
Was Melda nicht will, bekommt vor allem der Vater zu spüren: "Baba" mit seiner traditionsverhafteten, erzpatriarchalischen, oft egoistischen und nicht immer rationalen Art ist wohl das klassische Klischeebild eines türkischen Vaters. Trotzdem verehrt Melda ihn. Um die daraus entstehenden Konflikte herum hat sie ihre Erinnerungen aufgeschrieben.
"Das Abi ist an mir vorbeigerauscht"
Melda fühlt sich hin und hergerissen - zwischen Orient und Abendland, zwischen strengem Islam und offener westlicher Gesellschaft. Zwischen elterlicher Macht und jugendlicher Ohnmacht. Zwischen türkischer und deutscher Identität in Berlin. All diese Spannungsverhältnisse machen Meldas Identität aus.
Den Buchvertrag vermittelt hat ihr eine Agentur. Sie war nach einem Kulturprojekt auf Melda aufmerksam geworden, das die junge Frau in der Türkischen Gemeinde auf die Beine gestellt hatte. Ob Melda nicht Lust auf ein Buch über ihren Alltag hätte? Melda hatte - "dann habe ich ein zehnseitiges Exposé geschrieben". Ein Verlag meldete sich.
"In der Schule habe ich aber niemandem davon erzählt. Sonst wären die Lehrer voreingenommen gewesen", sagt sie. Als das Buch herauskam, legte Melda gerade die letzten Prüfungen ab, "das Abi ist wohl eher an mir vorbeigerauscht".
Die Familie hingegen wurde von Melda eingeweiht. Immerhin ging es bei dem Buchprojekt um einen Blick ins Innerste dieses Kreises. "Beim Schreiben war es am Anfang ziemlich schwer. Ich versuchte die Spannungen auszublenden, habe mir dann aber gesagt: Du bist so." Geholfen habe letztlich auch ein Zettel im Schrank ihres Zimmers, mit Sinnsprüchen, die dem Buch die Kapitelüberschriften geben. "Weine nicht, es kann nur besser werden", lautet der Auftakt.
Jetzt plant sie ein Jurastudium
Die Familie reagiert höchst unterschiedlich auf das Buch. "Alle sind irgendwie stolz, aber die Konservativen sagen schon, da und dort sind wir nicht ganz zufrieden, hättest du das nicht anders schreiben können." Positiv reagierte hingegen jene Lieblingstante, die auch im wahren Leben Meldas Vertrauensperson ist und einen eher westlichen Stil pflegt.
Meldas erster Leser war ihr älterer Bruder, mit dem sie sich noch immer ein Zimmer teilt. Die sehr gläubige Mutter wiederum soll betroffen gewesen sein - die Tochter hatte ihr vieles verschwiegen. "Nun haben wir uns darüber unterhalten und gehen mittlerweile sehr viel offener miteinander um", sagt die Autorin. Der Vater ignoriert das Buch bislang: "Ich glaube, der wird sich damit noch ordentlich Zeit lassen."
Nun steht eine Lesereise bevor. Danach sollen Praktika folgen, am liebsten in einer Londoner Anwaltskanzlei. Vielleicht werde sie sich auch um ein Praktikum im Europäischen Parlament bewerben. Das geplante Jurastudium dagegen hat sie um ein Jahr verschoben. "Ich werde mich wahrscheinlich in England, Frankreich und Deutschland bewerben", sagt Melda. Es könne aber auch sein, dass sie anstelle der Ausbildung zur Volljuristin europäisches Recht und Philosophie studieren werde. In der Türkei werde sie aber ganz bestimmt nicht studieren.
Torsten Hilscher, ddp/otr
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während alle anderen Bücher natürlich nicht geschrieben werden, um Leser zu bedienen und die Gedankenpolizei peinlich genau darüber wacht, dass bloß niemand im Fernsehen voyeuristische Sendungen wie Daily Soaps oder Fake-Dokus [...] mehr...
Falsch! Das hätten sie nicht geschrieben, wenn Sie dieses Buch von Lara Cardella gelesen hätten: Das war nicht vor Ewigkeiten, sondern beschreibt die Situation in Sizilien vor 30 Jahren. Dass versucht wird, Frauen auch mit [...] mehr...
kann ich aus Erfahrung nur vollstens zustimmen. Die Mädels/jungen Frauen sind ehrgeizig und fleißig - und werden oft "ausgebremst". Die "Herren" erwarten "Vorzugsbehandlung"- wenn sie diese [...] mehr...
Das ist keine Abwertung, sondern bittere Realität. TIPP: Für einen klaren Durchblick gelegentlich mal die rosarote Multi-Kulti-Brille von der Nase nehmen. mehr...
Der Herr Zaimoglu gefällt ihnen wohl deshalb so sehr weil er Frauen wie Ates o. Kelek genauso diffamiert wie Sie. Oder ist er der geistige Führer Ihrer Gedanken. Der Islam kann und darf niemals als Grund für [...] mehr...
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