Ihre Freundin wollte Partys feiern, sie war plötzlich das Landei. Als Danika Bärtling, 20, nach zwei Jahren in Kanada nach Ibbenbüren zurückkehrte, hatten sie und ihre Freundin sich auseinander gelebt.
Meine beste Freundin Miriam habe ich in der dritten Klasse kennen gelernt. Wir waren gegensätzlich wie Feuer und Wasser, trotzdem habe ich mich vom ersten Moment an gut mit ihr verstanden. Wir konnten alles zusammen machen.
Wenn ich etwas vorhatte, ist sie mitgekommen, und anders herum war es genau so - jeden Tag. Wir sind mit dem Fahrrad durch die Gegend gefahren oder mit ihrem Hund spazieren gegangen. Klar, manchmal haben wir uns auch gestritten, der Auslöser waren oft unwichtige Kleinigkeiten. Aber meistens haben wir uns nach kurzer Zeit wieder vertragen.
Ein Jahr später bin ich weggezogen. Mein Vater hatte einen Job bei einer Bergbaufirma in Kanada angenommen. Er erzählte mir im Sommerurlaub davon. Ich wollte es Miriam sagen, wenn ich zurückkomme, doch sie hatte schon in der Lokalzeitung von unserem Umzug gelesen. Sie war enttäuscht, weil ich es ihr nicht gleich erzählt hatte. Ich konnte ihr die Situation aber erklären, ich war ja zunächst selbst völlig durcheinander.
Als ich in Kanada war, hatten wir viel Kontakt. Wir haben uns mindestens einmal pro Woche einen Brief geschrieben. Sie hat mir erzählt, was in der Schule passiert und was sie unternimmt. Ich hatte das Gefühl, dass sie weiterhin meine beste Freundin ist.
Mit einem männlichen Freund muss man so nicht viel reden
Nach zwei Jahren in Kanada bin ich nach Deutschland zurückgekommen, voller Vorfreude darauf, wieder Zeit mit Miriam zu verbringen. Daraus ist aber nichts geworden. Unsere Interessen hatten sich komplett auseinander entwickelt. Ich war für sie das Landkind, das immer nach draußen wollte, am liebsten auf den Reiterhof. Sie wollte Partys feiern und Alkohol trinken. Das war überhaupt nicht meine Welt.
Anfangs haben wir uns noch verabredet, aber unsere Treffen wurden seltener. Die Freundschaft war zu Ende als ich 14 war. Auch heute haben wir so gut wie keinen Kontakt mehr. Ich kann gar nicht sagen, dass sie mir fehlt – es hat einfach nicht mehr gepasst.
Vor einem halben Jahr habe ich sie wiedergetroffen. Ich war in einem Internetforum und habe aus einer Laune heraus ihren Namen eingegeben. Ich habe sie sogar gefunden und wir haben uns im Chat erzählt, was wir so machen und wie es uns geht. Dass wir noch mal enge Freunde werden, kann ich mir nicht vorstellen. Wir sind immer noch sehr verschieden.
Ich habe jetzt einen besten Freund. Wir kennen uns schon so lange und so gut, dass wir gar nicht mehr lange über alles reden müssen. Bei Freundinnen ist das anders, da sind die Gespräche sehr intensiv. Mit meinem besten Freund sitze ich auch mal einen Abend am Kanal, ohne viel zu sagen. Das kann ich mir mit einem Mädchen gar nicht vorstellen.
Aufgezeichnet von Britta Mersch
Als sie auf die Realschule kam und ihre erste beste Freundin auf das Gymnasium, zerbrach die Freundschaft. Dann lernte Inga Drees, 20, Carolin kennen.

Hildegard Völker, 17, brach mit ihrer engsten Vertrauten - wegen deren Dauerleiden an der Liebe.
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