Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Nachwuchskünstler Leon Löwentraut: Mit 16 schon expressiv-abstrakt

Nachwuchskünstler: Malen zum austoben Fotos
Leon Löwentraut

Mach lieber was Vernünftiges: Den Spruch hat der 16-jährige Leon Löwentraut schon häufiger gehört. Aber er malt trotzdem Nacht für Nacht weiter an seinen Bildern. Mit Erfolg.

"Wenn man sich etwas richtig wünscht, dann kann man das auch schaffen. Davon bin ich überzeugt, und das erlebe ich gerade selbst: Ich male, seit ich sechs oder sieben Jahre alt bin. Und ich wünsche mir, davon und dafür leben zu können, meine Bilder bei Ausstellungen zu zeigen und mit ihnen Menschen zu erreichen.

Meine Mutter hat schon immer gemalt, dabei habe ich ihr zugeschaut und das als sehr beruhigend empfunden. Irgendwann habe ich das selbst ausprobiert, wie es ist, mit Farben und Pinsel zu arbeiten. Das hat mir von Anfang an gefallen, ich habe mehr und mehr gemalt und meine ersten Bilder tatsächlich schon vor der Konfirmation verkauft. Sie hat mir ein paar Techniken beigebracht, aber eine richtige künstlerische Ausbildung habe ich nicht. Ich bin eher expressiv-abstrakt, will Freiraum für den Betrachter lassen. Kunst ist für mich eine Leidenschaft, die kann man nicht erlernen - entweder man hat sie oder man hat sie nicht.

Vor einem Jahr wurde für mich wirklich ein Traum wahr.

In der Galerie Schmiede bei München wurde meine erste Ausstellung eröffnet. Das war ein tolles Gefühl, meine Bilder so professionell präsentiert zu sehen und so viel positives Feedback zu bekommen. Sogar internationale Interessenten haben sich gemeldet - das war einfach überwältigend und gleichzeig ein Ansporn, weiterzumachen.

Das Malen und die Kunst sind für mich Bereiche, in denen ich mich austoben kann. Ich male meistens nachts, höre dabei Klassik und versinke im Bild und in meinen Gedanken und Ideen. Einmal kam meine Mutter rein, die habe ich eine Viertelstunde lang überhaupt nicht bemerkt, so sehr war ich auf mein Bild konzentriert. Wenn ich male, kann ich nicht aufhören - ich gehe erst ins Bett, wenn das Bild fertig ist. Ich rede generell nicht so viel über meine Gefühle. Aber auf der Leinwand kann ich mich ausdrücken. Schrecklich ist es, wenn man gerade ein Bild malen möchte und die Energie in sich spürt und dann keine Leinwand zur Verfügung hat.

Neben der Kunst kann ich mich beim Klavierspiel richtig fallen lassen. Das habe ich übrigens auch nicht gelernt, sondern mir selbst beigebracht. Und die Schauspielerei fasziniert mich ebenfalls, im Moment stehe ich für einen Film vor der Kamera, in dem es um drei Schulfreunde und das Thema Mobbing geht. Ich mag es einfach, mich künstlerisch auszudrücken, egal auf welcher Ebene.

Ich gehe jetzt in die 10. Klasse auf dem Georg-Büchner-Gymnasium in Kaarst. In der Schule gibt es ganz unterschiedliche Reaktionen auf meinen Erfolg als Maler. Manche sind vielleicht neidisch, andere kommen und sagen, sie hätten es immer schon gewusst, dass ich das schaffen würde. Wirklich wichtig sind für mich meine drei, vier besten Freunde. Mit denen kann ich über alles reden, die geben mir ehrliches Feedback. Und sie sorgen dafür, dass ich die Bodenhaftung nicht verliere.

Wie es jetzt weitergeht? Ich will das Abitur machen, werde aber ganz bestimmt immer nebenbei malen. Vor ein paar Wochen habe ich Horst Kordes kennengelernt, er war Schüler von Friedensreich Hundertwasser und ist ebenfalls Maler. Zwischen uns beiden hat es von Anfang an richtig gut gepasst - jetzt planen wir gemeinsame Ausstellungen in London und New York. Manchmal kann ich es selbst kaum glauben, welche Kreise das alles zieht - dabei ist Malen doch einfach nur meine Leidenschaft. Und vielleicht ist genau das ja das Erfolgsgeheimnis."

Aufgezeichnet von Armin Himmelrath

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 85 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Mit 16 solche Fähigkeiten - ist schon enorm
Eppelein von Gailingen 29.12.2014
2 von den gezeigten Bildern gefallen auf Anhieb. Für dieses Alter, auch wenn seine Mutter malt, ist das sehr viel versprechend. Nichts wie auf die Kunstakademie in München.
2. Potential
pan-orama 29.12.2014
Die klassische Antwort aus dem Bildungsbürgertum. Da ist großes Potential und handwerkliches Können, die Farbgewichtung stimmt, die Bildwerke haben eine überzeugenden Ausdruck. Kann man nur wünschen das er weitermacht.
3. Verstehe ich nicht..
divStar 29.12.2014
.. die Bilder zeugen nicht von künstlerischen Fähigkeiten. Es mag überheblich klingen aber ich sehe gar nichts besonderes in den Bildern. Die Bilder erfordern eben - anders als Bilder aus z.B. der Renaissance oder dem Barock - kaum künstlerische Fähigkeiten, die man meistern muss. Und das sieht man auch. Allerdings kann ich mit den späten Picasso-Bildern auch gar nichts anfangen und finde nicht, dass Kunst, die nicht durch künstlerische Fertigkeiten erarbeitet wurde, so bewundernswert ist, denn ein paar Striche und Kreise, freie, ungerade Linien in diversen Ausführungen und Farben kann doch eigentlich jeder. Was besonderes sind z.B. von Hand geschaffene Landschaften oder gar surrealistisch anmutende Gemälde mit eigener Aussagekraft, die eben nicht jeder selbst (er)schaffen kann. Aber im Endeffekt ist das nur Ansichtssache. Mir jedenfalls gefällt es nicht.
4.
Kampfdenker 29.12.2014
Gute Sache - erinnert mich an vonhemmer.net - und Basquiat,einiges Eigene macht sich zaghaft bemerkbar .- Immerhin-wenn man den namenlosen Quatsch sieht,der ansonsten so fabriziert wird - oder die Wiederkehr des 19.Jh - dann ist das hoffnungsvoll.- Entscheidend ist letztlich nicht nur das Talent-sondern hat der Mensch power und Leidenschaft.
5.
Stäffelesrutscher 29.12.2014
»Ansonsten ist Leon Autodidakt: Eine künstlerische Ausbildung hat er bislang nicht.« Ja, ähem, woran würde man denn erkennen, ob jemand eine künstlerische Ausbildung hat?
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Fotostrecke
Junges Talent: Nike, Diesel und Toyota im Portfolio


Social Networks