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07.09.2009
 

Tag der Talente

Familientreffen der Jung-Genies

Von Oliver Trenkamp

Sie schreiben spannender, rechnen schneller, forschen mit mehr Elan als andere Kinder und Jugendliche. Jetzt trafen sich die Preisträger der wichtigsten Jugendwettbewerbe in Berlin, vom Klimaretter bis zum Kinderrocker. Mit dabei: Die Sieger des SPIEGEL-Schülerzeitungswettbewerbs.

Er ist ein Profi, das sieht man gleich. Felix Finkbeiner fummelt seine Visitenkarte aus einem kleinen, dunklen Etui. Über seinem Namen prangt das gleiche Logo wie auf seinem T-Shirt: Vor einer grünen Baumkrone zieht sich ein dicker Schriftzug entlang - "Plant for the Planet". Felix will eine Million Bäume pflanzen, in jedem Land der Erde. Denn er weiß: "Erwachsene und Medien glauben immer an große Zahlen."

Felix ist elf Jahre alt. Er gibt Interviews und hält Reden, als hätte er nie etwas anderes getan. Dutzenden von Zeitungen und Sendern hat er in den letzten Jahren erzählt, dass er etwas Sinnvolles tun wolle, um das Klima zu retten. Dass er sich verarscht fühle von den Politikern. Er hat Vorträge gehalten in Schweden und Südkorea, immer begleitet von seinem Vater, der die PR für seinen Sohn sehr unterstützt.

Jetzt ist Felix in Berlin beim "Tag der Talente", einer Veranstaltung des Bundesbildungsministeriums. Und das passt eigentlich ganz gut. Felix und sein Vater wollen für ihr Baumpflanzprojekt werben, das Ministerium von Annette Schavan (CDU) für die eigene Politik; es will zeigen, dass es sich kümmert um begabte Kinder und Jugendliche.

300 Jungtalente hatte das Ministerium für drei Tage nach Berlin eingeladen, alle zwischen 11 und 24 Jahre alt, Preisträger von "Jugend forscht", Gewinner von Fremdsprachen-Wettbewerben und Mathe-Olympiaden. Junge Filmemacher kamen nach Berlin, Nachwuchsautoren, Musiker und Kinder, die durch soziales Engagement aufgefallen sind - so wie Felix.

Auch die Sieger des Schülerzeitungswettbewerbs des SPIEGEL waren dabei. Anna-Lisa Behnke, 19, vom siegreichen Redaktionsteam der Zeitung "Innfloh" aus Mühlbach am Inn, hat das Wochenende voller Workshops und Diskussionsrunden gefallen - weil es nicht um Konkurrenz ging, wie sie sagt. "Hier waren alles Preisträger", niemand habe den anderen übertrumpfen müssen. Gregor Kalchthaler, 20, von der Schülerzeitung "Background" aus Freiburg hat bei einem Unternehmensplanspiel mitgemacht und ein fiktives Fahrradunternehmen gemanagt. Ein bisschen sei es gewesen wie ein Familientreffen aller deutschen Jugendwettbewerbe.

Nach den Workshops, in denen die Jungtalente auch über Wahlkämpfe diskutierten und den Aufbau des Universums, präsentierten sie sich gegenseitig ihre Projekte. Dabei ist dem Jungredakteur Gregor der junge Klimaaktivist Felix aufgefallen. "Mit elf Jahren spricht er wie ein Profi", sagt Gregor.

Felix und einige andere der jüngsten und cleversten Talente stellt der SchulSPIEGEL vor.

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