Sprach-Quiz: Wie gut ist Ihr Kiezdeutsch?

Sprachwächter beschimpfen und bedrohen sie, doch sie macht weiter: Die Professorin Heike Wiese kämpft dafür, dass Kiezdeutsch genau wie Bayerisch als Dialekt anerkannt wird. Denn was sich anhört wie Kauderwelsch, habe System. Testen Sie im großen Quiz, ob Sie den Slang beherrschen.

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Corbis

Kritische Jungs: Jugendliche unterschiedlicher Herkunft sprechen Kiezdeutsch

Gossen-Stakkato, Kanak Sprak, gebrochenes Deutsch, Notration - die Professorin Heike Wiese hat inzwischen so gut wie alle Schimpfwörter für Kiezdeutsch gehört. Sie selbst spricht am liebsten von einem neuen Dialekt. Denn Kiezdeutsch stehe Bayerisch, Schwäbisch und Sächsisch in nichts nach, findet sie. Es sei ein neuer, komplexer Dialekt, der fest im System der deutschen Grammatik verankert ist.

Heike Wiese erforscht seit den neunziger Jahren Kiezdeutsch - den Slang der Jugendlichen in Multikulti-Vierteln deutscher Städte. "Yallah" gehört dort genauso zum Wortschaft der Jugendlichen wie "ischwör" und "musstu". Sätze wie "Gestern war ich Schule" und "Machst du rote Ampel" sind absolut korrektes Kiezdeutsch.

Während Sprachbewahrer dagegen verbissen ankämpfen, sagt die Professorin sogar: Kiezdeutsch ist oft logischer als Standarddeutsch. Dafür wird sie regelmäßig beschimpft. Einmal, sagt sie, habe sogar jemand gedroht, ihren Kindern etwas anzutun. Statt kleinbeizugeben will sie mit Sachargumenten die hochemotionale Debatte beruhigen. Durch ihre jahrelange Forschung hat sie systematische Neuerungen in Grammatik, Wortschatz und Aussprache identifiziert. Demnach ist Kiezdeutsch kein Kauderwelsch, sondern hat System.

Testen Sie im SchulSPIEGEL, ob Sie das System durchschauen: Machen Sie den Kiezdeutsch-Test.

  • DPA
    Bei Kiezdeutsch gehen Sprachbewahrer die Wände hoch. Die Sprachforscherin Heike Wiese hingegen findet: Die Jugendsprache ist oft viel logischer als Standarddeutsch. Beherrschen Sie den Schulhof-Slang?
  • Zehn Fragen zum Selbsttest!
Der Test ist ein redaktionell bearbeiteter Auszug aus Heike Wieses Buch "Kiezdeutsch. Ein neuer Dialekt entsteht", erschienen bei C.H. Beck

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insgesamt 37 Beiträge
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1. Sogenanntes Kiezdeutsch
kb26919 29.03.2012
Ist weder ein Dialekt noch eine neue Sprache sondern kann höchstens unter der Ueberschrift : Verdummung accomplished ,geführt werden.
2. Trauriges Deutschland
themis11 29.03.2012
Deutschland, das ist Dein Armutszeugnis. Eine Dame, von der man meinen sollte, dass sie aufgrund ihres Werdegangs und ihres Intellekts in der Lage ist, einen Dialekt von einem widerwärtig dahingenuschelten "Assi - Slang" (sorry) zu unterscheiden. Kiezdeutsch ist das Resultat aus falscher Migrationspolitik, gepaart mit Lernunwilligkeit der Personen, die sich eigentlich darum kümmern sollten, die Landessprache zu lernen. Zusätzlich kommen noch die Kinder DER Eltern der Kevinismus - Fraktion hinzu, die es vermutlich alle "voll geil Alder/Digger" finden, wenn man isch statt ich sagt. Es ist eine Schande, merh nicht. Aber besonders schlimm ist die Person, die mit der Fahne vorneweg geht...wie kann man so etwas nur unterstützen?
3.
sergiii 29.03.2012
Bitte, bitte, hören Sie auf es Kiezdeutsch zu nennen! Das ist ekelhaft. Diesen Ausdruck benutzt doch außer Ihnen niemand. Den begriff Kiez gibt es sicher seit den 60er Jahren nicht mehr (außer vielleicht in Hamburg).
4. "Kiezdeutsch" - LOL
MausBerlin 29.03.2012
Das hat nicht mit neuer Sprache zu tun sondern ist 1:1 aus dem Arabischen bzw Türkischen übernommen - aus Faulheit oder warum auch immer: wallah > w'allahi (bei Gott), yallah (let's go, auf, los), irgendwohin gehen ohne Präposition > rayih il-madina (ich geh' [in] die Stadt). MEHR ist das nicht. PS: "Kiez" sagt man durchaus noch in Berlin: Wrangelkiez etc
5. grauenvoll ...
MadDoubleF 29.03.2012
, dass sich gewisse Leute mit dieser Ausdrucksform beschäftigen. Die dafür aufgewendete Zeit sollte man lieber in die Bildung der Kinder stecken, die so sprechen. Wenn meine Tochter (10) zu Hause auch nur ansatzweise so anfängt zu reden (und das hat sie schon versucht), weise ich sie sofort zurecht, dass dies keine Sprache und nicht erwünscht ist. Es kommt sicher mal vor, dass aus einem 'ein' ein 'n' wird. Aber grammatikalisch sollte es sich schon "fertige" Sätze handeln. Ein Beispiel. In letzter Zeit kommen Sätze wie "Kann ich mal die Butter.", wenn sie die Butter haben möchte. Meine Antwort bzw. Frage: "Was? Aus dem Fenster werfen? Hoher Hitze aussetzen?". Ganz ehrlich. Wie weiter oben bereits geschrieben. Das ist "Assi-Slang" und macht nur die deutsche Sprache kaputt.
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Zur Person
  • dapd
    Heike Wiese, Jahrgang 1966, ist Professorin für Deutsche Sprache der Gegenwart an der Universität Potsdam. Sie erforscht seit mehreren Jahren schwerpunktmäßig Kiezdeutsch. So will sie Sachargumente in die hochemotionale Diskussion über die Jugendsprache einbringen.

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