Haircode: US-Schule wirft Siebenjährige wegen Dreadlocks raus

Tiana Parker: "Ich finde, sie sollten mich meine Dreads haben lassen" Zur Großansicht
AP/dpa

Tiana Parker: "Ich finde, sie sollten mich meine Dreads haben lassen"

"Trendige Frisuren" verboten: Eine Schule in Oklahoma schloss eine Siebenjährige vom Unterricht aus, weil sie Dreadlocks trägt. Regeln für Frisuren und Kleidung an Schulen und Unis in den USA führen immer wieder zu Streit.

"Warum bist du so traurig?", fragt der Reporter des Senders Fox News das kleine Mädchen mit der pinkfarbenen Schleife im Haar, das auf den Boden vor sich starrt. "Weil sie meine Dreads nicht mögen", schluchzt sie. "Ich finde, sie sollten mich meine Dreads haben lassen."

Doch die Schule von Tiana Parker aus Tulsa im Bundesstaat Oklahoma ließ nicht mit sich reden: Sie warf die Siebenjährige aus dem Unterricht, weil ihre Haare gegen die Regeln der Schule verstießen: In der sogenannten Schulverfassung waren bislang Dreadlocks und andere "trendige Frisuren" wie Cornrows oder Irokesen verboten. Zum Vater des Mädchens sollen Schulverantwortliche gesagt haben, das Mädchen sehe "nicht vorzeigbar" aus.

Die strikten Regeln, mit denen US-Schulen sich in das Verhalten und Aussehen ihrer Schüler einmischen, führen immer wieder zu Kontroversen: In den vergangenen zwei Jahren mussten Schüler dort ihr Recht auf Ugg-Boots, Rosenkränze, Nasenstäbe und Armbänder mit der Aufschrift "Ich liebe Brüste" verteidigen. Auch Umarmungen auf dem Pausenhof werden mancherorts nicht gerne gesehen.

Dreadlocks sind für Geschäftsleute nicht schicklich

In den vergangenen Wochen waren es vor allem Dreadlock-Verbote an überwiegend von Afro-Amerikanern besuchten Lehranstalten, die in den Medien für Aufregung sorgten. Die Schule in Tulsa, die Tiana Parker vom Unterricht ausschloss, entschuldigte sich nach dem öffentlichen Aufschrei bei dem Mädchen und überarbeitete seinen Haircode.

Die BWL-Fakultät an der Hampton-Universität, einst als Hochschule für befreite Sklaven gegründet, verteidigte ihr seit zwölf Jahren bestehendes Verbot für männliche Studenten, die unter Afroamerikanern beliebten Frisuren zu tragen. Der Dekan der Fakultät sagte, sie seien "für Geschäftsmänner nicht schicklich".

Tiana Parker kann das herzlich egal sein. Ihre Eltern entschieden sich, die Einserschülerin an eine neue Schule zu schicken. Eine, in die sich mehr dafür interessiert, was ihr Kind im Kopf hat als obendrauf.

ade/AP

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1. US-Schule wirft Siebenjährige wegen Dreadlocks raus
Phoenix2006 26.09.2013
Eindeutiger Verstoss gegen die UN-Menschrechscharta und die Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika!!! link:http://www.unric.org/de/menschenrechte/16
2. ...
cato. 26.09.2013
Zitat von sysop"Trendige Frisuren" verboten: Eine Schule in Oklahoma schloss eine Siebenjährige vom Unterricht aus, weil sie Dreadlocks trägt. Regeln für Frisuren und Kleidung an Schulen und Unis in den USA führen immer wieder zu Streit. US-Schule in Oklahoma wirft Siebenjährige wegen Dreadlocks raus - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/schulspiegel/leben/us-schule-in-oklahoma-wirft-siebenjaehrige-wegen-dreadlocks-raus-a-924608.html)
Naja neben dem Irsinn der sonst noch in den USA läuft (da wird z.B. ein Student daran gehindert auf dem Campus US Verfassungen zu verteilen, wenn er sich nicht lange vorher anmeldet) wirkt dass hier ja noch wie etwas, dass auch in Deutschland vorkommen kann, Stichwort Kleiderordnung. Da kann man sich jetzt natürlich drüber aufregen, sollte aber erst einmal die Misstände im eigenen Haus beseitigen ...
3.
gog-magog 26.09.2013
Zitat von sysop"Trendige Frisuren" verboten: Eine Schule in Oklahoma schloss eine Siebenjährige vom Unterricht aus, weil sie Dreadlocks trägt. Regeln für Frisuren und Kleidung an Schulen und Unis in den USA führen immer wieder zu Streit. US-Schule in Oklahoma wirft Siebenjährige wegen Dreadlocks raus - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/schulspiegel/leben/us-schule-in-oklahoma-wirft-siebenjaehrige-wegen-dreadlocks-raus-a-924608.html)
Die USA haben es längst überwunden, das Land der Freiheit und der grenzenlosen Möglichkeiten zu sein. Da darf man seinen Kindern alle möglichen kuriosen und unsinnigen Namen geben, aber sie machen Vorschriften mit der Frisur - wie absurd.
4. Das Land der unbegrenzen Möglichkeiten
magoan 26.09.2013
Dummerweise merken die Amis nicht in welche Richtung ihr angeblicher so toller Staat sich dreht. Da wird in den Betrieben überwacht auf Teufel komm raus. Die Bürger werden weiterhin von ihren Bankern abgezockt. Die Leute von Goldman Sachs bekommen wieder ihre hohe Boni und von den Typen mußte keiner ins Gefängnis. Früher haben wir die Amis eher bewundert, heute ernten sie fast nur noch Spott und Verachtung auf der ganzen Welt und sie merken es nicht mal, ich hab da bald auch kein Mitleid mehr, wenn sie jetzt nur noch ihn ihren 8 Zylindern übernachten können. Überheblichkeit kommt vor dem Fall.
5. so viel...
CHANGE-WECHSEL 26.09.2013
zur viel beschworenen amerikanischen Freiheit seiner Bürger. Das Land entwickelt sich immer mehr zu Lachnummer.
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