Von Markus Flohr
AUS DEM GRIECHISCHEN
Was mir am besten an dem Wort Chaos gefällt, ist, dass es sowohl in seiner ursprünglichen als auch in seiner heutigen Bedeutung die verschiedenen Zustände meines Zimmer beschreiben kann. Wie kann das sein?! Als ich mein Zimmer im Dachgeschoss bezog, befand es sich in seinem Ursprungszustand - ein leerer Raum. In kürzester Zeit hat es sich der heutigen Bedeutung des Wortes angepasst: wüstes Durcheinander! Jedes Aufräumen entspricht einer lebendigen Etymologie des Wortes, wenn im Schnelldurchgang aus dem wüsten Durcheinander ein (fast) leerer, zumindest ziemlich geordneter Raum wird. Der Vorgang läuft jedoch in, aus unerklärlicher Ursache, in umgekehrter Richtung mindestens ebenso schnell ab - mein Zimmer stellt also einen universellen (Teufels)kreis dar!
Mit der Chaosforschung und der Chaostheorie habe ich mich noch nicht allzu viel beschäftigt, ich weiß nur, dass es vermutlich nicht sonderlich viel mit dem Durcheinander in meinem Zimmer zu tun haben kann. Außerdem genügt mir jetzt schon, was nach 10 Jahren Schule in meinem 16-jährigen Kopf gelegentlich abgeht. Da feiere ich, zur Entspannung, lieber meine ganz privaten Chaos-Tage, auch ohne Alkohol, Drogen und Randale. Und chaotische Systeme brauche ich nicht in der Mathematik oder Physik zu suchen, ein Blick in meinen Rucksack oder auf meinen Schreibtisch genügt...
Und damit schließt sich der Kreis meiner Begründung, warum nur 'Chaos' mein bestes eingewandertes Wort sein kann."
Sandro Plonka, 15 Jahre, Vogtsburg, hat einen Klapprechner im Wert von 1000 Euro gewonnen
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik SchulSPIEGEL | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Wissen | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH