Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Bundesweite Warnstreiks: 4000 Lehrer bleiben dem Unterricht fern

Arbeitskampf der Lehrer: "Wir brauchen junge Lehrer" Fotos
DPA

Heute keine Schule: In fünf Bundesländern haben mehrere Tausend angestellte Lehrer für ein Lohnplus und bessere Absicherung im Alter gestreikt. Die Bildungsgewerkschaft GEW nennt das Vorgehen der Arbeitgebervertreter zynisch.

Berlin - In mehreren Regionen Deutschlands haben laut der Bildungsgewerkschaft GEW rund 4000 Lehrer, Pädagogen und Mitarbeiter an Hochschulen die Arbeit niedergelegt.

In Nordrhein-Westfalen streikten am Donnerstag rund 1700 Beschäftigte. In den Regierungsbezirken Münster und Arnsberg beteiligten sich rund tausend angestellte Lehrer an dem Streik, an der Universität Köln 500 Mitarbeiter sowie an Hochschulen und Gerichten in Dortmund etwa 200.

Die GEW-Landesvorsitzende von NRW, Dorothea Schäfer, griff in ihrer Streikrede die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) an, die einen Tarifvertrag für die bundesweit rund 200.000 Lehrkräfte im Angestelltenverhältnis blockiere: Es sei "zynisch", wenn die TdL einen Tarifvertrag als zu teuer ablehne. "Eine gute und gerechte Bezahlung für die, die für die Bildung und Erziehung unserer Kinder verantwortlich sind, ist gut investiertes Geld in die Bildung."

In Mecklenburg-Vorpommern nahmen rund 1100 Landesbeschäftigte an dem Ausstand teil. Nach Gewerkschaftsangaben wurden alle Schulen in den Landkreisen Vorpommern-Rügen und Vorpommern-Greifswald bestreikt, mehr als die Hälfte von ihnen komplett. Wie schon an den Vortagen fiel Unterricht an Schulen aus.

Zum ersten Mal in dieser Woche traten auch Lehrkräfte in Thüringen in den Warnstreik: Rund 300 beteiligten sich an Aktionen in Westerengel, Ilmenau und Nordhausen. Die GEW-Landesvorsitzende Kathrin Vitzthum sagte, es gehe um Gerechtigkeit. "Einschnitte in die betriebliche Rente der Beschäftigten wird es mit uns nicht geben."

In Reutlingen, Tübingen und Ulm folgten etwa 200 angestellte Lehrer dem Aufruf der GEW. Nach Schätzungen der Bildungsgewerkschaft fielen dadurch in Baden-Württemberg etwa 800 Stunden Unterricht aus. Auch in Sachsen-Anhalt nahmen rund 200 Lehrer an Streikaktionen teil.

Die Gewerkschaften fordern für die 200.000 angestellten Lehrer unter anderem 5,5 Prozent mehr Geld, mindestens aber 175 Euro monatlich mehr im Monat. Hauptgründe für den bisher ergebnislosen Verlauf der Tarifverhandlungen waren Differenzen über die betriebliche Altersvorsorge und die tarifliche Eingruppierung der angestellten Lehrer.

Neben Ver.di und der GEW ruft auch der Verband für Bildung und Erziehung (VBE) zu Warnstreiks auf. Der VBE-Bundesvorsitzende Udo Beckmann sagte, es sei "vorsintflutlich, dass die Arbeitgeber der Länder nach Gutdünken selbst entscheiden können, wie sie ihre angestellten Lehrkräfte bezahlen wollen".

Am Freitag sind Warnstreiks der Lehrkräfte in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt (Magdeburg und Bitterfeld) geplant.

In der nächsten Woche wollen die Gewerkschaften ihre Aktionen ausweiten und rufen etwa in Berlin (11. März), Nordrhein-Westfalen (12. März) und Baden-Württemberg (13. März) zu ganztägigen Warnstreiks aller Landesbeschäftigten auf. Die nächste Verhandlungsrunde zwischen Gewerkschaften und TdL findet am 16. und 17. März in Potsdam statt.

kha/dpa

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 17 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. toll
fring00 05.03.2015
Ich finde es super, was ihr auf die Beine stellt. Ich bin emotional ganz nah bei euch. Bleibt hart in der Sache. Als beamteter Lehrer kann ich euch leider nicht direkt unterstützen Aber die Gutsherrenart der AG geht mir schon lange auf den Geist. Viel Erfolg
2. Kein Verständnis
khaaldrogu 05.03.2015
Wie fühlt es sich für Menschen an, die keine 1000 Euro nach Hause bringen, wenn ihr mit 3500 Euro pro Monat auf die Straße geht??? Bei allem Verständnis für Eure Sache: Wir sprechen da doch von Luxuxprobleme. Lehrer haben Luxusprobleme verglichen mit anderen Beschäftigten, die sich an Zielen, befristeten Verträgen, Praktika oder ähnlichem messen müssen und KEINE Lebensplanung hinbekommen! Ich fordere deshalb die Abschaffung des Beamtenstatus für Lehrer oder die Einführung einer 10jährigen Probephase mit messbaren, realistischen Zielen, die wenn erfüllt zu einer Beamtung führen können! Bitte nicht mit dem Üblichen Müll kontern, von wegen freie Beufswahl, blablabla.
3.
evilbernd 05.03.2015
Zitat von khaaldroguWie fühlt es sich für Menschen an, die keine 1000 Euro nach Hause bringen, wenn ihr mit 3500 Euro pro Monat auf die Straße geht??? Bei allem Verständnis für Eure Sache: Wir sprechen da doch von Luxuxprobleme. Lehrer haben Luxusprobleme verglichen mit anderen Beschäftigten, die sich an Zielen, befristeten Verträgen, Praktika oder ähnlichem messen müssen und KEINE Lebensplanung hinbekommen! Ich fordere deshalb die Abschaffung des Beamtenstatus für Lehrer oder die Einführung einer 10jährigen Probephase mit messbaren, realistischen Zielen, die wenn erfüllt zu einer Beamtung führen können! Bitte nicht mit dem Üblichen Müll kontern, von wegen freie Beufswahl, blablabla.
Mal wieder ein Beitrag, der "den üblichen Müll" reproduziert und von absoluter Ahnungslosigkeit zeugt. Die Kollegen, die da streiken, sind a) keine Beamten (also was hat das Gefasel mit dem Beamtenstatus mit dem Thema zu tun?) b) Haben ganz sicher keine 3.500 Euro pro Monat (die hat man mit A13 irgendwann mal in der Endphase vielleicht) c) leiden oft genug unter befristeten Verträgen und werden zu den Ferien gekündigt daher fasse ich den Inhalt ihres Beitrages, bezogen auf das Thema, mal kurz zusammen "blablabla".
4. ach ja
evilbernd 05.03.2015
Zitat von khaaldroguWie fühlt es sich für Menschen an, die keine 1000 Euro nach Hause bringen, wenn ihr mit 3500 Euro pro Monat auf die Straße geht??? Bei allem Verständnis für Eure Sache: Wir sprechen da doch von Luxuxprobleme. Lehrer haben Luxusprobleme verglichen mit anderen Beschäftigten, die sich an Zielen, befristeten Verträgen, Praktika oder ähnlichem messen müssen und KEINE Lebensplanung hinbekommen! Ich fordere deshalb die Abschaffung des Beamtenstatus für Lehrer oder die Einführung einer 10jährigen Probephase mit messbaren, realistischen Zielen, die wenn erfüllt zu einer Beamtung führen können! Bitte nicht mit dem Üblichen Müll kontern, von wegen freie Beufswahl, blablabla.
bitte definieren Sie diese messbaren und realistischen Ziele einmal kurz, damit man eine Diskussionsgrundlage hat (welche Ziele sollen wie gemessen und nach welchen Kriterien ist ein Ziel realistisch?).
5.
fridagold 05.03.2015
Zitat von khaaldroguWie fühlt es sich für Menschen an, die keine 1000 Euro nach Hause bringen, wenn ihr mit 3500 Euro pro Monat auf die Straße geht??? Bei allem Verständnis für Eure Sache: Wir sprechen da doch von Luxuxprobleme. Lehrer haben Luxusprobleme verglichen mit anderen Beschäftigten, die sich an Zielen, befristeten Verträgen, Praktika oder ähnlichem messen müssen und KEINE Lebensplanung hinbekommen! Ich fordere deshalb die Abschaffung des Beamtenstatus für Lehrer oder die Einführung einer 10jährigen Probephase mit messbaren, realistischen Zielen, die wenn erfüllt zu einer Beamtung führen können! Bitte nicht mit dem Üblichen Müll kontern, von wegen freie Beufswahl, blablabla.
Komisch, genau um diese Probleme geht es bei den Lehrern doch: Befristete Verträge, Springerstellen, Teilzeitverträge und all solche Dinge, die Lebensplanung unmöglich machen. Verbeamtete Lehrer streiken ja nicht. Erstens dürfen sie nicht und zweitens geht's denen deutlich besser als den Angestellten. Eben darum geht es ja. Also informieren Sie sich nächstes Mal, bevor Sie eine für Sie peinlich uninformierte Meinung absondern.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Social Networks