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12.09.2006
 

1000 Fragen

Warum Mücken summen

Dass Mücken juckende Stiche und rote Quaddeln hinterlassen, ist schlimm genug. Dass sie außerdem mit nervigem Summen ihren Opfern den Schlaf rauben, bringt sie zwar in Gefahr. Aber das Geräusch hat einen tieferen Sinn – es geht um Sex.

Die Beziehung Mücke-Mensch ist schnell beschrieben: Hauen & Stechen. Halt, falsche Reihenfolge: Stechen & Hauen. Sie surrt, sie sticht, er schlägt, er kratzt. Die kleinen, gemeinen Sauger laben sich am Blut des Menschen und hinterlassen juckende Stiche. Es gibt 2700 Arten dieser für Menschen so nervigen Spezies. Die meisten können nicht überleben, wenn sie nicht regelmäßig Säugetiere anfallen.

Plagegeist in Aktion: Rüssel raus - die gemeine Hausmücke beim Imbiss
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Das Problem dabei: Die zwei Milligramm schweren Plagegeister spritzen mit ihrem Stechrüssel Speichel in ihr Opfer. In diesem Sekret befindet sich ein Wirkstoff, der verhindert, dass das Blut des Opfers im Mückenrüssel gerinnt, damit dieser nicht verstopft.

Beim Menschen sorgt der Mückenspeichel für unschöne Quaddeln. Das Sekret ist ein Fremdkörper, und der Organismus reagiert darauf mit Jucken und Brennen. Als ob das nicht genug wäre, produzieren Mücken dazu noch ein nerviges Summen, das schon so manchen um den Schlaf gebracht hat. Eigentlich zum Nachteil der Mücke: Warum verraten die Blutsauger durch das Geräusch ihre Anwesenheit und bringen sich so in Lebensgefahr?

Tiefes Summen macht Mückenmänner kirre

"Das Summen entsteht durch die Muskulatur im Vorderkörper", erläutert Schnaken-Spezialist Oliver Betz von der Universität Tübingen. "Beim Flügelschlag ziehen sich die Muskeln der Insekten dort zusammen und entspannen sich dann wieder." Diese Bewegung gehe blitzschnell vonstatten und versetze nicht nur die Flügel, sondern auch die Luft in Schwingungen. "So entsteht das Geräusch, das wir als Summen wahrnehmen", sagt der Zoologe.

Für die fliegenden Blutsauger hat das auch einen existenziellen Sinn: Das Summen hilft den Mücken bei der Fortpflanzung. Die Männchen summen in einer höheren Frequenz als die Weibchen. So können sich die Geschlechter gegenseitig erkennen.

Das Geräusch der männlichen Mücken liege bei einer Frequenz von etwa 600 Hertz. Dagegen kommen die Weibchen nur auf 550 Hertz, weil sie ein wenig langsamer mit den Flügeln schlagen und daher ein tieferes Geräusch erzeugen. Dieses Zeichen von Weiblichkeit wirkt auf Mückenmänner unwiderstehlich.

cpa/ddp

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