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13.01.2010
 

Schneller Rückzieher

Gemeinde baut umstrittenen Kinderfinger-Scanner ab

Teure Technik: Vor zwei Tagen eingeweiht, wird der 3000-Euro-Scanner jetzt entferntZur Großansicht
Ulrich Kayl

Teure Technik: Vor zwei Tagen eingeweiht, wird der 3000-Euro-Scanner jetzt entfernt

Schulkinder im bayerischen Gilching müssen nun doch keine biometrischen Daten abgeben, wenn sie zur Musikstunde wollen. Nach Elternprotesten schraubt die Gemeinde den umstrittenen Fingerabdruck-Scanner wieder ab. Bürgermeister und Schule fahnden weiter nach einem Sicherheitskonzept.

Der umstrittene Fingerabdruck-Scanner für Musikschüler an der Tür einer Grundschule im oberbayerischen Gilching wird im Lauf des Mittwochs demontiert. Das teilte der Bürgermeister der Gemeinde, Manfred Walter, mit. Auf Betreiben der Schule und der Gemeinde war das 3000 Euro teure Gerät erst am Montag installiert worden.

Die bereits gescannten biometrischen Daten von 49 Schulkindern würden außerdem gelöscht, schrieb Walter in einer Presseerklärung. Grund für die Kehrtwende sei, dass "ein Großteil der Eltern der Musikschüler diesen Fingerprint nicht akzeptieren", so der Bürgermeister.

An der Arnoldus-Grundschule sollten etwa 160 Kinder für den nachmittäglichen Zugang zum Schulhaus ihre Fingerabdrücke speichern lassen. Die Datenerfassung war allerdings nur für die Schüler der Musikschule Gilching geplant. Die Musikschule hatte mit der Grundschule eine nachmittägliche Nutzung ihrer Räume vereinbart, allerdings unter der Bedingung, dass keine Fremden Zugang zur Schule erhalten dürften. An Vormittagen und auch für die am Nachmittag betreuten Schüler der Grundschule sollte kein Scan nötig sein.

Am Montag war das Scan-Vorhaben unter Aufsicht des Hausmeisters mit gerade knapp einem Drittel der betroffenen Kinder schleppend angelaufen. Besorgte Eltern hatten Datenschutzbedenken geltend gemacht und bemängelt, unter der erkennungsdienstlichen Behandlung leide das Wohl und das Sicherheitsgefühl der Kinder. Zwei Väter verteilten Flyer gegen die Speicherung der biometrischen Daten.

Darüber, wie der Zugang zur Schule für die musizierenden Kindern nachmittags und in den Abendstunden in Zukunft geregelt werden soll, wollen die Verantwortlichen jetzt weiter beraten.

cht

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insgesamt 12 Beiträge zum Forum...
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14.01.2010 von Ahnungslos: ...

Das erinnert mich stark an dieses Bild: http://failblog.org/2009/06/17/playground-fail-5/ mehr...

14.01.2010 von Kenny123: Sicherheit verliert gegen Unwissenheit

Die Kommentare zum "umstrittenen" Kinderfinger-Scanner zeugen von völliger Unkenntnis moderner Sicherheitstechnologien. Der abgebildete Scanner ist zweifelsfrei von Siedle, die die BioKey-Software von Idencom nutzen. Und [...] mehr...

14.01.2010 von lab61: ???

Wollten Sie uns allen damit jetzt kundtun, wie hoch wir ihren persönlichen IQ ist? Nämlich etwa so hoch wie der eines Erdmännchens, Flamingos oder eines Zwergmufflons? mehr...

13.01.2010 von tweet4fun: Deutschland als Zoo...

Na und? Der Durchschnittsbürger (Kinder eingeschlossen) ist schon längst viel "gläserner" als er denkt. Der folgerichtige Schritt wäre die Einpflanzung eines Chips kurz nach der Geburt. Damit entfiele dann auch das [...] mehr...

13.01.2010 von Rainer Daeschler: Hausmeister ausgelastet

"Am Montag war das Scan-Vorhaben unter Aufsicht des Hausmeisters mit gerade knapp einem Drittel der betroffenen Kinder schleppend angelaufen." Ich glaube, der Hausmeister ist mit der Überwachung der Scanner-Technik [...] mehr...

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