Schüler und ihre Smartphones: "Am Esstisch ist handyfreie Zone"

Von Yasmin Ortega Quiñonez

3. Teil: Benedict, 15 - "Nur 30 Sekunden... Aber es dauert immer länger"

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"Ich werde ein bisschen unruhig, wenn das Handy summt und ich nicht gleich gucken kann. Ich halte es nicht aus, die Nachricht nicht zu lesen und einfach weiter meine Hausaufgaben zu machen.

Manchmal hält mich das Handy von wichtigen Aufgaben ab. Es ist eben sehr einfach, sich so abzulenken. Deswegen muss ich auch aufpassen, dass ich nicht zu oft damit rumhantiere. Im Unterricht etwa: Ich denke immer, dass es nur 30 Sekunden dauert, auf das Handy zu gucken und zurückzuschreiben. Doch es dauert immer länger. Eigentlich ist es richtig, es auszumachen und erst nach dem Unterricht wieder anzumachen.

Seitdem mir mein Smartphone kaputt gegangen ist, habe ich nur so einen Knochen. Damit kann ich wirklich nur SMS schreiben und telefonieren. Einige Zeit hatte ich sogar gar kein Handy. Das hat mich sehr gestört, und mir ist klar geworden, wofür ich das Handy eigentlich brauche. Es ist halt doof, wenn ich verabredet bin, komme zehn Minuten später und die Freunde sind nicht da. Kommen sie noch? Sind sie schon weg? Wo finde ich sie?

Mit meinem Knochen komme ich zur Zeit ganz gut klar, werde mir aber wohl bald wieder ein Smartphone kaufen. Es ist eben doch komfortabler. Facebook würde ich mehr vermissen als ein Smartphone. Über Facebook kommunizieren wir ziemlich viel, Partys würde ich beispielsweise gar nicht mitbekommen. Aber bei Facebook irgendwelche Statusmeldungen von irgendwelchen Leuten angucken - das muss ja eigentlich nicht permanent sein. Aber wenn ich die Möglichkeit habe, tue ich es trotzdem. Paradox, ich weiß."

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insgesamt 115 Beiträge
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1. "Ein Bisschen"
neejah 11.01.2013
Zitat von sysopSPIEGEL ONLINENicht ohne mein Handy: Jugendliche hegen und pflegen ihr Smartphone, es ist ihr wichtigstes Statussymbol, sie haben es immer dabei. Zehntklässler verraten, ob sie noch ohne könnten. Und ihr Lehrer berichtet, wie die Telefone den Schulalltag verändern. http://www.spiegel.de/schulspiegel/leben/wie-schueler-in-schule-und-alltag-ihre-handys-und-smartphones-nutzen-a-869370.html
Er hat lange gespart und die Eltern haben "ein bisschen" was dazugegeben?! Ich konnte mir mit Taschengeld und Nebenjob in meiner Schulzeit kein 700€ Handy leisten. Ganz abgesehen davon, dass meine Eltern mich unterstützt hätten und mir immer klar gemacht haben, dass dieser Rüstungswettlauf "Wer hat das Beste" mich als Menschen nicht ausmacht und es wichtigere Dinge im leben gibt. Heutzutage ist das wohl zu anstrengend, da gibt man lieber "ein bisschen" dazu und hat seine Ruhe.
2. Lebensfremde Lehrer
fisch67 11.01.2013
Es erstaunt mich immer wieder, wie wenig Ahnung Lehrer vom echten Leben, also dem Leben ausserhalb der Schule, haben.
3.
Cey 11.01.2013
Ich vermute, in spätestens einem jahrzehnt wird es sich kaum ein Arbeitnehmer leisten können, von Technik und Software keine Ahnung zu haben. Je eher man sich mit der modernen Technik auseinander setzt, desto größer ist der Vorteil, den man später der Konkurrenz gegenüber hat.
4. was tun mit so einem Ding?
HB8 11.01.2013
Karteikarten Apps: hervorragende Motivation für die Kinder sich Fremdsprachvokabeln oder anderen Dinge, die stupide auswendig gelernt werden müssen, reinzuziehen. Fremdsprach App oder Webseite: wie wird das Wort XXX in der Sprache YYY ausgesprochen. Mit wenigen Klicks weiß man dies. Nachschlagewerke für nahezu alle Bereiche und Themen (wann war der 30jährige Krieg?, wie hieß doch gleich die 3. binomische Formel?) ..... Ich meine der Lehrer hat recht, wenn er sich wünscht: "Uns muss eigentlich gezeigt werden, welche Möglichkeiten wir haben, mit Smartphones an Informationen heran zu kommen. Das wäre wirklich erhellend." Zu begrüßen wäre es natürlich auch, wenn die Schüler darüber Bescheid wissen.
5.
unkunkel 11.01.2013
Gibt auch Smartsphones, die günstiger als 700 € sind. Auch ein nicht mehr ganz brandneues, soeben auf dem Markt erschienenes Handy taugt als Statussymbol ;) Und die gibt es dann leicht schon ab ca. 300 €. Das sollte man als Schüler schaffen können.
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