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14-jähriger Rubik's-Cube-Experte: Zauberer am Würfel

Von Hannah König

Seit über 30 Jahren verzweifeln Menschen am Rubikwürfel. Der 14-Jährige Tayo Braun hat jetzt einen Lösungsweg für Anfänger veröffentlicht, zusammen mit 80 kunterbunten Mustern zum Selberdrehen.

Zauberwürfel: Muster drehen mit Tayo Fotos
Tayo Braun

Angefangen hat Tayos Liebe zum Zauberwürfel mit einem verregneten Urlaub an der Nordsee. Aus Langeweile nahm er zum ersten Mal das billige Plastikspielzeug in die Hand, das er mitgebracht hatte. Nach ein paar Tagen und mit ein bisschen Hilfe von seinem Vater hatte er den Trick raus. Bald konnte er den Rubik's Cube auf dem 15-minütigen Weg zum Strand lösen. Damals war er 13 Jahre alt.

Heute, mit 14, löst Tayo den Würfel in 18 Sekunden. 2003 wäre das noch Weltrekord gewesen, inzwischen ist seine Bestzeit eher lahm. Speedcuber lösen das Plastikrätsel mittlerweile in deutlich unter zehn Sekunden. Aus Tayos einem Würfel sind inzwischen 40 geworden: runde, dreieckige, preiswerte und teure, Würfel mit neun, 81 oder 121 Steinen pro Seite. Tayo kann sie kaum noch zählen.

Vom ersten Moment an war der Schüler, der ein Gymnasium in Baden-Württemberg besucht, fasziniert vom Rubikwürfel - obwohl das mechanische Geduldspiel mehr als doppelt so alt ist wie er. "Am Anfang dachte ich, ich löse ihn ein Mal, und dann stelle ich ihn als Trophäe ins Regal", sagt Tayo. "Aber ich wollte mich immer wieder steigern."

Reine Trainingssache

Schnelligkeit allein reichte dem 14-Jährigen schon bald nicht mehr aus. Auf der Suche nach neuen Herausforderungen fing er an, eigene Muster zu entwerfen und sich die Wege zu notieren. Gleichzeitig stecke er immer mehr Freunde und Mitschüler mit seiner neuen Leidenschaft an. Sie alle wollten plötzlich in das Würfelgeheimnis eingeweiht werden, erzählt er. So entstand die Idee für sein Buch "Basic Cubing New Generation".

Jeder Anfänger soll den Zauberwürfel damit lösen können. "Man muss dafür nicht begabt sein", sagt Tayo. "Das ist reine Trainingssache." 43 Trillionen Möglichkeiten gibt es, die Farbfelder auf dem Würfel anzuordnen. Das Buch fängt deshalb bei den Grundlagen an. Zunächst werden allgemeine Begriffe, Abkürzungen und Drehbewegungen erklärt. Dann folgt eine Lösungsanleitung in sieben Schritten, die mit Grafiken genau erklärt werden.

Hat man den fertig gelösten Würfel vor sich liegen, kann man einen Schritt weitergehen und die Würfelseiten nach speziellen "Patterns" ausrichten (vier davon sind hier in der Fotostrecke zu sehen). 80 verschiedene Muster hat Tayo ausgewählt, die seine Leser nachdrehen können. Die meisten davon hat er selbst entworfen.

Erster Lösungsansatz von 1981

Tayo ist nicht der Erste, der eine Anleitung für den Würfel veröffentlicht. Schon zu Beginn der achtziger Jahre tauchten verschiedene Lösungsansätze auf. Die erste allgemeinverständliche Lösung machte Wissenschaftsjournalist Albrecht Kunkel 1981 im SPIEGEL einem breiten Publikum in Deutschland zugänglich. Bis heute basiert das Grundprinzip vieler Anleitungen im Internet auf dieser "SPIEGEL-Lösung".

Trotzdem ist der Schüler überzeugt, dass sein Buch weiterhilft. "Viele Anleitungen beschreiben alles nur mit Abkürzungen", sagt er. "Gerade für Anfänger ist das nur sehr schwer zu verstehen." Tayos Ziel ist es, "dass möglichst viele Leute den Spaß am Würfeln finden".

Er selbst hat noch lange nicht genug vom Cube. Im Moment spart er auf seinen nächsten Würfel. Und er entwirft schon Muster für ein zweites Buch, das er wieder selbst gestalten möchte. Das könnte schon eine Vorbereitung auf seinen späteren Beruf sein: Tayo will gerne Designer werden.

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insgesamt 45 Beiträge
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1. Würfelalgorithmus
Periastron 08.04.2013
Der Anspruch von Tayo, immer "besser" zu werden, erinnert mich an einen Freund, der mittlerweile sehr bereut, dass er die Hälfte seines Lebens mit Schach "vergeudet" habe. Und das, obwohl er nicht wenige Turniere gewonnen hat. Spiele wie der Zauberwürfel sollten doch bei den Kids Interesse wecken für die tieferen Zusammenhänge, also Algorithmen, Logik, Mathematik. Gut, ich weiß nicht, was Tayo in seiner Freizeit noch alles zu Stande bekommt, sicher einiges. Trotzdem ist es etwas typisch für SPON, in fast dem selben Satz zu behaupten, der Weltrekord für die Lösung liege bei unter 10 Sekunden, aber es gebe Würfel in allen Variationen, sprich mit 81, 121, etc. Steinen pro Seite. Man kann also die Komplexität beliebig steigern, aber evtl. hilft Tayos Buch trotzdem immer.
2. Da haette der Junge vielleicht beser
hdudeck 08.04.2013
Zitat von PeriastronDer Anspruch von Tayo, immer "besser" zu werden, erinnert mich an einen Freund, der mittlerweile sehr bereut, dass er die Hälfte seines Lebens mit Schach "vergeudet" habe. Und das, obwohl er nicht wenige Turniere gewonnen hat. Spiele wie der Zauberwürfel sollten doch bei den Kids Interesse wecken für die tieferen Zusammenhänge, also Algorithmen, Logik, Mathematik. Gut, ich weiß nicht, was Tayo in seiner Freizeit noch alles zu Stande bekommt, sicher einiges. Trotzdem ist es etwas typisch für SPON, in fast dem selben Satz zu behaupten, der Weltrekord für die Lösung liege bei unter 10 Sekunden, aber es gebe Würfel in allen Variationen, sprich mit 81, 121, etc. Steinen pro Seite. Man kann also die Komplexität beliebig steigern, aber evtl. hilft Tayos Buch trotzdem immer.
in der Schule aufgepasst anstatt mit dem Wuerfel zu spielen. Mit 13 nicht in der Lage zu sein, bis 40 zu zaehlen ist bedenklich. Oder ist es (wieder einmal) ein SPON Redakteur, der sich nicht klar ausdruecken kann? Bezieht sich das Zaehlen auf die Wuerfel oder die Steine? Oder auf wie oder was?
3.
GoBenn 08.04.2013
Wie kann man ein Leben mit Schach "vergeuden"?
4. Neue Lösung?
nanya 08.04.2013
Mich würde interessieren, ob Tayos Lösung eine neue ist, also neue Einzelschritte enthält, welche mit weniger Drehs funktionieren als in bisherigen Lösungen. (Mir liegt gar eine Lösung in sechs Schritten vor.) Allein eine bessere Beschriftung althergebrachter Lösungswege würde ja kaum einen Artikel im SPON rechtfertigen.
5. die erste anleitung?
thseeling 08.04.2013
Ich finde Quellen, dass schon die "Bild der Wissenschaft" im Herbst 1980 eine Lösung veröffentlicht hat. Mein damaliger Analysis-Professor an der Uni Gießen hatte übrigens über die Gruppentheorie beim 3x3-Würfel auch ein schönes Buch geschrieben: Kurt Endl: Rubik’s Rätsel des Jahrhunderts. Würfel-Verlag, Gießen 1981. ISBN 3-923210-15-9
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