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29.05.2007
 

Beim Schummeln erwischt

Schüler motzten ihre Noten auf

Per Mausklick ins Abi-Glück: In Bayern haben vier Abiturienten versucht, per Computer ihre Zensuren zu verbessern. Sie schlichen ins Lehrerzimmer und veränderten nachträglich die Prüfungsnoten. Jetzt ist ihr Abi in Gefahr.

Amberg - "Gute Noten? Die gebe ich mir einfach selbst" - das scheinen sich Schüler eines Amberger Gymnasiums gedacht zu haben. Sie setzten sich an den Computer ins Lehrerzimmer und manipulierten ihre Zensuren. Die Schulleitung kam ihnen bereits Ende März auf die Schliche und erstattete Anzeige. Vier Schüler sind tatverdächtig, unmittelbar nach den schriftlichen Abiturprüfungen am letzten Freitag wurden mehrere Wohnungen durchsucht. Das Kultusministerium fordert eine harte Bestrafung.

Pimp your Abitur: Ein paar Klicks, ein bisschen getippt -und schon stimmen die Noten
AP

Pimp your Abitur: Ein paar Klicks, ein bisschen getippt -und schon stimmen die Noten

Der Schulleiter und der Kollegstufenbetreuer hatten bei einer Notenkontrolle bemerkt, dass die Punkte für Schulaufgaben aus der Kollegstufe zum Teil erheblich nach oben verbessert worden waren. Diese Noten fließen in die Abiturnote mit ein. Offenbar starteten die Schüler keinen Hackerangriff via Internet, sondern griffen im Lehrerzimmer auf ihre Noten zu.

Die Schüler hätten sich mit der Manipulation jedoch nicht die Teilnahmeerlaubnis am Abitur erschlichen, sagte ein Polizeisprecher. Ihre Noten seien auch vorher nicht die schlechtesten gewesen. Man habe den Abiturienten vor den Prüfungen keinen zusätzlichen Stress machen wollen. Bisher sei nicht klar, wie stark die einzelnen Jugendlichen an dem Fälschungsversuch beteiligt waren. Daher seien ihre Wohnungen erst jetzt durchsucht worden.

Ein Sprecher von Kultusminister Siegfried Schneider (CSU) zeigte Verständnis dafür, dass mit den Ermittlungen bis nach den Abiprüfungen gewartet wurde. "Bis zum Schuldspruch gilt jeder als unschuldig und darf nicht benachteiligt werden."

Für die Manipulation der Noten zeigt er hingegen kein Verständnis. Denn dabei handele sich nicht nur um kleine Schummeleien. "Spickzettel gehören ja fast zur Tradition, das hat jeder Schüler schon mal versucht", sagte er, "aber in diesem Fall geht es um eine ganz andere Qualität. Dahinter steckt erhebliche kriminelle Energie. Das darf man nicht durchgehen lassen."

Nach Angaben der Polizei werden die Ermittlungen noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Die Täter müssten mit Anzeigen wegen Datenveränderung rechnen - ein Vergehen, für das bis zu zwei Jahre Haft oder eine Geldstrafe verhängt werden können. Auch schuldisziplinarische Folgen könnten den Schülern laut Kultusministerium blühen. Ob ihnen außerdem eine Aberkennung des Abiturs droht, ließ der Sprecher offen. Fälle wie diese seien in Bayern extrem selten.

kat/ddp

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