Mobbing via Internet hat in Schwedens zweitgrößter Stadt Göteborg zu Krawallen und einem Großeinsatz der Polizei geführt. An zwei Gymnasien wurde am Mittwoch aus Sorge vor Unruhen der gesamte Unterricht abgesagt. Die Schließung der Schulen war eine Reaktion auf gewalttätige Ausschreitungen am Vortag, an denen Hunderte Jugendliche beteiligt waren.
Auslöser der Unruhen sollen rufschädigende Gerüchte über zahlreiche Mädchen im Teenageralter sein, die über den beliebten Fotodienst Instagram im Internet verbreitet wurden. Die Ortszeitung "Göteborgs-Posten" berichtete, im Netz seien Fotos von Schülern mit kränkenden Kommentaren über "Huren und Schlampen" aufgetaucht. Urheberin soll eine 17-Jährige sein.
Aus Protest dagegen hätten sich die andere Schüler "blitzschnell" über das soziale Netzwerk Facebook gegenseitig mobilisiert, sagten Polizeisprecher. Für die Gewalttätigkeiten mit Flaschen-, Stein- und Schneeballwürfen hätten vorwiegend Jugendliche "von außen" gesorgt, die ebenfalls über Facebook angelockt worden waren.
Dabei kam es auch zu Zusammenstößen zwischen den Schülern und der Polizei: Die verärgerten Jugendlichen warfen Steine und Flaschen auf die Beamten. Verletzt wurde niemand. Nachdem sich die Krawalle in der Göteborger Einkaufszone fortsetzten, nahmen die Polizisten die Personalien von 27 Jugendlichen auf. Die Polizei setzte alle in Göteborg verfügbaren Beamten sowie Hunde und einen Hubschrauber ein, um die Menge zu beruhigen.
lgr/dpa/dapd
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