Hamburg - Der Unmut der Fachlehrer richtet sich gegen die Lösungshinweise des Düsseldorfer Schulministeriums für die Korrektur der Klausuren in den Leistungskursen Philosophie. Die Lehrer bezeichneten die Hinweise als teils "groben Unfug".
In der Teilaufgabe 2 sollten die Prüflinge zum Beispiel die staatsphilosophische Position von Thomas Hobbes beschreiben. Dazu heißt es in der von Schulministerin Barbara Sommer (CDU) verbreiteten Modell-Lösung, nach Hobbes würden sich Individuen einem Souverän unterwerfen, der ihnen Sicherheit, Eigentum und "Freiheit" gewähre.
Der englische Staatstheoretiker und Philosoph Hobbes (1588 bis 1679) gilt allerdings eher als Verfechter von Unfreiheit: Ausgehend von einem negativen Menschenbild ("Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf") soll der Einzelne zugunsten einer absoluten Staatsgewalt auf alle politischen Rechte verzichten.
Bei Problemen mit dem Zentralabitur sei erst "die Spitze des Eisbergs bekannt", sagt Dorothea Schäfer, Vize-Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Ein Sprecher Sommers erklärte, man werde die neuen Vorwürfe prüfen.
Zuvor hatten auch umstrittene Mathematik-Klausuren für Aufregung gesorgt. In dieser Woche dürfen Schüler von Mathematik-Leistungskursen, die an einer unvollständigen Rechenaufgabe gescheitert waren, ihre Abitur-Klausuren nachschreiben.
wal
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