Sex mit Schülerin: Freigesprochener Lehrer verklagt Vater

Der Lehrer hatte Sex mit einer Schülerin, doch eine Bewährungsstrafe wegen sexuellen Missbrauchs wurde aufgehoben. Jetzt verklagt der Mann den Vater des Mädchens - er fühlt sich zu Unrecht als Straftäter bezeichnet.

Sie haben sich erneut vor Gericht getroffen, der Lehrer und der Vater einer Schülerin, das berichtet die "Rhein-Zeitung". Der Lehrer hatte mehrfach Sex mit der Tochter des Vaters, er war 32, sie 14. Doch darum ging es bei diesem Gerichtstermin nicht.

Denn der Lehrer war bereits von dem Vorwurf des sexuellen Missbrauchs Schutzbefohlener freigesprochen worden. Begründung: Es habe kein "Obhutsverhältnis" gegeben, das Mädchen sei dem Lehrer nicht im Sinne des Gesetzes zur Erziehung anvertraut gewesen. Denn er sei in ihrer Klasse nur dreimal als Vertretungslehrer eingesprungen.

Beim aktuellen Termin, so berichtet die "Rhein-Zeitung", verklagte der Lehrer den Vater des Mädchens, weil er seine Persönlichkeitsrechte verletzt sieht. Dem Bericht zufolge legte der Lehrer gelegentlich als DJ auf, nicht unter seinem richtigen Namen, sondern unter Pseudonym. Es sei ihm ein Engagement in einem Festzelt auf einer Kirmes entgangen, weil der Vater die Identität des Lehrers gegenüber dem Veranstalter enthüllt habe, so der Vorwurf des Pädagogen. Außerdem habe der Lehrer erreichen wollen, dass der Vater ihn nicht als Straftäter bezeichnen darf, schließlich sei er freigesprochen worden.

Der Richter am Linzer Amtsgericht entschied allerdings anders, wie es in dem Bericht heißt. Demnach wies er die Klage ab, der Lehrer muss die Kosten des Verfahrens tragen. Und der Vater dürfe den Lehrer gegenüber Dritten als Straftäter bezeichnen.

Der Lehrer soll sich zuerst an die Schwester herangemacht haben

Die Vorgeschichte: Der Lehrer arbeitete seit 2003 an einer Schule im rheinland-pfälzischen Kreis Neuwied, er unterrichtete katholische Religion, Englisch und Geschichte. Auf einer Klassenfahrt kamen er und das Mädchen sich näher, der Mann saß auf der Busfahrt neben dem Mädchen. Danach unterhielten sie sich immer mal wieder auf dem Pausenhof und in Online-Chats. Im Januar 2007 kam es dann zum ersten sexuellen Kontakt. Fast fünf Monate lang trafen sich der Lehrer und die Schülerin, unter anderem im Putzraum der Schule. Als das Verhältnis bekannt wurde, suspendierte man den Lehrer.

Das Amtsgericht Neuwied verurteilte den Mann zu zwei Jahren auf Bewährung, das Landesgericht Koblenz bestätigte das Urteil, doch das Oberlandesgericht Koblenz hob es im Dezember 2011 auf. "Ich war fassungslos", sagte die Mutter des Mädchens nach dem Urteil im Interview mit dem "Stern".

Dann gab es erneut Ermittlungen gegen den Lehrer. Denn offenbar hat es der Pädagoge erst bei der älteren Schwester des Mädchens versucht. Im "Stern" sagte die Schwester, er habe sie im Klassenraum an sich gedrückt und ihr unter den Pullover gefasst. Das Mädchen hat den Mann aber zurückgewiesen. Das hatte die Schwester der "Rhein-Zeitung" zufolge bereits vor zweieinhalb Jahren ausgesagt.

otr

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insgesamt 54 Beiträge
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1. Typisch Versager
flower power 24.02.2012
Zitat von sysopDer Lehrer hatte Sex mit einer Schülerin, doch eine Bewährungsstrafe wegen sexuellen Missbrauchs wurde aufgehoben. Jetzt verklagt der Mann den Vater des Mädchens - er fühlt sich zu unrecht als Straftäter bezeichnet. Sex mit Schülerin: Freigesprochener Lehrer verklagt Vater - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - SchulSPIEGEL (http://www.spiegel.de/schulspiegel/0,1518,817438,00.html)
Erst feige und falsch, dann noch von einem ...... Richter profitieren, nun will der auch noch gegen den Vater klagen. Früher hääte man dem nach Gutsherrenart den Marsch geblasen, da wäre dem Hören und Sehen vergangen. So ein ........... . Ich würde meine Tochter bei dem keine Sekunde in den Unterricht lassen - wegen fehlenden Menschenrechten. Wer schützt uns vor diesen Typen?
2. Drei Instanzen zum "RECHT"
kdkhr 24.02.2012
Was dieser Fall wieder mal beweist, ist für mich das Erstaunliche, dass es dreier Instanzen bedarf um dieses Urteil im Namen des Volkes zu sprechen. Dann aber kommt die Retourkutsche des Rechtsstaates bei dem Versuch sich als Freigesprochener zu rehabilitieren. Freigesprochen und nicht rehabilitationsfähig! Wie feinsinnig doch unsere Rechtsordnung ist. Welcher Normalbürger mag das noch verstehen?
3. Unsere Justiz....
sagmalwasdazu 24.02.2012
Kaum zu glauben, welche Urteile so gefällt werden. Der Lehrer hat ein lebenslanges Berufsverbot verdient. Und der Richter sollte im Gerichtsarchiv beschäftigt werden, da schadet er niemanden.
4. Lehrer verklagt Vater
flieder2 24.02.2012
Ich haette aber auch immer vermutet, dass wenn ein Lehrer sich einer minderjaehrigen Schuelerin seiner Schule - die er zudem auch noch aus dem Vertretungsunterricht kennt oder als er Pausenaufsicht hatte , hat er ihre ( Schutzbefohlenen) Naehe gesucht - sexuell naehert, eine Straftat begeht. Ich kann das Gerichtsurteil nicht nachvollziehen. Ich kann die Wut des Vaters verstehen! Hat er den Lehrer VOR diesem dummen Gerichtsurteil als Straftaeter bezeichnet oder erst spaeter? Ich hoffe sehr, dass die Klage des Lehrers mit paedophilen Neigungen jetzt abgewiesen wird.
5. Gegenoffensive > klage auf Kranzgeld
sagmalwasdazu 24.02.2012
..mit einem guten Anwalt wäre das sicherlich möglich, und man würde ein Spektakelum lostreten. Für den Lehrer sicherlich schmerzlich. Man siehe ein Auszug aus Wikipedia : Als Kranzgeld bezeichnete man eine finanzielle Entschädigung, die eine Frau von ihrem ehemaligen Verlobten fordern konnte, wenn sie ihm auf Grund eines Eheversprechens die Beiwohnung gestattet hatte, also die Jungfräulichkeit verlor, und er anschließend das Verlöbnis löste. Gleiches galt auch für neuverlobte Witwen. Es existieren zwei Erklärungen zur Wortherkunft: Eine nicht mehr jungfräuliche Braut, die Strohjungfer, musste nach altem Brauch bei der Hochzeit einen Strohkranz tragen. Die unbescholtene Braut durfte sich dagegen im Myrtenkranz präsentieren. Die andere Version ist, dass die jungfräuliche Braut einen geschlossenen Kranz trug und die nicht mehr jungfräuliche Braut oder Witwe einen offenen. Im deutschen Privatrecht können normalerweise nur Vermögensschäden im Rahmen des Schadensersatzes ausgeglichen werden (vgl. § 253 Abs. 1 BGB). Die „Entehrung“ der Jungfrau ist aber ein ideeller Schaden. Der Anspruch auf Kranzgeld war, ähnlich dem noch heute existierenden Anspruch auf Schmerzensgeld, eine Ausnahme zu diesem Grundsatz. Der Anspruch war in § 1300 im Vierten Buch (Familienrecht) des Bürgerlichen Gesetzbuchs von 1896 geregelt und trat mit ihm am 1. Januar 1900 in Kraft. § 1300 BGB lautete: (1) Hat eine unbescholtene Verlobte ihrem Verlobten die Beiwohnung gestattet, so kann sie, wenn die Voraussetzungen des § 1298 oder des § 1299 vorliegen, auch wegen des Schadens, der nicht Vermögensschaden ist, eine billige Entschädigung in Geld verlangen. (2) Der Anspruch ist nicht übertragbar und geht nicht auf die Erben über, es sei denn, daß er durch Vertrag anerkannt oder daß er rechtshängig geworden ist. Begründet wurde der Schadenersatzanspruch damit, dass die Ledige wegen des Verlusts ihrer Jungfräulichkeit geringere Chancen auf eine standesgemäße Heirat mit einem anderen Mann habe. War die Ledige oder die Witwe hingegen schon vor der „Beiwohnung“ nicht mehr „unbescholten“, so stand ihr auch kein Kranzgeld zu. Wobei sich der Begriff „bescholten“ nicht nur auf die Unkeuschheit bezog, sondern auch auf andere Sachverhalte, wie z. B. Gefängnisaufenthalte.........................
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