Lustig, lustig, einfach mal auf "Teilnehmen" klicken: 48.000 Facebook-Nutzer haben sich als "Gäste" zu Benjamins 14. Geburtstag angemeldet, obwohl er eigentlich nur 29 Freunde einladen wollte. Der entsetzte Vater des Jungen hat nun Anzeige erstattet: "Der Name meines Sohnes wird genutzt, um ein Event zu veranstalten", sagte er.
Der Vater versucht verzweifelt, die Facebook-Seite schließen zu lassen, denn einige "Gäste" haben nach seinen Angaben damit gedroht, "alles zu zerschlagen", sollte das Fest nicht stattfinden.
Der Junge aus der Nähe der zentralfranzösischen Stadt Clermont-Ferrand hatte am vergangenen Sonntag begonnen, seine Freunde per Telefon zu seiner Geburtstagsfeier einzuladen. Ein Freund wollte ihm helfen und richtete im Internet-Netzwerk Facebook einen Aufruf für ein "geheimes Ereignis" ein: Die Gruppe zählte am Montag bereits 16.500 Mitglieder, von denen jedes wiederum 60 weitere Gäste einladen durfte.
Am Dienstagabend stieg die Zahl der "Eingeladenen" so auf 33.000 und weitere 15.000 hatten sich einer neuen Facebook-Gruppe unter dem Titel "Benjamins Fest" angeschlossen.
Benjamin ist bei weitem nicht der erste Jugendliche, dessen Geburtstagsparty im Netz zum Selbstläufer wurde. Immer wieder kommt es zu Massenzusagen und manchmal trotz Party-Absage zu Massenveranstaltungen, so wie im Sommer 2011 in Hamburg: Nach einer Einladungspanne strömten mehr als tausend Feierwütige zum Haus der 16-jährigen Thessa. Bei der Australierin Jess kündigten sich sogar 200.000 "Gäste" an.
Es dauerte nicht lang, bis die Politik im Sommerloch das Thema für sich entdeckte: Mehrere Innenminister aus den Ländern wetterten: Wenn Ärger droht, sollen die Behörden die Veranstaltungen künftig vorher verbieten oder die Feiern auflösen.
otr/AFP
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