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Bundestagswahl 2013: So würden Deutschlands Jugendliche abstimmen

CDU vorn, SPD auf dem zweiten Platz: Jugendliche würden überraschend konservativ wählen Zur Großansicht
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CDU vorn, SPD auf dem zweiten Platz: Jugendliche würden überraschend konservativ wählen

Den Grünen gelingt das Projekt 18, die Piraten schaffen fast zehn Prozent: Eine neue Umfrage zeigt, wie Deutschlands Jugendliche abstimmen würden, wenn sie denn dürften. Was die CDU angeht, verhält sich der Nachwuchs allerdings sehr erwachsen.

Und da heißt es immer, die Jugend ticke links! Eine neue Umfrage von Infratest Dimap zeigt: Eine große Mehrheit der Jugendlichen in Deutschland würde die Union wählen - wenn sie denn bei der Bundestagswahl mitstimmen dürften. Mit 36 Prozent liegen CDU und CSU bei den Teenagern im Alter von 14 bis 17 Jahren weit vorn, abgeschlagen dahinter liegt die SPD mit 24 Prozent. Darauf folgen die Grünen mit 18 Prozent, womit ihnen bei den Jugendlichen gelingt, was vor Jahren mal die FDP bei allen Wählern schaffen wollte ("Projekt 18").

Stark schneiden auch die Piraten ab: Neun Prozent der Jugendlichen würden für sie stimmen. Die Linke und die FDP blieben mit vier und drei Prozent unter der Fünfprozenthürde.

Ihre Wahlentscheidung würden Jugendliche demnach vor allem von zwei Themen abhängig machen, zum einen Bildung und Schule (elf Prozent), zum anderen Umweltschutz (neun Prozent). Eine große Mehrheit, nämlich 65 Prozent, forderte, Jugendliche sollten sich stärker politisch beteiligen dürfen.

Als politisch stark interessiert bezeichnen sich allerdings nur 23 Prozent, dagegen gaben 58 Prozent an, weniger stark politisch interessiert zu sein, 19 Prozent sagten, Politik interessiere sie überhaupt nicht.

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Stell dir vor, es ist Wahl: Viele Unionsfans, viele Grüne
Bei der repräsentativen Umfrage mitgemacht haben 500 Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren, durchgeführt wurde sie von Infratest Dimap, beauftragt vom Jugendwahlprojekt U18. Die Umfrage ist der Auftakt für die U18-Wahl, die am Freitag startet. Neun Tage vor der Bundestagswahl sind alle Kinder und Jugendlichen aufgerufen, ihre Stimme abzugeben.

In den Bundesländern werden nach Angaben der Veranstalter knapp 1500 Wahllokale eingerichtet, in Jugendtreffs, Sporthallen, Schulen. Vorbereitet wurden die Kinder und Jugendlichen mit Politiker-Treffen, Planspielen und anderen Aktionen. Die Organisatoren stellten unter anderem die Kernaussagen der sieben stärksten Parteien stichwortartig zusammen.

Auf den Stimmzetteln stehen die gleichen Namen wie auf denen der erwachsenen Wähler. Gewertet wird allerdings nur die Zweitstimme. Die Wahllokale schließen wie bei der Bundestagswahl um 18 Uhr. Das Ergebnis der U18-Bundestagswahl wird noch am Wahlabend des 13.09. auf www.u18.org veröffentlicht.

Die U18-Wahl ist eine Aktion vom Deutschen Kinderhilfswerk, dem Bundesjugendring und mehreren Jugendverbänden, gefördert vom Bundesjugendministerium. Die Veranstalter hoffen, das Interesse für Politik bei Jugendlichen zu steigern. "Als wir U18 vor 17 Jahren ins Leben gerufen haben, wollten wir erreichen, dass sich Kinder und Jugendliche mit Politik beschäftigen, selbst Antworten auf politische Fragen finden und aktiv an Veränderungsprozessen mitwirken", so Marcus Lehmann, Gründer des Projekts.

Vor der Bundestagswahl 2009 hatten den Veranstaltern zufolge mehr als 125.000 U18-Wähler ihre Stimme abgegeben. Damals gewann die SPD mit 20,4 Prozent knapp vor den Grünen mit 19,9 und der Union mit 19,3 Prozent. Die Linke erreichte 10,4 Prozent. Die Piraten wurden mit 8,7 Prozent viertstärkste Kraft vor der FDP mit 7,6 und der Tierschutz-Partei mit 5,2 Prozent.

otr

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insgesamt 415 Beiträge
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1. Cdu?
beblessedbygod 12.09.2013
Warum CDU? Ich verstehs einfach nicht (bei Erwachsenen allerdings auch nicht.)
2. Demoskopen und Demagogen
mielforte 12.09.2013
Da wird mal wieder die Wunschliste der politischen Strategen in den Raum geblasen. Auch einem schicken Tortendiagramm glaubt man nur, wenn man es selbst herbeigezaubert hat. Jugendliche stimmen niemals derart konservativ ab, damit meine ich auch das Ergebnis pro SPD. Das Diagramm ist ein Wunschbild, welches nicht annähernd objektiv ist.
3. Wieso konservativ?
ongduc 12.09.2013
Wenn die aktuelle Regierung konservativ ist, mit ihren linken und planwirtschaftlichen Konzepten in fast allen Lebensbereichen, dann bin ich der Kaiser von China.
4. Konservativ?
joschvirtuell 12.09.2013
Wenn ich richtig gerechnet habe, sind wir bei 24 + 18 + 4, wenn wir mal die Grünen so "links" einstufen wie die SPD... plus der Linken haben wir da: 46 %. Und auch die Piraten sind alles, aber nicht konservativ... Ich sehe eindeutige Mehrheiten jenseits der CDU! Wo ist da die angeblich konservative Jugend? Ich glaube, dass ist eher wieder ein Wunschtraum der zunehmend konservativ-liberal gewirkten Spiegel-Journalisten...
5. Ja stimmt
fsander 12.09.2013
die mehrheit ist konservativ, würden doch 55% linke oder zumindest links tendierende Parteien wählen.
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