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Abendessen für US-Schüler: Zu Hause gibt es nur Kekse

Bedürftige Schüler in den USA: Abendbrot in der Schule Fotos
AP

Der Unterricht ist vorbei, die Schüler bleiben zum Essen: Ein Programm in den USA finanziert bedürftigen Kindern eine Abendmahlzeit in den Schulen. Die Nachfrage wächst rasant.

Wenn die Lehrer Feierabend machen, sitzen viele Kinder immer noch in der Schule: Weil mancher Familie Zeit und Geld fehlen, bieten amerikanische Schulen immer häufiger auch am Abend günstige oder kostenlose Mahlzeiten an: 104 Millionen Abendessen wurden landesweit allein im Jahr 2014 verteilt, fünf Jahre zuvor waren es erst 19 Millionen.

Der Bedarf scheint groß zu sein: Die zehnjährige Evelyn Ruballos, die eine Grundschule in Los Angeles besucht, sagt, dass sie nur noch Kekse esse, wenn sie aus der Schule komme. "Und dann gehe ich schlafen."

Um Schülern wie Evelyn zu helfen, startete in den USA 2010 ein Programm, mit dem die Schulverpflegung auch auf den Abend ausgeweitet wird. Schulen, deren Schülerschaft vor allem aus ärmeren Familien stammt, bekommen seither vom Agrarministerium Zuschüsse, um günstige und kostenfreie Mahlzeiten anbieten zu können. Landesweit bleiben mittlerweile fast eine Million Schüler zum Abendessen in ihrer Schule. Insgesamt gibt es an den öffentlichen Schulen der Vereinigten Staaten rund 50 Millionen Schüler.

Frühstück in der Schule, weil es zu Hause nichts gibt

Verpflegung vor Unterrichtsbeginn und Mittagstische gibt es schon länger in den USA: Zwölf Millionen Schüler frühstücken in ihrer Schule, 31 Millionen essen dort zu Mittag. Eine zusätzliche Mahlzeit sei sinnvoll, da viele Kinder bis zum späten Nachmittag Schule haben, argumentieren die Fürsprecher des Programms. Vor allem bedürftige Kinder bekämen nach dem Unterricht zu Hause oft nicht genug.

"Wenn Kinder hungrig sind, passen sie nicht auf", sagte Bennett Kyser von der Verwaltung des Schulbezirks Los Angeles. Er lobt das Abendbrot-Programm: "Das hätte schon vor Jahren passieren sollen."

Ein Abendessen in den Schulen sei eine Erleichterung für berufstätige Eltern, sagt Rachel Dunifon, Politikprofessorin an der Cornell University. "Wenn diese Mahlzeiten dabei helfen, den Stress zu lindern, sind sie gut und können Familien mehr Zeit verschaffen."

bkr/AP

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insgesamt 39 Beiträge
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1. Grundgesetz
polarwolf14 21.01.2015
Die USA benötigen einen Artikel 20GG : "Die USA ist ein -sozialer- und demokratischer Bundesstaat. " Unter sozial subsumieren wir dann; Schulessen, Krankenversicherung etc. ..
2. Tja
Layer_8 21.01.2015
Zitat von polarwolf14Die USA benötigen einen Artikel 20GG : "Die USA ist ein -sozialer- und demokratischer Bundesstaat. " Unter sozial subsumieren wir dann; Schulessen, Krankenversicherung etc. ..
dann haben Sie die USA nicht verstanden. Ist eine demokratische Republik in welcher jeder seines Glückes Schmied sein kann und muss. Dafür gibts keinen König und sonstige privilegierten Stände (und keine Staatsreligion).
3. Mal abwarten...
RSchubi 21.01.2015
Ähnliches zeichnet sich auch bei uns ab. Die Lohndrückerei führt am Ende dazu, daß ganze Schichten verarmen und vom Staat unterstützt werden müssen. Wir sind auf dem besten Wege dorthin. Die Schere zwischen arm und reich öffnet sich immer weiter, ohne daß unsere Regierung etwas dagegen tut. Die soziale Marktwirtschft früherer Jahre gibt es längst nicht mehr, der Turbokapitalismus greift um sich. Auch das ist ein Grund für die weitgehende Unzufriedenheit bei uns.
4. positiv und richtig
sanax 21.01.2015
ist das Kinder essen bekommen und nicht hungrig ins Bett gehen müssen. aber die Entwicklung das Eltern WG. Zeit oder/und geld kein Abendessen ihren Kinder zubereiten können find ich abartig. ich kenne mich nicht so gut mit lebensmittelpreisen in USA - aber obs es nur am Geld scheitert habe ich doch Zweifel.ich hoffe beim gespendeten essen handelt es sich nicht nur um pommes.
5. Russlands Wirtschaft liegt in Trümmern
harald_haraldson 21.01.2015
so Herr Obama in seiner jüngsten Regierungserklärung. Darüber hinaus sieht er die Krise in seinem Land als beendet an. Meine Frage dazu: wo lebt Mr President eigentlich?
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