Ein provokanter Tweet über eine Klassenarbeit hat für einen Schüler aus Texas unangenehme Folgen. Seinen Missmut über den Test kritzelte Kyron Birdine an der Arlington High School auf einen Prüfungsbogen und twitterte ihn an die texanische Schulbehörde. Die suspendierte ihn darauf für vier Tage vom Schulbetrieb.
Auslöser war Birdines Unmut darüber, an einer Schulprüfung teilnehmen zu müssen, die für seinen Abschluss nicht relevant ist. Im Frühjahr 2012 wurde in Texas der standardisierte STAAR-Test (State of Texas Assessments of Academic Readiness) eingeführt. Birdine wird jedoch noch nach einer alten Prüfungsordnung und dem sogenannten TAKS-Test (Texas Assessment of Knowledge and Skills) beurteilt.
Also schrieb der Schüler im Essay-Teil auf die erste Seite: "Ich muss für den TAKS-Test lernen, nicht diesen unnötigen Schwachsinn". Zusätzlich schrieb er in Großbuchstaben die Abkürzung "YOLO" für "You only live once" auf das Papier. Dahinter malte er ein Smiley.
Diese Antwort fotografierte der Schüler mit seinem iPad und schickte einen Tweet an die Schulleitung und die Schulbehörde in Texas. Die ging mit dieser kreativen Kritik wenig gelassen um: Als die Beamten den Tweet entdeckten, holten sie den Schüler aus dem Unterricht und informierten seine Mutter.
"Kein College wird das Ergebnis von diesem Test sehen"
Der Schüler rechtfertigte seine Twitter-Aktion damit, dass diese Prüfung für ihn keinen Sinn ergebe. "Kein College wird das Ergebnis von diesem Test sehen. Er hat auf mein zukünftiges Leben keine Auswirkung", sagte er der britische Zeitung "Daily Mail".
Die viertägige Suspendierung rechtfertigte die Behörde mit einem Hinweis auf geltenden Sicherheitsbestimmungen. In einem schriftlichen Statement heißt es: "Die Verletzung dieser Sicherheitsregeln hat eine Bestrafung zur Folge".
Birdines Mutter hält die Aufregung für übertrieben. Es seien auf dem Bild weder Antworten noch Fragen aus dem Test zu sehen. Die Suspendierung sei "eher eine Art von Strafe, die jemand bekommen sollte, der wirklich etwas angestellt hat", sagte sie.
Der Schüler musste seinen Tweet auf Anweisung der Schulbehörde inzwischen löschen. Er halte diesen Test noch immer für unnötig, würde so ein Bild aber nicht mehr auf Twitter teilen, sagt er nun reumütig.
Auf Sozialen Netzwerken hat sich inzwischen eine Solidaritätswelle zugunsten des beurlaubten Schülers formiert. Unter dem Hashtag #freekyron twittern und verteilen Schüler das Bild vom Prüfungsbogen oder veröffentlichen selbst Fotos mit der Abkürzung "YOLO" auf ihren Arbeitsblättern.
Trotz des vielen Zuspruches und seinem mutigen Kritik-Tweet am Prüfungssystem in Texas gibt sich Birdine inzwischen geläutert. Auf Anfrage eines Journalisten wird er mit einem Rat an seine vielen Nachahmer zitiert: "Tut es nicht."
jon
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