Schüler und Lehrer bei Facebook: Die Regeln der Freundschaft

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Peinliche Partyfotos, Lästereien, Liebesschwüre: Sollten Schüler und Lehrer das voneinander sehen? Dürfen sie sich bei Facebook befreunden? Regeln dafür hat kaum eine Schule. Jetzt verraten im SchulSPIEGEL je drei Pädagogen und Jugendliche, was sie online preisgeben - und wer neugieriger ist.

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Lehrer und Schüler bei Facebook: Ein Freund, ein guter Freund
Die Antwort kommt schnell, als ein Schüler bei Facebook fragt: "Jemand Schubert in der 10. in Chemie gehabt? Bräuchte die 1. KA vom letzten Jahr!" Es dauert nur fünf Minuten, bis eine Schülerin schreibt: "Ja, ich." Sie hat die Klausur bei Lehrer Schubert schon einmal geschrieben und lästert: "Der ist echt dämlich, der macht immer die gleichen Klausuren..."

Was die Schüler nicht bedachten: Ihr angeblich so dämlicher Lehrer ist auch bei Facebook. Am Abend kommentiert er: "Da habe ich heute Nacht wohl noch was zu tun. Ihr aber auch."

Ob dieser Dialog, der als Screenshot im Internet kursiert, echt ist oder ein Witz, ist nicht ganz klar. Sicher ist, dass das Aufeinandertreffen von Lehrern und Schülern bei Facebook Alltag ist. Und dass nicht nur Schüler, sondern auch Lehrer sich im Netz entblößen und so Schwierigkeiten kriegen, wie der Fall unvorsichtig lästernder Lehrer in England kürzlich zeigte. Allein in Deutschland will Facebook 20 Millionen aktive Nutzer haben; eine Generation wächst mit der Plattform auf. Und auch in den Lehrerzimmern sitzen technikbegeisterte Pädagogen, die sich mit Facebook beschäftigen.

Das wirft neue Fragen auf: Wie sollen Schüler und Lehrer im Netz miteinander umgehen? Dürfen sie sich virtuell befreunden? Geht es Lehrer etwas an, was ihre Schüler in ihrer Freizeit in dem sozialen Netzwerk veröffentlichen? Und wie ist es umgekehrt?

Kaum Empfehlungen gibt es bisher dazu. Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, sagt zum Thema Facebook-Freunde: "Wir haben keine Leitlinien. Generell raten wir Lehrern zur Zurückhaltung, vor allem bei Freundschaftsanfragen. Es wird eine Kommunikationsebene vorgegaukelt, die sich in der Schule nicht widerspiegeln kann." Kraus selbst hat bislang keinen Facebook-Zugang, erkennt aber an: "Für junge Leute sind die Netzwerke Teil ihrer Lebensrealität." Sollten Pädagogen nicht Teil dieser Realität sein?

Vor kurzem hat eine Hauptschule in Hamm, NRW, Regeln für die Facebook-Nutzung ihrer Lehrer festgelegt. Wenn ein Lehrer der Schule mit seinen Schülern interagiert, muss er dafür ein zweites Profil anlegen. Nicht jeder im Kollegium ist damit glücklich: "Ich muss nun zwei Profile pflegen, das ist umständlich und zeitaufwendig", sagt Lehrerin Marie-Theres Johannpeter.

Der SchulSPIEGEL hat Lehrer und Schüler gefragt, wie sie Facebook handhaben. Je drei verraten, was sie von sich preisgeben - und was sie der anderen Seite raten. Zum Weiterlesen klicken Sie auf die Fotos und Überschriften...

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