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Konsumstudie: Jedes vierte Kind hat ein Smartphone

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Mehr Geldgeschenke, Smartphones, Tablets: Deutsche Kinder sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Sie horten Milliarden an Sparguthaben, entscheiden über Urlaub und Familieneinkäufe mit - und sind deshalb im Visier der Unternehmen.

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Geldsorgen müssen sich deutsche Kinder kaum machen: Schon bei den Vorschulkindern bekommen mehr als die Hälfte (53 Prozent) regelmäßig Geld - 12,82 Euro Taschengeld pro Monat lassen Eltern durchschnittlich springen. Und im Alter von 6 bis 13 Jahren liegt der monatliche Durchschnittsbetrag sogar bei 27,50 Euro. Die Summe ist damit im Vergleich zum Vorjahr zwar nicht gestiegen, wird aber noch durch Bargeld-Geschenke ergänzt. An Weihnachten, zum Geburtstag oder auch an anderen Feiertagen kommen im Laufe des Jahres noch einmal 189 Euro dazu - ein sattes Plus von 19 Euro gegenüber 2013.

Insgesamt stehen den Kinder zwischen 6 und 13 Jahren damit 519 Euro jährlich zur Verfügung. Die Zahlen stammen aus der aktuellen Kids VerbraucherAnlayse (KidsVA), einer jährlich durchgeführten Marktstudie verschiedener Institute für den Egmont Ehapa Verlag. Untersucht wird vor allem die Mediennutzung, aber auch ganz generell das Konsumverhalten der Kinder. Um deren Kaufentscheidungen zu verstehen, wurden dafür im Frühjahr 2014 mehr als 1600 Doppelinterviews mit jeweils einem Kind und einem Elternteil durchgeführt. Hinzu kamen noch knapp 400 Einzelinterviews mit Vorschülern.

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Aus Sicht der Unternehmen sind die Daten vor allem deshalb interessant, weil sie Einblick in das Konsumverhalten einer großen Zielgruppe geben: 5,83 Millionen Kinder in Deutschland sind zwischen 6 und 13 Jahren alt, hinzu kommen noch einmal 1,39 Millionen Vorschüler im Alter von vier und fünf Jahren.

Insgesamt also 7,42 Millionen Kinder, die eine echte Wirtschaftsmacht bilden: Sie entscheiden bei Familienausflügen (94 Prozent) genauso mit wie bei Möbeln für das Kindernzimmer (75 Prozent) oder bei der Planung des nächsten Urlaubs (64 Prozent). Ihr eigenes Taschengeld investieren sie dagegen lieber kleinteilig: in Süßigkeiten (65 Prozent), Zeitschriften und Comics (50 Prozent) oder Fast Food, Eis und Getränke.

Für die größeren Anschaffungen sind dagegen die Eltern zuständig: Immerhin 35 Prozent der 6-13-Jährigen haben ein eigenes Tablet oder einen PC. Bei den Smartphones stellt die Studie die größten Veränderungen zum Vorjahr fest: Jedes vierte Kind hat mittlerweile ein Smartphone, fast doppelt so viele wie noch vor einem Jahr - und die Geräte werden von der Mehrheit vor allem zum Spielen eingesetzt. Fast drei Stunden täglich sind Jugendliche in Deutschland online, 135 Mal schauen sie auf ihr Handy - das haben Forscher der Uni Bonn in einer weiteren Studie herausgefunden.

Weniger Stofftiere

Allerdings gibt es nach wie vor auch einen großen Bestand an klassischem Spielzeug: In neun von zehn Kinderzimmern liegen Brett- und Kartenspiele, Puzzle besitzen 85 Prozent der Kinder. Rückläufig sind dagegen die Zahlen bei Stoff- und Plüschtieren (81 Prozent, 2013 waren es noch 85 Prozent) und bei Spielzeugreihen wie Playmobil oder Lego (minus 6 Prozent auf jetzt 79 Prozent).

Imposant sind die Hochrechnungen der KidsVA für alle deutschen Kinder - und sie zeigen noch einmal, warum die Minderjährigen für die Firmen so interessant sind: Schon die Vier-Fünfjährigen verfügen dieses Jahr über 269 Millionen Euro an Einnahmen - und sie haben bereits 440 Millionen gespart. Bei den Kinder zwischen 6 und 13 Jahren liegen die Zahlen noch deutlich höher: Sie erhalten durch Taschengeld und Bargeld-Geschenke im laufenden Jahr 2,68 Milliarden Euro und haben mit 2,42 Milliarden Euro fast noch einmal dieselbe Summe angespart.

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