Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Länder-Ranking der Wirtschaftslobby: Sachsen ist Bildungssieger

Von

Bildungsmonitor 2014: Sachsen top, Berlin flop Zur Großansicht
DPA

Bildungsmonitor 2014: Sachsen top, Berlin flop

Die Betreuung der Schüler ist sehr gut, die Qualität der beruflichen Ausbildung vorbildlich: Sachsen schneidet im Bildungsmonitor 2014 am besten ab - und hängt andere Bundesländer ab.

Welches Bundesland hat das beste Bildungssystem? Wo haben Schüler und Studenten gute Lernbedingungen? Wo sieht es besonders mies aus? Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) und die arbeitgebernahe Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) haben sich diese Fragen in ihrem neuesten Bildungsmonitor 2014 erneut gestellt.

Ihre Antwort: Sachsen liegt vorn und ist damit der aktuelle Bildungssieger. "Sachsen weist eine exzellente Förderinfrastruktur auf, überzeugt durch hohe Schulqualität und vermeidet sehr erfolgreich das Entstehen von Bildungsarmut", heißt es im Bildungsmonitor, der in diesem Jahr zum elften Mal veröffentlicht wird. Hinter Sachsen folgen Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg.

Am unteren Ende des Rankings finden sich Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Berlin - aus ganz unterschiedlichen Gründen: Brandenburg sammelte Minuspunkte bei der Integration von benachteiligten Schülern aus bildungsfernen Familien, bei der beruflichen Bildung und im Bereich der Kooperation von Forschungseinrichtungen und Schulen.

Nordrhein-Westfalen leidet unter großen Klassen, schlechter Schulqualität und fehlender Bekämpfung von Bildungsarmut. Und Berlin hat zwar relativ kleine Klassen, allerdings verlieren hier viele Schüler zu viel Zeit im Ausbildungssystem, kritisieren die Autoren des Berichts. Auch bei der Bekämpfung von Bildungsarmut hinke die Hauptstadt hinterher.

  Bundesländer-Ranking im Bildungsmonitor 2014 : Auftraggeber ist die arbeitgebernahe Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) Zur Großansicht
IW

Bundesländer-Ranking im Bildungsmonitor 2014: Auftraggeber ist die arbeitgebernahe Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM)

Gleichwohl gebe es aber auch in Bundesländern, die im unteren Bereich landeten, "verschiedene Leuchttürme". So liege Rheinland-Pfalz bei der Integration von Migrantenkindern vorn, Bremen im Bereich Hochschule und naturwissenschaftliche Disziplinen, Berlin bei der Forschung und Schleswig-Holstein beim effizienten Umgang mit Zeit im Bildungssystem.

Im Vergleich zum Vorjahr konnten sich vor allem zwei Bundesländer verbessern: Das Saarland punktete beim Bildungsmonitor mit einem Ausbau dualer Studiengänge, Hamburg wird von den Wirtschaftsvertretern für den starken Ausbau von Ganztags-Grundschulen und für mehr Fremdsprachenunterricht an Berufsschulen gelobt.

Für die Bewertung der Bundesländer haben die Autoren 93 Einzelindikatoren ausgewertet - vom Lehrer-Schüler-Verhältnis bis zur Qualität der beruflichen Ausbildung, von den Bildungsausgaben im Landeshaushalt bis zu den Fortschritten bei der Integration oder dem Zeitmanagement in Schulen und Hochschulen.

"Es muss die oberste Priorität unseres Bildungssystems sein, alle teilhaben zu lassen", sagt INSM-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr und nennt weitere wichtige Ziele aus Sicht der Wirtschaft: "Der Ausbau der Ganztagseinrichtungen sollte weiter vorangetrieben werden, und wir müssen den Anteil junger Erwachsener ohne Berufsausbildung weiter senken." Ein Sonderkapitel des Berichts befasste sich auch mit der Frage, welche Leistungs- und Wissensunterschiede es zwischen G8- und G9-Abiturienten gibt.

Der Bundesländervergleich, bei der verschiedene Bildungsstudien sowie Daten von Kultusministerkonferenz und Statistischem Bundesamt ausgewertet werden, geht auf einen Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) zurück. Die Initiative wird von den Arbeitgeberverbänden der Metall- und Elektroindustrie finanziert.

Studie zum Turbo-Abi: G8-Stress gibt es gar nicht

Mit Material von dpa

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 86 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Kündigt der SPIEGEL
grübelitis 19.08.2014
seine endgültige journalistische Wende an? kein Tag mehr ohne Untersuchung des Bildungswesens durch die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft! Wurde da nicht gestern schon alles Notwendige dazu gepostet?
2. Sachsen ist König
bumminrum 19.08.2014
maximal unter den Blinden. Am Gynasium meiner Kinder in Sachsen haben wir derzeit ca. 10 % Unterichtsausfall aufgrund fehlender Lehrer. Zudem ist die Benotung der Schüler aufgrund höherer Anforderungen gegenüber anderen Bundesländern strenger. Das bedeutet, dass bei Nummerus Clausus Fächern bei der Studienbewerbung meine Kinder trotz besserer Leistungen stark benachteiligt werden. Ein tolles System und Ergebnis.
3. Und was
professorA 19.08.2014
Zitat von sysopDPADie Betreuung der Schüler ist sehr gut, die Qualität der beruflichen Ausbildung vorbildlich: Sachsen schneidet im Bildungsmonitor 2014 am besten ab - und hängt andere Bundesländer ab. http://www.spiegel.de/schulspiegel/schule-sachsen-hat-das-beste-schulsystem-der-bundeslaender-a-986849.html
hat das mit "Wirtschaftslobby" zu tun? Oder sind bei SPON Urteile von Leuten, die mit dem realen Wirtschaftsleben zu tun haben, per se eher etwas Negatives? Wir alle sollten froh sein, dass es noch Länder gibt, bei denen es wichtiger ist, dass die Schüler Kenntnisse und Fertigkeiten erwerben, mit denen sie im Beruf erfolgreich sein und zum Wohlstand unseres Landes beitragen können. Wer wertvolle Schulzeit mit "sexueller Vielfalt" und ähnlichem Kram vergeudet oder die Leistungsanforderungen so weit runterschraubt, dass letztlich jeder Abi machen kann (BW, NRW, HH, HB), tut nur den Ideologen einen Gefallen, aber sonst niemandem.
4. Wieder mal schlägt Realität linke Ideologie !
analyse 19.08.2014
Ganz vorn:Sachsen,Thüringen,Bayern,Baden-Württemberg,fällt da was auf ? Wie lange Baden-Württemberg sich noch in der Spitzengruppe halten kann,ist allerdings fraglich !
5.
ir² 19.08.2014
Zitat von sysopDPADie Betreuung der Schüler ist sehr gut, die Qualität der beruflichen Ausbildung vorbildlich: Sachsen schneidet im Bildungsmonitor 2014 am besten ab - und hängt andere Bundesländer ab. http://www.spiegel.de/schulspiegel/schule-sachsen-hat-das-beste-schulsystem-der-bundeslaender-a-986849.html
Nordrhein-Westfalen leidet unter großen Klassen, schlechter Schulqualität und fehlender Bekämpfung von Bildungsarmut. 40 Jahre rot-grüne Politik; ich schäme mich für dieses Bundesland!
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Social Networks