"Here's a little song I wrote." Von wegen klein - mancher Song macht sich im Kopf ganz schön breit. "You might want to sing it, note for note." Zeile für Zeile spult er sich immer wieder ab. "Don't worry." Es nervt. "Be happy." Ein Ohrwurm.
Wie der Mitpfeif-Dauerbrenner "Don't worry - Be happy" von Bobby McFerrin gibt es viele Musikstücke, die sich einfach im Kopf festgesetzt haben. Der Vergleich mit Würmern liegt nahe - wie glitschige Tiere kriechen sie in den Gehörgang und feiern im Kopf die Endlosschleife.
Damit das funktioniert, muss ein Song ein gewisses Muster erfüllen, sonst wird's nichts mit "Repeat". Allzu komplizierte Texte und verworrene Melodien kommen nicht gut an im Gehörgang. Ohrwürmer sind einfach gestrickt, simpel nachzusingen und vor allem - sie sind penetrant. Nur einmal gehört, bleibt ein Lied nicht im Kopf. Erst nach mehrmaliger Beschallung durch Radio und Fernsehen macht es sich ein Song im Ohr gemütlich.
Es gibt zwei Typen von Ohrwürmern: solche zum Summen und solche, die eher gesungen werden. Das Gedächtnis ist besonders anfällig für Lieder, die eine eingängige Melodie haben. So kann tagein, tagaus mitgesummt, mitgepfiffen oder mitgeschnipst werden. Ebenso verführen lässt sich der Kopf durch einfache, würzige Texte. Die erlauben dann dauerhaftes Mitgrölen - zum Beispiel im Fußballstadion.
Doch der Ohrwurm kommt und geht nicht, wann er will. Er ist von unseren Empfindungen abhängig. So fangen wir meist dann mit dem fröhlichen Dahinträllern an, wenn wir sonst nichts zu tun haben. Bleiben Reize im Gehirn aus, hat es also mal Pause, legt es seine eigene Platte auf - und zwingt uns mitzuhören. So kommt ein Ohrwurm nie auf, wenn der Kopf über dem Physiktest raucht. Er schleicht sich beim Abwaschen, Müll raus bringen oder Fahrradfahren ins Ohr.
Bobby McFerrin: Sänger mit Ohrwurm-Garantie
Wenn gar nichts mehr hilft ("In every life we have some trouble"), wenn also sämtliche Anti-Ohrwurm-Tricks scheitern ("When you worry you make it double"), dann hat Bobby McFerrin auch noch einen Tipp parat: "Don't worry, be happy".
Von Marc Röhlig
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