Komischerweise wünschten sich viele damals eine Zahnspange, und so war man höchst frustriert, wenn der Zahnarzt nach eingehender Untersuchung mitteilte, die leichte Fehlstellung der Vorderzähne ließe sich auch beheben, indem man das Holzstäbchen eines Eis am Stiel während der abendlichen Fernsehstunden gegen die Zahnfront drückte.
Der Drang zur Zahnspange hatte natürlich Grenzen: In jeder Klasse gab es einen armen Tropf, der seine Zahnklammer an einem Bügel trug, der aus dem Mund herausführte und um den Hinterkopf herumlief, um den Kiefer zu stützen. Eine Stoffkappe, gerne aus Jeans, an der das Gestell befestigt wurde, machte die Sache nicht wirklich besser.
Begehrt waren lockere Zahnspangen, die pink, lila, grün oder türkis sein konnten, für die Mädchen mit Glitzer oder Sternchen. Die wurden gern und oft herausgenommen, die tückische Geruchsentwicklung von Speichel, der auf Sauerstoff trifft, ignorierend. Warum sich die mit makellosen Zähnen nicht einfach über ihr großes Glück freuten, lässt sich wohl mit demselben Mechanismus erklären, der einen dazu brachte, sich einen Gipsarm zu wünschen (auf dem dann alle unterschreiben und lustige Figuren draufmalen würden): Derlei Accessoires bedeuteten eine wie auch immer geartete Form der Aufmerksamkeit.
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