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Augsburger Jungwähler-Wette Voll Bock auf Kommunalwahl

2. Teil: Wahlversprechen? - Nein, danke!

Aber - klappt die Wette? Sebastian Kochs hat täglich Zweifel. Auf der Internet-Seite von "11Tausend" läuft wöchentlich eine Wahlumfrage. Obwohl ein einfacher Klick genügt, haben nur fünf Prozent aller registrierten User abgestimmt. Die bange Frage: Wie viele raffen sich am Sonntag tatsächlich auf und gehen in die echten Wahllokale?

Selbst wenn es nicht klappen sollte - ein positives Fazit kann Kochs schon jetzt ziehen: "Viele Junge haben kapiert, dass man Politik nicht den Parteien überlassen darf. Wir haben den Spieß umgedreht und machen selbst Politik!"

Und: Seit sich Jugendliche in der "11Tausend"-Kampagne zusammentun und zur echten Lobby werden, lernen auch die Lokalpolitiker dazu. Wahlversprechen verkneifen sie sich dieses Mal - die glaubt eh keiner mehr. Bei den letzten Kommunalwahlen hatten die Parteien großspurig angekündigt, eine Neuauflage des legendären Augsburger "X-Large-Festivals" zu starten. Es blieb bei der Ankündigung.

Seit durch die Kampagne der Druck da ist, hat der Stadtrat ein neues Jugendkulturfestival abgenickt, das Kulturreferat finanziert erstmals seit 25 Jahren wieder einen Sampler der Augsburger Musikszene. CSU-Bürgermeister-Kandidat Kurt Gribl hat eine Popkommission gegründet, die junge Künstler fördern soll, mit einem fünfstelligen Etat, falls er Oberbürgermeister wird. Das ist zwar wieder ein halbes Wahlversprechen, aber aus der Nummer kommt Gribl nicht mehr raus.

Der Bürgermeister kam mit Fieber zum Rededuell

Tobias Michel reicht das nicht. Nach den Wahlen geht’s weiter, betont er. "'11Tausend' ist Basisdemokratie. Jeder mischt sich ein und bestimmt mit. Wo gibt's sowas sonst?"

Die Landeszentrale für politische Bildung in Bayern kürte "11Tausend" schon zum Modellprojekt. Ende der Woche entscheidet sie, ob die Aktion auf ganz Bayern ausgedehnt wird; im Herbst sind in Bayern Landtagswahlen.

Und dann gibt es die Momente, in denen Michel, Kochs und die anderen "11Tausender" doch an ihren Erfolg glauben: zum Beispiel vor zwei Wochen, beim Rede-Duell des amtierenden Oberbürgermeisters Kurt Wengert (SPD) und seines Herausforderers Kurt Gribl (CSU). Ursprünglich sollten sie sich im Wahllokal behaken, aber da passen nur hundert Leute rein.

Es gingen so viele Karten weg, dass das Duell in ein Kino verlegt werden musste. Erst in den Saal mit 150 Plätzen, dann in den mit 360, schließlich in den größten mit 550 Sitzen. Ein echter Coup - als das "OB-Duell" losging, war das Kino berstend voll, Bürgermeister Wengert kam mit Fieber; eigentlich hatte er alle Wahlkampftermine für die Woche abgesagt. Nur diesen einen nicht: Das Duell war für ihn plötzlich ein Muss, da es im Lokalfernsehen übertragen wurde.

Am Sonntag wird in Bayern gewählt. Dann heißt es für die Augsburger wirklich: Top, die Wette gilt.

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insgesamt 571 Beiträge
Priest 07.09.2006
Was können die Parteien dagegen tun? Im Prinzip alles dies was sie zZ. darstellen und tun verändern.
Zitat von sysopBei den kommenden Landtagswahlen wird eine geringe Wahlbeteiligung befürchtet. Dies könnte radikale Parteien begünstigen. Ist die Wahlmüdigkeit eine Gefahr für die Demokratie? Was sollten die Parteien dagegen tun?
Was können die Parteien dagegen tun? Im Prinzip alles dies was sie zZ. darstellen und tun verändern.
Hugo_Habenichts 07.09.2006
Nein. Es ist "nur" ein Ärgernis. Bisher haben sich die Rechten stets selbstdemontiert. Und die Linke, die linken Radikalen, die kosten wirklich nur Geld mit ihrer Sozialromantik. Mal konsequent sein? Die Leute [...]
Zitat von sysopBei den kommenden Landtagswahlen wird eine geringe Wahlbeteiligung befürchtet. Dies könnte radikale Parteien begünstigen. Ist die Wahlmüdigkeit eine Gefahr für die Demokratie?
Nein. Es ist "nur" ein Ärgernis. Bisher haben sich die Rechten stets selbstdemontiert. Und die Linke, die linken Radikalen, die kosten wirklich nur Geld mit ihrer Sozialromantik. Mal konsequent sein? Die Leute nicht dauernd für blöd verkaufen? Ich weis auch nicht. Irgend was halt tun, damit Otto Normalverbraucher nicht mehr denkt: Politiker = Lügner. MfG Hugo Habenichts
M. Moore 07.09.2006
Nicht viel - gute Politik machen! Dabei ehrlicher zu den Menschen sein. Dann gewinnen die Menschen auch wieder das Vertrauen und sehen Alternativen. Heute beherrscht der Müsiggang viele Überlegungen der Wähler.
Zitat von sysopWas sollten die Parteien dagegen tun?
Nicht viel - gute Politik machen! Dabei ehrlicher zu den Menschen sein. Dann gewinnen die Menschen auch wieder das Vertrauen und sehen Alternativen. Heute beherrscht der Müsiggang viele Überlegungen der Wähler.
Das wäre ganz einfach. Erstens keine Listenplätze. Zweitens Wahlkampferstattung nur für die Gewählten. Gibt es nur eine Wahlbeteiligung von 60%, gibt es auch nur 60% der Abgeordneten. Ebenfalls nur 60% der Knete. Bei der [...]
Zitat von sysopBei den kommenden Landtagswahlen wird eine geringe Wahlbeteiligung befürchtet. Dies könnte radikale Parteien begünstigen. Ist die Wahlmüdigkeit eine Gefahr für die Demokratie? Was sollten die Parteien dagegen tun?
Das wäre ganz einfach. Erstens keine Listenplätze. Zweitens Wahlkampferstattung nur für die Gewählten. Gibt es nur eine Wahlbeteiligung von 60%, gibt es auch nur 60% der Abgeordneten. Ebenfalls nur 60% der Knete. Bei der Geldgier unserer Abgeordneten und der Parteien wäre das die einzige Möglichkeit auf Demokratie Einfluss zu nehmen. Die Hoffnung, dass sich Abgeordnete aus Idealismus wählen lassen, ist wohl ein unerfüllbarer Wunschtraum. Geld regiert die Welt und unseren Bundestag sowieso. Unsere Führer werden erst wach, wenn wir ihnen an den Geldbeutel fassen. Es wird dann vielleicht auch nicht besser, aber billiger;o).
kalfany 07.09.2006
Dadurch werden die radikalen bzw. die nicht so starken Parteien natürlich indirekt unterstützt, wenn kein Mensch oder nur wenige zur Wahl gehen. Was die Parteien tun können ist nach meiner Meinung endlich mal was vernünftiges zu [...]
Dadurch werden die radikalen bzw. die nicht so starken Parteien natürlich indirekt unterstützt, wenn kein Mensch oder nur wenige zur Wahl gehen. Was die Parteien tun können ist nach meiner Meinung endlich mal was vernünftiges zu bewegen und nah am Volk stehen, sodass die Menschen auch wieder mehr Lust auf Politik bekommen. Was momentan passiert ist jedenfalls die falsche Richtung, denn welcher Politiker ist schon noch volksnah?
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