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08. Januar 2013, 14:12 Uhr

Schülerinnen mit Ministerträumen

Lasst uns die Welt retten

Sie sind jung und opfern ihre Freizeit für die Umwelt, drei Schülerinnen engagieren sich in der Naturschutzjugend. Was würden sie tun, wenn sie Umweltministerinnen wären? Das erzählen sie dem Jugendmagazin "Yaez": ein neues Schulfach, mehr Ausflüge ins Grüne und weniger Fisch auf den Tellern.

Jede Woche gehen Flora und Carmen in ihren Garten, kümmern sich um Kräuterspiralen, Bienenstöcke und legen Hochbeete an - mitten in der Stadt. Die beiden Schülerinnen sind Mitglieder der Organisation Naturschutzjugend (NAJU) und haben zusammen mit anderen Jugendlichen einen Raum in der Berliner Innenstadt geschaffen, in dem sie Natur erleben können. Auch andere sind eingeladen, den "Guten Garten", wie die NAJU das City-Projekt nennt, kennenzulernen und dort mehr über ihre Umwelt zu erfahren.

Regelmäßig veranstalten Flora, Carmen und ihre Mitstreiter Themenabende, bei denen unterschiedliche umweltpolitische Punkte besprochen werden. Auch Lovis ist engagiert: Seit einem Jahr arbeitet sie in einer Jugendgruppe von Greenpeace mit, plant Flashmobs, spielt Straßentheater und produziert Filme. Sie will einfach gehört werden, sagt sie, obwohl sie noch nicht einmal wählen darf. Flora, Carmen und Lovis tun schon viel für die Umwelt.

Was sie noch alles tun würden, wenn sie könnten, haben sie dem Jugendmagazin "Yaez" erzählt. (Klicken Sie auf die Überschriften, um den Text zu lesen)

Flora, 17, will "Umweltlehre" als neues Schulfach einführen


"Als Umweltministerin würde ich versuchen, die Menschen darüber zu informieren, was gerade alles schiefläuft und was jeder Einzelne dafür tun kann, damit sich die Lage verbessert. Viele wissen ja gar nicht, was sie jeden Tag für die Umwelt tun können. Mein Ziel wäre es, den Menschen bewusst zu machen, welche Probleme durch die vielen Autos in den Städten entstehen können. Damit die Fortbewegung dort umweltschonender gestaltet werden kann, würde ich mich dafür einsetzen, dass die Städte fahrradfreundlicher werden.

So bekommen die Menschen einen Anreiz, öfter mit dem Fahrrad zu fahren. Außerdem sollten mehr elektrische Autos eingesetzt und die Forschung in diesem Bereich unterstützt werden. Wichtig wäre mir auch das Thema Umwelt in der Bildung. Ich selbst hatte schon in der Grundschule das Fach 'Umweltlehre'. Im Unterricht wurde uns dort erklärt, wie Papier hergestellt und wie Müll getrennt wird. 'Umweltlehre' würde ich am liebsten bundesweit durchsetzen, weil man so viel über die Umwelt erfährt und mit dem Bewusstsein aufwächst, wie wichtig Nachhaltigkeit ist.

Aktuell nehmen Politiker unsere Umweltprobleme nicht ernst genug. Es wird viel geredet, aber nicht wirklich viel in die Tat umgesetzt. Zum Beispiel, was die Energieversorgung betrifft. Mir wäre wichtig, dass unsere Ressourcen in Zukunft einfach besser genutzt werden und umweltfreundliche Energien einen größeren Stellenwert bekommen."

Carmen, 17, will aufklären

"Hätte ich das Sagen als Umweltministerin würde ich zuerst versuchen, den Flächenverbrauch zu minimieren, weil sich die Städte immer mehr ausweiten und ständig neue Einfamilienhäuser gebaut werden. Ich würde mehr Informationsmaterial zur Verfügung stellen, damit die Menschen auch von den Problemen erfahren, die durch zu hohen Flächenverbrauch entstehen. Ich würde sie dazu motivieren, sich eher in den Städten anzusiedeln und nicht außerhalb, vielleicht mit dem Anreiz, auch in der Stadt ein erschwingliches Grundstück zu bekommen.

Aufklärung wäre auch in anderen Bereichen nötig, zum Beispiel was den CO2-Verbrauch angeht. Ich würde versuchen, jeden Einzelnen zum Umdenken zu bewegen, beispielsweise könnte die Wärmedämmung der Häuser verbessert und dadurch viel Energie gespeichert werden. Ich würde mich umweltpolitisch auch für Neuerungen im Straßenverkehr einsetzen. So könnten noch mehr der 'Grünbrücken' für den Wildwechsel über Autobahnen entstehen.

Außerdem müsste meiner Meinung nach die Arbeit an den Schulen ausgebaut werden. Wenn ich mich dort umhöre, können sich die meisten meiner Mitschüler nicht mit dem Thema Umweltschutz identifizieren. Dabei ist es so wichtig, dass wir Schüler den Umweltschutz ernst nehmen. Es müsste dazu einfach mehr Projekte geben, mehr Ausflüge ins Grüne zum Beispiel, um eine Verbindung zur Natur aufzubauen. Generell würde ich mir wünschen, dass sich in Zukunft mehr Menschen dafür interessieren, wo und wie sie leben."

Lovis, 16, will weniger Fisch essen

"Könnte ich als Umweltministerin bestimmen, würde ich mich zuerst einem der ganz großen Umweltthemen in Deutschland widmen: der Atomkraft. Atomkraftwerke sind für mich untragbar, genauso wie Kohlekraftwerke. Ich würde mich damit beschäftigen, welche Alternativen es gibt, also welche Energien noch genutzt werden könnten. Dafür würde ich viel Geld in die Forschung investieren. Einen guten Ansatz sehe ich zum Beispiel schon in den Offshore-Windparks.

Auch anderswo sehe ich noch offene Baustellen, zum Beispiel in der Entwicklung von E10-Kraftstoff und Hybridautos. Die Einführung der Umweltplaketten finde ich sinnvoll, nur sollten die auch wirklich kontrolliert werden. Grundsätzlich würde ich versuchen, einen Umbruch in der Mobilität zu erreichen, zum Beispiel durch den Bau von noch mehr Stromtankstellen. Der Wechsel zu alternativen Energien muss für die Menschen natürlich finanziell möglich sein, dabei würde ich sie gerne unterstützen.

Ein weiteres wichtiges Thema für mich wäre die Überfischung. Die gibt es ja nicht nur in den großen Meeren, sondern auch in der Nord- und Ostsee, die dringend renaturiert werden müssen. Mein Ziel wäre es, verschwundene Fischarten wieder anzusiedeln, aber auch grundsätzlich bin ich dafür, weniger Fisch zu essen und beim Kauf von Fisch auf Umweltsiegel zu achten und darauf, dass die Fische nicht unbedingt aus Asien stammen. Umweltthemen sollten am besten schon in der Grundschule behandelt und Kinder dazu motiviert werden, mit anderen darüber zu sprechen - mit Freunden, aber auch zu Hause mit der Familie."

Von Erik Brandt-Höge (Text), Jan Kopetzky und Elena Wagner (Fotos) für das Jugendmagazin "Yaez"

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