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Fünf in Mathe: Viertklässler will sich bei der Polizei anzeigen

Verzweifelter Grundschüler: Der Druck ist manchmal groß Zur Großansicht
Corbis

Verzweifelter Grundschüler: Der Druck ist manchmal groß

Eine Klassenarbeit lief für einen Zehnjährigen so schlecht, dass er die Note vor den Eltern verheimlichte und zu unlauteren Mitteln griff. Dann plagte ihn sein Gewissen. Der Polizei gestand er: Ich habe etwas ganz Schlimmes getan.

Ein ungewöhnlicher Täter wollte sich in Landshut der Polizei stellen: Ein zehnjähriger bayerischer Schüler hat wegen einer Fünf in Mathe die Unterschrift seines Vaters gefälscht - und sich anschließend selbst angezeigt, wie die Polizei am Freitag mitteilte.

Er habe etwas "ganz Schlimmes" gemacht, hatte der Junge völlig niedergeschlagen der Polizistin auf dem Revier erzählt. Der jüngste Mathe-Test sei "voll in die Hose gegangen". Da die Eltern den Test gegenzeichnen sollten, habe er die Unterschrift des Vaters gefälscht. Dann plagte ihn das schlechte Gewissen. Voller Reue wollte er sich wegen Urkundenfälschung anzeigen.

Die Polizistin rief beim Vater an und erfuhr, dass der von der geplanten Selbstanzeige wusste - und sie aus erzieherischen Gründen billigte. Bestrafen wollte die Beamtin den Schüler aber doch nicht. Nach einem eindringlichen Gespräch mit der Polizistin zog der Junge die Selbstanzeige zurück.

In Bayern sind die Grundschulnoten entscheidend für den Übergang auf die weiterführende Schule. Wer einen zu schlechten Schnitt auf dem Zeugnis hat, kann nicht aufs Gymnasium gehen. Eine Untersuchung hatte vor Kurzem gezeigt,dass die strenge Übertrittsregelung viele Grundschüler im Freistaat unter Stress setzt.

bkr/dpa

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