Es kommt öfter vor, dass Menschen aus ihrem Bett fallen - und das von einer Matratze, die meist mehr als doppelt so breit ist wie sie selbst. Einem Vogel könnte das nicht passieren, obwohl ihm ihm ein Schlafplatz von nur wenigen Zentimetern reicht. Die meisten Vögel nächtigen nämlich auf Bäumen. Während seines Schlafes kippt der Piepmatz jedoch nie vom Ast.
Das Federvieh tickt anders als der Mensch. Während wir uns anstrengen, die Hand zur Faust zu krümmen, schafft dies der Vogel von ganz allein. Umgekehrt muss er Muskelkraft aufwenden, um seine Krallen zu strecken. Grund ist ein Automatismus: Beim Vogel ist die Kralle stets gekrümmt.
So auch nachts. Wenn sich der Mensch zum Schlafen bettet, entspannt sich seine Hand - die Finger sind gestreckt. Wenn es ihm der Vogel gleichtut und sich ebenfalls entspannt, bleiben die Krallen gebeugt. Das Beugen funktioniert passiv und wird nicht willkürlich gelenkt. Genauso funktioniert auch die Atmung während des Schlafens.
Einen sicheren Schlaf haben Vögel trotzdem nicht - denn Nachbars Katze lauert nicht allzu selten. Daher versinken Vögel nicht in eine Tiefschlafphase wie die Menschen, sondern legen lediglich Ruhepausen ein. Die Drossel zum Beispiel schläft zwischen ein und drei Stunden. Ein richtiger Langschläfer mit sechs Stunden Schlaf st der Specht - er hat ja auch einen sicheren Ruheplatz.
röh/ddp
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