"Geschichte sollte ehrlich sein", ließ Jerry Brown mitteilen, Gouverneur von Kalifornien. Deshalb sollen in kalifornischen Schulbüchern künftig auch die Errungenschaften schwuler, lesbischer und transsexueller Amerikaner vorkommen. Ein entsprechendes Gesetz unterzeichnete Brown am Freitag. Damit ist Kalifornien der erste US-Bundesstaat mit einer entsprechenden Regelung.
Das Gesetz stelle sicher, so Brown, dass künftig der Beitrag aller Amerikaner, egal mit welchem Hintergrund, in den Schulbüchern gewürdigt werde. Er nannte es "einen wichtigen Schritt für unseren Staat". Das Gesetz verlangt zudem, dass auch der Beitrag behinderter Menschen gewürdigt wird.
Bislang ist in Kalifornien bereits geregelt, dass Schulbücher die Belange von Indianern berücksichtigen sowie von Amerikanern mit afrikanischen, mexikanischen, asiatischen und europäischen Wurzeln.
Gegen das neue Gesetz gibt es allerdings Widerstand. Die Republikaner im Parlament stimmten dagegen. Und Konservative wettern, der Gouverneur würde die Rechte besorgter Eltern mit Füßen treten. Der Aktivist Randy Thomasson sagte, die Mehrheit der Mütter und Väter wolle keine "sexuelle Gehirnwäsche" für ihre Kinder. Die einzige Möglichkeit, wie Kinder der "unmoralischen Indoktrination" entgehen könnten, sei es, sie aus dem öffentlichen Schulsystem zu nehmen.
Damit allerdings kann er sich noch Zeit lassen: Da Kalifornien das Geld fehlt, werden die neuen Vorgaben wohl erst im Jahr 2015 Eingang in die Schulbücher finden, wie die Schulbehörde mitteilte.
otr/Reuters
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik SchulSPIEGEL | Twitter | RSS |
| alles zum Thema Kalifornien | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH