Schulanfang: Busfahrer setzt Erstklässler an Endstation aus

Schreck bei der ersten Fahrt im Schulbus: Ein rheinland-pfälzischer Busfahrer fuhr mit drei Sechsjährigen an Bord bis zur Endstation und setzte sie dort einfach ab. Die Kinder hatten wohl den Halteknopf nicht gedrückt. Die Eltern sind erbost.

Schulkinder auf dem Heimweg (Symbolbild): Aufgepasst, Endstation! Zur Großansicht
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Schulkinder auf dem Heimweg (Symbolbild): Aufgepasst, Endstation!

Weil er drei Erstklässler bis zur Endhaltestelle fahren ließ, hat sich ein Busfahrer in Rheinland-Pfalz den Zorn mehrerer Eltern zugezogen. Statt in Rimsberg habe er die zwei Mädchen und den Jungen erst 15 Kilometer weiter abgesetzt und dann sich selbst überlassen, sagte der Vater eines der Kinder.

Die Erstklässler hatten offenbar den Halteknopf nicht gedrückt. Aus dem gleichen Grund soll der Fahrer zuvor einen Zweitklässler an einer späteren Haltestelle abgesetzt haben. Die "Rhein-Zeitung" berichtete am Dienstag über die Vorfälle, die sich bereits am Mittwoch vergangener Woche ereignet hatten - dem ersten Tag, an dem die Kinder den Schulbus benutzten.

Der erboste Vater sagte, die Kinder hätten weder Geld noch Handys dabei gehabt. Der Fahrer hätte nach Ansicht der Eltern an allen vier Stationen der Linie halten müssen, um Kindern das Aussteigen zu ermöglichen. In Rimsberg sei er einfach vorbeigefahren, sagte der Vater, der zu diesem Zeitpunkt an der Haltestelle stand. Schließlich seien die Sechsjährigen "aufgelöst und heulend" von den Müttern eingesammelt worden, die ihre Kinder vermisst hatten und die Strecke abgefahren waren. An der Endhaltestelle Baumholder hatten sich laut "Rhein-Zeitung" bereits einige Realschülerinnen der Kinder angenommen.

Die Kreisverwaltung Birkenfeld prüft nun mögliche strafrechtliche Konsequenzen gegen das Busunternehmen ORN Omnibusverkehr Rhein-Nahe GmbH, das die Strecke betreibt. "Wir haben eine Stellungnahme eingefordert", sagte der Birkenfelder Dezernent für Nah- und Schulverkehr, Hans-Jürgen Brünesholz.

Die Eltern der Kinder wollen erreichen, dass der Busfahrer bestraft wird. Deshalb forderten sie den zuständigen Birkenfelder Landrat auf, den Busfahrer wegen Aussetzung von Schutzbefohlenen anzuzeigen.

son/dpa

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