Ein gewöhnlicher Wochentag in Quickborn bei Hamburg: Manuel steht auf, geht zur Schule, dann Mittagessen und Hausaufgaben. Doch danach geht der Tag des Realschülers erst richtig los: Zwei Stunden Training im Nachwuchsleistungszentrum des HSV, wo Manuel als Nachwuchstalent in Taktik, Torschüssen und Spielkompetenz trainiert wird. Nach einer weiteren Stunde im Kraftraum kommt Manuel am späten Abend zurück nach Hause und ist müde und erschöpft.
Sich da noch auf Mathe-Aufgaben zu konzentrieren ist schwierig. Auch auf eine gesunde Ernährung muss er konsequent achten: "Die ganze Zeit Pizza und Burger essen und dann gewinnen? Das geht nicht!" Am Wochenende geht Manuel zwar schon mal mit Freunden weg, wenn gerade kein Spiel ist. "Wenn es aber nicht geht, ist das auch kein Problem. Ich gehe dann eben früh ins Bett und freue mich auf ein tolles Spiel am nächsten Tag."
So viel Reife muss sein - und Ehrgeiz erst recht! "Ständig zu konkurrieren nervt natürlich, aber als richtiger Sportsmann will man eben einfach immer der Beste sein", sagt Manuel und schmunzelt. Auch wenn er direkt vor Spielen nicht mehr aufgeregt ist, sind doch eine Menge Augenpaare auf ihn gerichtet. Wahre Adrenalinspritzen sind Begegnungen mit den Erzrivalen Werder Bremen oder FC St. Pauli. Solche Rivalitäten setzen sich von den Jugendmannschaften bis in die Bundesliga fort und sorgen neben reichlich Kampfgeist auch für starken Zusammenhalt in der Mannschaft.
Dass er Profifußballer werden möchte, wusste Manuel schon mit sechs Jahren. Angefangen hat er mit fünf Jahren im Fußballverein seines Heimatorts. Stets unterstützt und begleitet von seinen Eltern, kommt er durch zahlreiche Auswahlverfahren, Testspiele und beständiges Training über kleinere Clubs wie Elmshorn und Pinneberg schließlich in die Hamburger Auswahl des DFB. Dort werden Scouts des HSV auf den Stürmer aufmerksam, und Manuel landet mit 14 im Nachwuchsleistungszentrum des HSV.
Spielen für Deutschland vor Tausenden Zuschauern
Heute hat Manuel bereits als Nationalspieler in einem Länderspiel gegen Polen vor mehreren Tausend Zuschauern gespielt und durfte bei einem Freundschaftsspiel gegen Rumänien antreten. Als Balljunge erlebt er bei Bundesligaspielen die Profis vom HSV und die Stimmung in der Arena hautnah, und die Chancen stehen gut, dass er als einer der Talentiertesten vom HSV-Trainer zu Testspielen der Profis oder ins Trainingslager eingeladen wird.
Da Manuel aus der Nähe von Hamburg kommt, wohnt er nicht im Sportinternat des Nachwuchszentrums. Dort leben momentan 18 Jungs aus ganz Deutschland und Europa, trainieren und gehen im Ort zur Schule. Das Internat ist kostenfrei und gedacht für Talente, die von weit her kommen. "Alkohol, Zigaretten oder auch Mädchen gibt es hier nicht. Die Jungs müssen gewisse Bettruhen, Essenszeiten und Pflichten wie Tischdienste einhalten und sich beispielsweise auch um ihre Wäsche allein kümmern. Ansonsten wird ihnen aber auch viel abgenommen, damit sie sich auf den Sport konzentrieren können", erzählt Pit Reimers, der beim HSV die Öffentlichkeitsarbeit des Nachwuchszentrums betreut.
"Ich liebe Fußball, und ich habe am liebsten immer einen Ball bei mir", sagt er. "Es gibt für mich nichts Schöneres, als mir mit meinem Hobby die Zukunft sichern zu können!"
Doch trotz aller guten Aussichten bleibt Manuel realistisch. "Ich möchte auf jeden Fall entweder mit der Schule weitermachen oder eine Lehre zum Bürokaufmann abschließen." Gerade hat er für drei Wochen pausiert, um einen Außenbandriss am Bein auszukurieren. Manuel weiß also, dass es trotz allen Talents und Disziplin auch auf das berühmte Quäntchen Glück ankommt.
Ein Ass im Ärmel hat Manuel dennoch: "Ich bin in der glücklichen Lage, für zwei Länder spielen zu können, ich habe zwei Pässe - einen deutschen und einen spanischen!" Dieser Vorteil kommt Manuel zugute, wenn er sich mit Freunden Weltmeisterschaften oder Europameisterschaften ansieht. Eine doppelte Chance auf Sieg!
Von Anne Ackermann für die Jugendzeitung "Yaez"
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Lokalrivalität gehört einfach dazu und stachelt zu mehr Ehrgeiz an. Als HSV-Fan wohnhaft in Bremer Umland und mit vielen Freunden, die St. Pauli-Fans sind, kann ich nur sagen, dass der gemeinsame Besuch eines Derbies mit dem [...] mehr...
Ja, und die Erde ist eine Scheibe. Ich kenne mich in Norderstedt sehr gut aus - dort steht das Sportinternat des HSV - und Mädchen - das kann jeder in der Presse nachlesen - gibt es da immer wieder. Einfach mal googlen. SPON [...] mehr...
.. wenn ich Manager beim HSV wäre, ich würde ihn sofort rausschmeissen. mehr...
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