Erster Kuss, erste Liebe, erster Sex: "Ich habe mich für ihn zum Idioten gemacht"

Für sie war es die große Liebe, er war sieben Jahre älter und hatte eine Freundin. Trotzdem lief Diana, 16, ihrem Schwarm monatelang hinterher. Herzklopfen im SchulSPIEGEL - das letzte von sechs Gesprächen über Flirten, Verliebtsein, Sex.

Frage: Diana, du warst vor einiger Zeit sehr verliebt. Wie war das?

Azubi Diana, 16, hofft auf den Mann ihrer Träume
Archiv für Jugendkulturen

Azubi Diana, 16, hofft auf den Mann ihrer Träume

Diana: Ich habe ihn eines Tages nach dem Handballtraining gesehen. Ich kannte ihn schon von früher. Er hatte an diesem Tag Geburtstag, und ich habe ihm gratuliert. Ab da war ich total hin und weg von ihm. Etwas später habe ich einer Freundin erzählt, dass ich ihn toll finde. Die hat das dann seinem kleinen Bruder gesagt, der hat es ihm gesagt, und er hat dann gemeint: Ja, die Diana, die sieht schon nicht schlecht aus und so. Ich hatte richtige Glücksgefühle, weil ich davor noch nie richtig verliebt gewesen war.

Frage: Wie hast du versucht, ihn auf dich aufmerksam zu machen?

Diana: Ich bin ihm hinterhergelaufen, habe eben geschaut, dass ich immer in seiner Nähe bin. Einmal habe ich einen Liebesbrief geschrieben. Ich wollte den Brief hinter den Scheibenwischer seines Autos klemmen, habe mir dann aber überlegt: Was ist, wenn den Brief seine Freundin liest? Deshalb habe ich den Brief dann einem Kumpel von ihm gegeben, und der hat den Brief meinem Schwarm im Handballtraining übergeben. Das hat jeder gesehen, es hat auch jeder gewusst, dass der Brief von mir ist. Das war natürlich extrem peinlich.

Frage: Hat er denn jemals gewusst, dass du wirklich in ihn verliebt bist?

Diana: Ja, irgendwann. Als wir uns abends mal im "Hirsch" gesehen haben – das ist so eine Kneipe bei uns im Ort –, haben wir angefangen, uns zu unterhalten. Irgendwann haben wir dann sogar Handynummern ausgetauscht und uns Mitteilungen geschrieben. Das ging über ein Jahr lang. Ich habe ihm einige Male gesagt, wie verliebt ich bin. Ich war überglücklich, wenn ich ihn sah, und habe an nichts anderes mehr gedacht. Habe nur noch ihn angeschaut und bin mit einem fetten Grinsen durchs Leben gelaufen.

Frage: Trotzdem ist das Ganze nach hinten losgegangen.

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Projektgruppe Herzenssache:
Schmetterlinge im Bauch. Wenn Jugendliche sich verlieben
Diana: Ja. Das größte Problem war das Alter, weil er sieben Jahre älter ist. Und: Er hatte eine Freundin. Das waren seine zwei Gründe, die er mir genannt hat. Wobei ich bis heute nicht glaube, dass sie wirklich entscheidend waren. Danach ging's mir scheiße. Ein Jahr lang habe ich mich schrecklich gefühlt und bin ihm immer wieder hinterher gesprungen, obwohl alle immer wieder gesagt haben: Er verarscht dich nur! Irgendwann wurde es mir dann doch zu blöd. Ich habe dann einen anderen ins Visier genommen.

Frage: Was hat dich am meisten verletzt?

Diana: Dass er mich hingehalten hat und immer wieder gesagt hat: Komm, wir treffen uns mal. Ich hole dich mal ab, und dann reden wir über das Ganze! Eigentlich ist es zu dem Gespräch nie gekommen. Stattdessen hat er immer wieder Sachen zu mir gesagt, die mich aufgebaut haben, so dass ich dann wieder wie auf Wolken schwebte. Sachen wie: Du gefällst mir voll. So konnte ich mich nie wirklich von ihm abwenden. Ich habe mich verarscht gefühlt, weil er es locker genommen hat, so nach dem Motto: Die ist eben ein bisschen verknallt in mich! Aber für mich war es eben wirklich die große Liebe. Ich werde das nie vergessen.

Frage: Was hast du getan, um dich abzulenken?

Diana: Ich hatte zwei Freundinnen, bei denen ich mich ausgeheult habe. Sie konnten mir aber auch nicht helfen, weil sie selbst null Erfahrung hatten. Die haben immer gesagt: Vergiss den Typ einfach! Ich hatte zu der Zeit auch zwei, drei Lieder, die ich immer angehört habe, um das irgendwie zu überwinden. Und ansonsten habe ich eben fünf Mal seine Handynummer gelöscht und wieder eingespeichert und wieder gelöscht und wieder eingespeichert. Und ich habe versucht, ihm aus dem Weg zu gehen.

Frage: Manche Leute haben Rachegedanken, wenn sie verletzt werden. Du auch?

Diana: Heute schon, in gewisser Weise. Weil ich weiß, dass er jetzt wirklich scharf darauf ist, einfach einmal mit mir ins Bett zu steigen. Ich lasse ihn aber wirklich eiskalt abblitzen. Das ist so für mich die Rache, die mir eben gut tut. Weil ich heute weiß: Okay, ich bin voll über ihn hinweg, ich finde ihn absolut unattraktiv! Ich spiele eben nur noch ein bisschen mit ihm.

Frage: Wann wusstest du endgültig, dass du über ihn hinweg bist?

Diana: Also ich hatte vor einem Jahr, auf der Geburtstagsfeier von meinem Bruder, was mit ihm und habe danach echt endgültig gewusst: Okay, der ist absolut nicht mein Fall. Weil ich wirklich angeekelt von ihm war. Danach habe ich ein fettes Grinsen aufgesetzt und gewusst, das ist vorbei, und ich werde nie wieder irgendwie Interesse an diesem Mann finden!

Frage: Was hast du aus dieser Erfahrung gelernt?

Diana: Ich habe mich seither nicht mehr so verliebt. Klar, ich fand viele Typen toll, habe aber jedem Typ eine Abfuhr gegeben. Ich würde heute nicht mehr so dumm sein und mich so schnell verlieben. Ich habe viel daraus gelernt: dass man eben nicht alles sofort bekommen kann, was man haben will. Ja, und dass ich halt ein bisschen vorsichtiger bin, was Männer betrifft.

Frage: Was wünschst du dir für die Zukunft?

Diana: Dass ich vielleicht doch noch den Mann meiner Träume treffe, der perfekt für mich ist.

Außerdem in der SchulSPIEGEL-Woche der Liebe:

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Montag: "Die haben miteinander rumgenutscht, und ich saß daneben." Und dann spannte Nine, 18, ihrer besten Freundin den Freund aus.

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Dienstag: "Ich check die jetzt ab." West, 15, will eine Freundin, die richtig gut aussieht. "Alles andere wäre doch voll blamabel."

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Mittwoch: "Ich habe ihn im Internet entdeckt". Jetzt hofft Vivi, 13, dass es mit ihrem Schwarm auch im richtigen Leben klappt.

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Donnerstag: "Ich habe ihn gehasst, jetzt sind wir zusammen." Sie hielt ihn für einen Skater-Proll, er sie für eine Zicke. Seit acht Monaten sind Sabrina und Daniel ein Paar.

Freitag: "Ich habe ihn einfach geküsst." Als Tobias, 21, seinem Vater erzählt, dass er schwul ist, rastet der völlig aus.

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