Lexikon der Jugendsünden: Laufende Spiralen, springende Diaphragmas

Schleim und Slinky: In den Neunzigern beschäftigten sich junge Leute mit seltsamem Spielzeug. Es war zu nichts anderem gut als Umstehende zu ekeln, zu erschrecken oder zu nerven. Lisa Seelig und Elena Senft sammeln diese und andere Jugendsünden. Diesmal: U wie Unnütze Gimmicks.

Slinky, die treppenlaufende Spirale, in den Händen ihrer gar nicht mehr jungen Erfinderin Zur Großansicht
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Slinky, die treppenlaufende Spirale, in den Händen ihrer gar nicht mehr jungen Erfinderin

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Peinlichkeiten von früher: Das Lexikon der Jugendsünden
- Slime: Hierbei handelte es sich um grünen, dickflüssigen Schleim, der in einer Miniaturmülltonne lagerte. Chemienerds taten wichtigtuerisch kund, dass es zur Herstellung eines eigenen Slimes nicht viel mehr bedurfte als Borax und Polyvinylalkohol. Besonders Jungs fanden es eine Zeitlang lustig, den Schleimklumpen zu zähen Fäden zu formen, und hatten meist dankbare Zuschauer in Form von Lehrern und Mitschülerinnen, die reflexartig Mahn- und Ekelgeräusche von sich gaben. Darin hatte sich die Funktion des Schleims auch schon erschöpft. Schon nach kurzer Zeit fiel er versehentlich auf den Flokati, absorbierte dort Fusseln und Haare und verschwand für immer in seiner Mülltonne.

- Slinky: Eine Metallspirale, die man Treppen runterlaufen lassen konnte.

- Snap-Armband: Eine Zeitlang wurden neonfarbene Armbänder getragen, die aus einer Art Metall gefertigt waren, das sich durch hartes Schlagen auf eine Kante einrollen ließ. Das Gerücht, es bestehe das Risiko, sich durch das scharfe Metall die Pulsadern versehentlich aufzuschneiden und anschließend zu verbluten, hielt sich hartnäckig.

- Springgummi: Ein weiteres unnützes Ding, das aussah wie ein Diaphragma: Man stülpte die konkave rote Gummischeibe um und deponierte sie auf einer glatten Oberfläche. Irgendwann kehrte sie selbständig in ihre Ausgangsform zurück, wurde dadurch hochgeschleudert und erschreckte alle Umstehenden zu Tode. Immer wieder ein großer Spaß.

Das SPIEGEL-ONLINE-Taschenbuch "Wir waren jung und brauchten das Gel" ist beim Fischer Verlag erschienen.

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insgesamt 3 Beiträge
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1. 70er nicht 90er
alocasia 10.12.2011
Laufende Spiralen waren in den 70er schon in Der Schleim Ende der 70er Anfang 80er Es wiederholt sich nur immer alles
2.
michaelXXLF 11.12.2011
Der Slinky ist eine Erfindung der frühen 40er Jahre, Slime gab es ab 1976.
3. Immerhin
Rockaxe 21.12.2011
Zitat von sysopSchleim und Slinky: In den Neunzigern beschäftigten sich junge Leute mit seltsamem Spielzeug. Es war zu nichts anderem gut als*Umstehende zu ekeln,*zu erschrecken oder zu nerven. Lisa Seelig und Elena Senft sammeln diese und andere Jugendsünden. Diesmal:*U wie Unnütze Gimmicks. http://www.spiegel.de/schulspiegel/leben/0,1518,764228,00.html
Die Buchauszüge werden immer kürzer und damit zwar nicht immer korrekter, aber mit weniger "Stoff" zum aufregen. ;-) Zu Slime ein kurzer Auszug:
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Die Sündensammler
Lisa Seelig, 31, verbrachte ihre Jugend in einem bayerischen Kaff, Elena Senft, 31, in Berlin. Die Geschmacklosigkeiten der neunziger Jahre haben sich auf dem Land und in der Großstadt erstaunlicherweise ziemlich identisch abgespielt, gemeinsam haben sie sämtliche Peinlichkeiten in dem Buch "Wir waren jung und brauchten das Gel" gesammelt.

Buchtipp
Lisa Seelig, Elena Senft:
Wir waren jung und brauchten das Gel
Das Lexikon der Jugendsünden.

Fischer Taschenbuchverlag; 256 Seiten; 8,99 Euro.

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