Schülerinnen mit Ministerträumen: Lasst uns die Welt retten

3. Teil: Carmen, 17, will aufklären

Abiturientin Carmen würde versuchen, "jeden Einzelnen zum Umdenken zu bewegen"Zur Großansicht
Elena Wagner

Abiturientin Carmen würde versuchen, "jeden Einzelnen zum Umdenken zu bewegen"

"Hätte ich das Sagen als Umweltministerin würde ich zuerst versuchen, den Flächenverbrauch zu minimieren, weil sich die Städte immer mehr ausweiten und ständig neue Einfamilienhäuser gebaut werden. Ich würde mehr Informationsmaterial zur Verfügung stellen, damit die Menschen auch von den Problemen erfahren, die durch zu hohen Flächenverbrauch entstehen. Ich würde sie dazu motivieren, sich eher in den Städten anzusiedeln und nicht außerhalb, vielleicht mit dem Anreiz, auch in der Stadt ein erschwingliches Grundstück zu bekommen.

Aufklärung wäre auch in anderen Bereichen nötig, zum Beispiel was den CO2-Verbrauch angeht. Ich würde versuchen, jeden Einzelnen zum Umdenken zu bewegen, beispielsweise könnte die Wärmedämmung der Häuser verbessert und dadurch viel Energie gespeichert werden. Ich würde mich umweltpolitisch auch für Neuerungen im Straßenverkehr einsetzen. So könnten noch mehr der 'Grünbrücken' für den Wildwechsel über Autobahnen entstehen.


Außerdem müsste meiner Meinung nach die Arbeit an den Schulen ausgebaut werden. Wenn ich mich dort umhöre, können sich die meisten meiner Mitschüler nicht mit dem Thema Umweltschutz identifizieren. Dabei ist es so wichtig, dass wir Schüler den Umweltschutz ernst nehmen. Es müsste dazu einfach mehr Projekte geben, mehr Ausflüge ins Grüne zum Beispiel, um eine Verbindung zur Natur aufzubauen. Generell würde ich mir wünschen, dass sich in Zukunft mehr Menschen dafür interessieren, wo und wie sie leben."

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insgesamt 24 Beiträge
noalk 08.01.2013
diese Gedanken und Vorschläge, aber sie alle wurden schon gedacht bzw. gemacht. Letztendlich werden es Sachzwänge - Ressourcenverknappung - und nicht guter Wille sein, die zu deren Umsetzung führen werden.
diese Gedanken und Vorschläge, aber sie alle wurden schon gedacht bzw. gemacht. Letztendlich werden es Sachzwänge - Ressourcenverknappung - und nicht guter Wille sein, die zu deren Umsetzung führen werden.
Marshmallowmann 08.01.2013
Von Umweltschutz keine Ahnung aber Ministerin werden wollen... Gute Aussichten eigentlich im jetzigen Deutschland...
Von Umweltschutz keine Ahnung aber Ministerin werden wollen... Gute Aussichten eigentlich im jetzigen Deutschland...
aquarelle 08.01.2013
...alles Mädchen! Frauen scheren sich prinzipiell mehr um Umweltbelange als Männer. Mich hätte dennoch eine männliche Sicht interessiert. Ich selbst habe in dieser Richtung studiert, weil ich das Gefühl hatte, nur so etwas zu [...]
...alles Mädchen! Frauen scheren sich prinzipiell mehr um Umweltbelange als Männer. Mich hätte dennoch eine männliche Sicht interessiert. Ich selbst habe in dieser Richtung studiert, weil ich das Gefühl hatte, nur so etwas zu erreichen. Dennoch rede ich zuhause gegen meinen Vater an, nicht mehr die Billig-Shirimps aus dem Aldi zu kaufen- vergebens. Das Problem ist, dass sich die Annehmlichkeiten des Lebens, Ökonomie und Umweltschutz stark widersprechen. Wichtig finde ich daher Umweltbildung, da sie Kindern von klein auf ein Umweltbewusstsein vermittelt, welches sie von ihren Eltern möglicherweise nie bekommen werden. Generell ist eigentlich jedes Kind der Natur aufgeschlossen, man muss es lediglich festigen und ausbauen, was nur im Rahmen von Schulunterricht möglich ist. Einmal im Jahr in den Zoo zu gehen reicht da nicht. Kindern sollte es auch auf jedenfall erlaubt sein, draußen zu spielen, sich schmutzig zu machen...Diese Über-Mütter, die ihrem Kind alles verbieten, sind da wenig hilfreich. Ich habe zwar nach wie vor das Gefühl, dass meine Arbeit ein Tropfen auf den heißen Stein bedeutet und ich wahrscheinlich sehr viel öfter frustriert sein werde als wirklich erfüllt, dennoch macht es mich glücklich der Natur etwas zurück zu geben und sollte ich selbst einmal Kinder haben, etwas dafür getan zu haben, dass sie noch eine Natur erleben können, wie ich das als Kind konnte.
Whitejack 08.01.2013
Ich wäre mir nicht unbedingt sicher, ob sich Männer da wirklich weniger darum scheren. Aber sei dem, wie es sei: Meine Erfahrung ist, dass es oftmals eine Frage des richtigen "Verkaufens" ist. Mit der Moralkeule [...]
Zitat von aquarelle...alles Mädchen! Frauen scheren sich prinzipiell mehr um Umweltbelange als Männer. Mich hätte dennoch eine männliche Sicht interessiert. Ich selbst habe in dieser Richtung studiert, weil ich das Gefühl hatte, nur so etwas zu erreichen. Dennoch rede ich zuhause gegen meinen Vater an, nicht mehr die Billig-Shirimps aus dem Aldi zu kaufen- vergebens.
Ich wäre mir nicht unbedingt sicher, ob sich Männer da wirklich weniger darum scheren. Aber sei dem, wie es sei: Meine Erfahrung ist, dass es oftmals eine Frage des richtigen "Verkaufens" ist. Mit der Moralkeule bewegt man meistens nicht besonders viel. Manche Dinge sind erfahrbar - wer mal eine Legefabrik gesehen hat, wird danach weniger gern auf Eier aus solchen Legebatterien zurückgreifen wollen. Und wer es dennoch tut, tut es wenigstens bewusst. Deshalb ist Bewusstmachung (eindeutig abzugrenzen von "Umerziehung") einer der zentralen Punkte des Umweltschutzes. Ein anderer Punkt ist die ökonomische/politische Frage. Und da muss man - leider, aber so ist die Gesellschaft heutzutage nun einmal, da hilft kein Bedauern - sich auch ökonomische bzw. politische Gründe zurechtlegen können. So ist z.B. ein sehr guter Grund für erneuerbare Energien die derzeit bestehende politische Abhängigkeit von Öl und Gas exportierenden Ländern. Klar, wer seine politischen Entscheidungen von Oligarchen oder Scheichs in Russland bzw. Saudi-Arabien abhängig machen möchte, der kann im rohstoffarmen Europa auch weiterhin auf fossile Brennstoffe setzen. Es gibt viele sehr vernünftige Argumente für Umweltschutz, erneuerbare Energien, eine verträgliche und nachhaltige Landwirtschaft usw. Meine Erfahrung ist, dass diese Argumente viel öfter akzeptiert werden als der bloße Moralappell. Das mag in den 90ern eher funktioniert haben, aber die heutige Zeit hat für gute Absichten nicht mehr viel übrig.
zaunkoenig1982 08.01.2013
"Der Wechsel zu alternativen Energien muss für die Menschen natürlich finanziell möglich sein, dabei würde ich sie gerne unterstützen. " schreibt eine der Damen. Wie geht das denn ? Verfügt die Schülerin über einen [...]
Zitat von aquarelle...alles Mädchen! Frauen scheren sich prinzipiell mehr um Umweltbelange als Männer...
"Der Wechsel zu alternativen Energien muss für die Menschen natürlich finanziell möglich sein, dabei würde ich sie gerne unterstützen. " schreibt eine der Damen. Wie geht das denn ? Verfügt die Schülerin über einen Geldspeicher Dagobertschen Ausmaßes? Im Ernst: Ein Grund, dass hier ausschließlich Mädchen zu Wort kommen, liegt m. E. an dem mangelnden technischen Interesse von Mädchen (Naturwissenschaften und Technik werden abgewählt) und damit nicht vorhandenem Wissen über Energieerzeugung und Logistik in einer modernen Gesellschaft, gepaart mit der Schönwetter-Naivität ("Alle Atomkraftwerke und Kohlekraftwerke sofort abschalten!"). Das ist für das Alter okay, aber in der Kombination mit Besserwisserei und Sendungsbewusstsein ("Man muss nur den Menschen erklären, dass bla bla bla") kaum erträglich. Bitte auf dem Ponyhof bleiben, bitte nicht in die Politik gehen.
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  • Dienstag, 08.01.2013 – 14:12 Uhr
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