US-Gericht: Schule darf Brüste-Bänder nicht verbannen
Die Armbänder von Brianna und Kayla sagen: Wir lieben Brüste. Ziemlich anstößig, fand eine amerikanische Schule und suspendierte die Mädchen. Ein Gericht gab den Mädchen nun recht. Der Schmuck diene einer guten Sache, urteilten die Richter.
"Ich liebe Brüste", das stand auf den roten, blauen und grünen Gummi-Armbändern der amerikanischen Teenager Brianna Hawk, 15, und Kayla Martinez, 14. Die Mädchen wollten sich mit jenen Frauen solidarisieren, die an Brustkrebs erkrankt sind; deswegen hatten sie die Bänder am "Breast Cancer Awareness Day" übergestreift. Ihrem Schulleiter passte das allerdings gar nicht: Er bewertete sie als anstößig, verbot die Bändchen und folgte damit dem Beschluss seines Bezirks. Die Schülerinnen weigerten sich - und wurden suspendiert. Dagegen hatten die beiden Klage eingereicht.
Nach drei Jahren Rechtsstreit urteilte bereits am Montag das zuständige Berufungsgericht in Philadelphia: Die Teenager können die Armbänder so lange tragen, wie sie wollen (Urteil als PDF in englischer Sprache). "Es ist aufregend zu wissen, dass wir etwas Wichtiges getan haben", sagte daraufhin Brianna Hawk.
Es sei eine Gratwanderung gewesen, sagten die Richter: Einerseits müssten die Schüler frei ihre Meinung äußern dürfen, andererseits müsse die Schule das Lernumfeld kontrollieren. Letztlich seien die Armbänder aber nicht unzüchtig, sondern wiesen auf ein Problem hin. Deswegen dürften sie nicht verbannt werden.
Anwalt John Freund III, der den Schulbezirk Easton vertrat, zeigte sich von dem Urteil wenig begeistert. Er sagte, die Richter ließen die Schulbezirke bei einer wichtigen Frage im Stich: Wie sollen Schulen künftig mit solchen Doppeldeutigkeiten umgehen? Wo sollen sie die Grenze ziehen?
Die Stiftung Keep A Breast aus Carlsbad, Kalifornien, verteilt die Bänder und will so auch Jugendliche auf Brustkrebs aufmerksam machen. Der Schulbezirk Easton, aus dem Kayla und Brianna kommen, sei einer von mehreren in den USA, der die Armbänder wegen seiner vermeintlich anstößigen Aussage verbietet, wie unter anderem die "Huffington Post" berichtet.
Die Beamten in Easton haben nun 90 Tage Zeit, um zu entscheiden, ob sie gegen dieses Urteil beim U.S. Supreme Court vorzugehen versuchen.
tim/AP
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