Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) will lerngefährdeten Hauptschülern durch den Einsatz von Bildungslotsen zu einem Schulabschluss und zum Einstieg in eine Lehre verhelfen. Gedacht ist an 60.000 Schüler ab Klasse 7, die nach einem Kompetenztest individuell betreut und dann in Betriebe vermittelt werden.
Dazu sollen bundesweit 3200 Berufseinstiegsbegleiter in rund 200 Regionen - meist Ballungsgebiete - eingesetzt werden. 1000 dieser Bildungslotsen sind sogenannte Senior-Experten, nämlich Praktiker mit Berufsbildungserfahrung.
Das Konzept dieser "Bildungsketten" ist Bestandteil des Berufsbildungsberichtes 2010, den das Kabinett an diesem Mittwoch beschließen will. Der Bericht liegt der Nachrichtenagentur dpa vor. "Zentrales Ziel der 'Bildungsketten'-Initiative ist die Senkung der Zahl der Schulabbrecher", sagte Schavan dazu. Dass infolge der geburtenschwachen Jahrgänge die Zahl der Schulabgänger an den Haupt- und Realschulen insgesamt kontinuierlich zurückgehe, könne bald zu einem Fachkräftemangel führen, so Schavan.
Im Berufsbildungsbericht zeigt sich die Bundesregierung besorgt über die mangelnde Ausbildungsreife vieler Jugendlicher. Bis zu 80.000 Jugendliche verlassen pro Jahr ihre Schule ohne Abschluss. Etwa jeder fünfte Ausbildungsvertrag wird vorzeitig aufgelöst. Rund 15 Prozent der jungen Erwachsenen zwischen 20 und 29 Jahren haben keinen Berufsabschluss. Und viele stecken in einem Übergangssystem, das die Anwärter auf eine Lehrstelle eigentlich unterstützen soll, für viele aber zu einem System ohne Ausgang wird.
Problemschüler sollen analysiert werden
Am Anfang der "Bildungsketten" stehe eine ausführliche individuelle Analyse der Fähigkeiten und Interessen des Jugendlichen in enger Zusammenarbeit mit der Schule, so Schavan. Dabei sollen auch berufliche Neigungen erkundet werden: "Es geht darum, das oft noch schlummernde, sich noch entfaltende Potenzial von jungen Menschen zu erkennen und zu fördern." Auf die Ergebnisse dieser Analysen könne dann auch in den Abschlussklassen gezielt eingegangen werden.
Zugleich sollen den Jugendlichen in Zusammenarbeit mit Unternehmen und Ausbildungsstätten der Kammern frühe Einblicke in die Berufspraxis vermittelt und persönliche Kontakte zu einem Betrieb aufgebaut werden. Das Programm soll zusammen mit dem Bundesarbeitsministerium und der Bundesagentur für Arbeit koordiniert werden.
Gezielt will die Ministerin auch Unternehmer mit Migrationshintergrund für die Initiative ansprechen. Es gebe hier "eine dynamisch wachsende Zahl neuer Betriebe", die auch für die Berufsbildung junger Menschen gewonnen werden könnten. "Und für den einen oder anderen Jugendlichen mit Migrationshintergrund, der ansonsten Probleme beim Sprung in die Ausbildung hat, können sich hier bei ähnlichen kulturellen Hintergrund auch gute Einstiegschancen ergeben", sagte Schavan.
IG Metall-Vorstandsmitglied Regina Görner begrüßte die Initiative. "Wir müssen alle Talente nutzen. Niemand darf verloren gehen. Deshalb ist der Ansatz der 'Bildungsketten' absolutig richtig." Positiv sei, dass heute schon mehr als die Hälfte der Betriebe verstärkt mit Schulen kooperierten. "Sie bieten Praktika an, unterstützen Projektwochen und arbeiten mit Schulen bei der Berufsorientierung."
Von Karl-Heinz Reith, dpa
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Das Pferd ist nicht tot, es ist seit 30 Jahren krank. Weil es krank ist hat man es nicht mehr eingespannt. Weil man es nicht mehr eingespannt hat, hat man völlig auf Leistung und auch auf Leistungskontrolle verzichtet. Dass [...] mehr...
Sie meinen also wenn man das tote Pferd von einem Stall in den anderen trägt lebt es plötzlich wieder auf? Wofür? Wenn wir einen Zweig haben der nur dafür da ist die Schüler von der Straße fernzuhalten dann können wir [...] mehr...
Yep, seh ich auch so. Die Hauptschule hat ihre Berechtigung verloren. Früher war sie ja DIE Schulform für alle, die zumeist parallel auf Vadders Feld oder in der Fabrik an der Dampfmaschine arbeiten mussten (oder als Soldaten [...] mehr...
Da geb' ich erstmal recht. Die Hauptschule als eigenständige "Schulkarriere" gehört abgeschafft. Statt dessen sollte die Realschule drei Abschlussmöglichkeiten bieten: -> Abgangszeugnis (nach der 9. Klasse, ganz [...] mehr...
...kein Pferd lässt sich von hinten aufzäumen! Fange man doch bei den Kindern mit Unterricht an, wo sie ihre 10 Finger einsetzen können: Ackerbau u. altes Handwerk (ab.Kl.3) - Schnitzen (ab Kl. 5), Schreinern (ab Kl 5), [...] mehr...
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