Sex mit Schülerin: Lesbische Lehrerin verliert Lehrerlaubnis

Liebesspiel mit Spätfolgen: Weil eine britische Lehrerin in den achtziger Jahren eine Affäre mit einer Schülerin hatte, verlor sie nun ihre Lehrerlaubnis. Strafrechtliche Folgen hat die Liaison an einer katholischen Schule allerdings nicht.

"Sexualität ist eine wichtige Komponente der Persönlichkeitsentwicklung und des Bildungsprozesses", heißt es in den Grundsätzen zur Sexualaufklärung der Katholischen St. Joseph's High School in Südwales - einem Text, der durch eine Grenzverletzung in den achtziger Jahren besondere Aktualität bekommt. Die Schule beschäftigt zur Zeit wieder der Fall einer ehemaligen Lehrerin, die vor über 20 Jahren Liebesaffären mit zwei Mädchen hatte, die sie aus dem Unterricht kannte.

Anfang der Woche endete vorerst ein Disziplinarverfahren, das die suspendierte Pädagogin mit ihrer Vergangenheit konfrontierte: Die walisische Schulbehörde, das General Teaching Council for Wales, entzog ihr am Montag offiziell die Lehrerlaubnis. Die Lehrerin hat 14 Tage Zeit, den Beschluss anzufechten.

Die Behörde kam zu dem Schluss, die Lehrerin habe sich unprofessionell verhalten und ihre Vertrauensposition ausgenutzt, berichtet die Zeitung "South Wales Argus". Der Ausschuss sah es als erwiesen an, dass es im Jahr 1988 dreimal zu sexuellen Handlungen mit einer Schülerin gekommen war.

Keine Handhabe für strafrechtliche Konsequenzen

"Es gab damals noch keine entsprechenden Gesetze", wird eine Behördenmitarbeiterin auf der Website WalesOnline zitiert. Allerdings habe es sich für Lehrer schon immer gehört, keine sexuellen Beziehungen mit Schülern zu haben. Erst seit 2003 gebe es aber mit dem Sexual Offence Act auch eine rechtliche Grundlage, sexuelle Kontakte zwischen Lehrern und Schülern zu verfolgen.

Vorgeworfen wurde der ehemaligen Sportlehrerin auch eine Liebesbeziehung aus dem Jahr 1982, die drei Jahre gedauert haben soll. Die Schulbehörde konnte der Lehrerin allerdings nicht nachweisen, dass die Beziehung zu der jungen Frau noch während ihrer Schulzeit begonnen hatte.

Die katholische Privatschule hatte die lesbische Lehrerin bereits im Juni 2009 entlassen, mittlerweile lebt sie in Spanien. Als Entschuldigung soll die Lehrerin schriftlich vorgebracht haben, manchmal sei Leidenschaft schwer zu kontrollieren. Sie erschien selbst nicht zu der Anhörung.

Nicht nur sexuelle Übergriffe können Lehrern Probleme bereiten, manchmal reicht auch schon die sexuelle Orientierung: In Polen etwa verlor eine Lehrerin ihre Stelle an einer katholischen Schule, weil sie lesbisch ist. Wie unter anderem das Frauen-Webportal dieStandard berichtet, verteidigte die Gleichstellungsbeauftragte des Landes, Elzbieta Radziszewska, damals die Schule, die die Lehrerin ihrer Sexualität wegen gefeuert hatte.

mbö

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1. nee
dadanchali 19.10.2011
Zitat von sysopLiebesspiel mit Spätfolgen: Weil eine britische Lehrerin in den achtziger Jahren eine Affäre mit einer Schülerin hatte, verlor sie nun ihre Lehrerlaubnis. Strafrechtliche Folgen hat die Liaison an einer katholischen Schule allerdings nicht. http://www.spiegel.de/schulspiegel/0,1518,792825,00.html
Muss der Artikel mit der sexuellen Orientierung gepeppt werden? Der Grundsatz gilt doch auch für uns Heteros. Danke für den Hinweis auf die veklemmten Katholen, hier polnische Esoteriker, aber so bescheuert und persönlichkeitsrechtsverletzend diese aus Rom geführte Sekte auch ist, es ist ein anderes Thema. Wär doch mal n Artikel über die Schnüffelei der Caritas in fremden Betten, höchstrichterlich gedeckt, wert. Da dürft ihr dann auch die Polen mit Ratzingers marienbesoffenen Opus Dei Freund und Vorgänger erwähnen.
2. ?
Mr.Threepwood 19.10.2011
"Vorgeworfen wurde der ehemaligen Sportlehrerin auch eine Liebesbeziehung aus dem Jahr 1982, die drei Jahre gedauert haben soll." währe ein männlicher pädagoge in den fall involviert gewesen hätte dort wohl sex. kindesmißbrauch gestanden? übrings werden laut opferschtzorgansationen wie dem weissen ring 25% der sex. übergriffe auf kinder und jugendliche von frauen begangen.
3. Missbrauch
caligerman 19.10.2011
Zitat von Mr.Threepwood"Vorgeworfen wurde der ehemaligen Sportlehrerin auch eine Liebesbeziehung aus dem Jahr 1982, die drei Jahre gedauert haben soll." währe ein männlicher pädagoge in den fall involviert gewesen hätte dort wohl sex. kindesmißbrauch gestanden? übrings werden laut opferschtzorgansationen wie dem weissen ring 25% der sex. übergriffe auf kinder und jugendliche von frauen begangen.
Ich glaube, dass "Kindesmissbrauch" vom Alter des Kindes/Jugendlichen abhängt. Der Artikel gibt kein Alter an. Ihr Argument, dass 25% der sexuellen Übergriffe von Frauen begangen werden, beinhaltet auch dass 75% aller sexuellen Übergriffe von Männern begangen werden.
4. Gleichberechtigung im Recht?
Lochblech.19 19.10.2011
Zitat von sysopLiebesspiel mit Spätfolgen: Weil eine britische Lehrerin in den achtziger Jahren eine Affäre mit einer Schülerin hatte, verlor sie nun ihre Lehrerlaubnis. Strafrechtliche Folgen hat die Liaison an einer katholischen Schule allerdings nicht. http://www.spiegel.de/schulspiegel/0,1518,792825,00.html
Hier wird mit zweierlei Maß geurteilt, ein Pädagoge wäre nie damit durchgegekommen, dass halt mal die Leidenschaft durchgegangen ist. Das kann nur frau und locker weiter in Spanien leben.
5. Titel
Sleeper_in_Metropolis 19.10.2011
"Sexualität ist eine wichtige Komponente der Persönlichkeitsentwicklung und des Bildungsprozesses" Wie kann denn so eine Aussage von einer katholischen Schule kommen ? In der Aussage steckt doch das komplette Gegenteil davon, das Sex erst in der Ehe "legal" sei, und das ist doch einer der katholische Grundsätze, soweit ich weiß.
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