Lexikon der Freundschafts-Typen: Miteinander feiern, weinen, schlafen

6. Teil: Der Sandkastenfreund - Wir haben uns aus den Augen verloren

Lange Tradition: Wer sich aus dem Sandkasten kennt, muss nicht ewig zusammenhalten Zur Großansicht
Frank Grätz

Lange Tradition: Wer sich aus dem Sandkasten kennt, muss nicht ewig zusammenhalten

Irgendwo zwischen Lego-Bautürmen und Spielzeugautos fing alles an. Wir konnten noch nicht einmal ganze Sätze formulieren, und trotzdem gab es sie schon: die Sandkastenfreundschaft. Mein Sandkastenfreund Kilian gehört zu meinem Leben, seit ich denken kann. Unsere Freundschaft begann schon in der Krabbelgruppe, als ich zu heulen anfing, weil Kilian mir mein Spielzeug wegnahm. Behaupten unsere Mütter. Was haben wir nicht alles gemeinsam erlebt: Unerlaubtes Fußballspielen im Kinderzimmer, bis die Glasvase zerbrach. Klingelstreiche bei den nervigen Nachbarn.

Er war dabei, als ich als kleines Kind vom Hund gebissen wurde. Und er war es, der mir half, dieses Erlebnis zu verarbeiten. Dafür wählte ich Kilian beim Fußballspielen immer zuerst in meine Mannschaft, obwohl er der Schlechteste von allen war.

Aber auch solch eine Freundschaft kann auf eine harte Probe gestellt werden. Wir waren zwölf Jahre alt, als Kilian mir von seiner ersten Freundin berichtete. Mich traf damals der Schlag. Der pure Neid kochte in mir hoch. Wir waren bis zu diesem Zeitpunkt unzertrennlich, ich ging bei ihm ein und aus, und wir mussten gemeinsam nachsitzen, wenn wir uns im Unterricht mal daneben benommen hatten. Und dann das - eine Freundin! Ich fühlte mich plötzlich wie ein Freund zweiter Klasse. Aber alles halb so wild, sie war nicht die Liebe seines Lebens.

Doch mit zunehmendem Alter gingen unsere Interessen und Lebenswege auseinander. Seit das Studium angefangen hat, haben wir uns völlig aus den Augen verloren. Ich bin mir aber sicher, dass wir den Kontakt wieder aufnehmen werden, weil wir uns einfach schon so lange kennen. Dann läuft unsere Kindheit und Jugend wie im Zeitraffer an mir vorbei, als wäre es erst gestern gewesen. Ohne einen echten Sandkastenfreund wäre die Zeit nur halb so schön gewesen.

Autor: Christopher Käfer für das Jugendmagazin "Spiesser"

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1. Lexikon der Freundschafts-Typen: Miteinander feiern, weinen, schlafen Titel:
Phoenix2006 27.02.2012
Zitat von sysopManche wollen sich ausheulen und anlehnen können, andere hoffen auf heiße Nächte und berufliche Vorteile. Was aber macht einen echten Freund aus? Das Jugendmagazin "Spiesser" skizziert die wichtigsten Typen - vom Kumpel bis zum Sexpartner. Lexikon der Freundschafts-Typen: Miteinander feiern, weinen, schlafen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - SchulSPIEGEL (http://www.spiegel.de/schulspiegel/leben/0,1518,817123,00.html)
Sprichwort: "Gute Freunde/inen kann man an einer Hand abzählen"
2.
joblack 27.02.2012
Zitat von Phoenix2006Sprichwort: "Gute Freunde/inen kann man an einer Hand abzählen"
Ich habe Mitleid mit dem "Zweckfreund". Der lässt sich komplett ausnehmen. Als Informatiker aka Nerd finde ich diese Titulierung ausserdem eine Unverschämtheit. Anstatt dass die Frau einmal PC mässig selbst Zeit reinsteckt ist es doch viel einfacher einen Naivling anzurufen. Eine Schande fürs weibliche Geschlecht.
3. Mitleid ist nicht angebracht
nurmeinsenf 27.02.2012
Zitat von joblackIch habe Mitleid mit dem "Zweckfreund". Der lässt sich komplett ausnehmen. Als Informatiker aka Nerd finde ich diese Titulierung ausserdem eine Unverschämtheit.
Unverschämt? Nein. "Zweckfreund" finde ich da eher noch harmlos. Es ist doch die Wahrheit - er ist dumm genug, für ein weibliches Lächeln und ein Dankeschön zu jeder Tages- und Nachtzeit anzutanzen. In Wirklichkeit ist er nur ein nützlicher Idiot, der bei ihr keinerlei Chancen hat. Je eher ihm klar wird, daß es so nicht funktioniert, desto besser. Raus aus dem selbstgewählten Schicksal, sich so weit ins Nerddasein zu stürzen, daß man nur als kostenloser PC-Support bei Frauen punkten kann. Je eher, desto besser.
4. jaja, immer die bösen Frauen
hannebammel 28.02.2012
Zitat von joblackIch habe Mitleid mit dem "Zweckfreund". Der lässt sich komplett ausnehmen. Als Informatiker aka Nerd finde ich diese Titulierung ausserdem eine Unverschämtheit. Anstatt dass die Frau einmal PC mässig selbst Zeit reinsteckt ist es doch viel einfacher einen Naivling anzurufen. Eine Schande fürs weibliche Geschlecht.
Ihnen ist aber schon aufgefallen, dass der Artikel von einem Mann geschrieben ist?
5. Lesen hilft.
c0re0n 28.02.2012
Zitat von nurmeinsenfUnverschämt? Nein. "Zweckfreund" finde ich da eher noch harmlos. Es ist doch die Wahrheit - er ist.....
Ähm, der Autor, der das geschrieben hat, ist männlich. Dein Beitrag ist damit ganz schön hinfällig :-P "Autor: Theo Müller für das Jugendmagazin "Spiesser""
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