Nach dem Amoklauf von Winnenden diskutierte Deutschland über den Zugang zu Waffen, über Wege, wie sie von Jugendlichen möglichst ferngehalten werden können. Nicht so im oberbayerischen Olching. Wenige Wochen nach dem 15-fachen Mord am 11. März 2009 feilte der Gemeinderat an einem Plan: Auf einem Grundstück soll neben einer neuen Hauptschule und einer Turnhalle ein Schießstand errichtet werden. Schließlich suchte "Gemütlichkeit Olching", einer von sechs Schützenvereinen, schon seit Jahren nach einem geeigneten Ort.
Am Dienstag hat der Bauausschuss der 25.000-Einwohner-Gemeinde nun beschlossen: Das Schützenheim mit einem zehn Meter langen Schießstand wird auf dem Schulgelände gebaut. Am Donnerstag, 29. Juli, soll der Gemeinderat es absegnen. Die Zustimmung gilt nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" als sicher: Sowohl die Gemeinderäte als auch Bürgermeister Andreas Magg (SPD) sähen kein Problem in der räumlichen Nähe von Schützen und Schülern.
Von Beginn an stieß das Projekt auf Proteste bei Lehrerverbänden, Eltern und Anwohnern. "In Olching gibt es offenbar eine starke Lobby dafür, dass junge Leute das Schießen lernen", sagte Klaus Wenzel, Präsident des Bayerischen Lehrerverbands, der "Süddeutschen Zeitung". Er habe für das Vorhaben "überhaupt kein Verständnis".
"Die Verknüpfung von Schule und Schießen finden wir nicht toll"
Umgekehrt haben die Olchinger Schützenfreunde kaum Verständnis für die Aufregung. Schließlich werde im Verein ausschließlich mit Luftgewehren geschossen, nicht mit großkalibrigen Waffen. Im Rathaus der Gemeinde wird zudem betont, dass es einen eigenen Eingang zum zehn Meter langen Schießstand im Keller der Turnhalle geben solle.
Die Pläne stießen früh auf Widerstand: Anwohner sammelten Unterschriften, Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) mahnte zu "mehr Sensibilität". Auch der Bayerische Gemeindetag ist alles andere als glücklich über den Schießstand an der Schule. "Die Verknüpfung von Schule und Schießen finden wir nicht toll", sagte Sprecher Wilfried Schober.
Eine Ausnahme wäre das schülernahe Schießen nicht: Im Oktober 2009 gab das bayerische Innenministerium auf Anfrage der Grünen-Fraktion im Landtag bekannt, dass in 28 Schulen Schießstände untergebracht sind. In 23 Schulen wurde in oder unterhalb der Turnhallen geschossen.
Das ist beileibe nicht so selten, wie man vermuten könnte. Auch in Nordrhein-Westfalen wollten es die Grünen genau wissen und bekamen die zwar ungenaue, aber deutliche Antwort: Viele Schulkellerdienen Waffenfreunden als Schießrevier.
bim/dpa
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Bitte schreiben Sie nicht die Unwahrheit! Die Leiterin der Hauptschule von Olching hat im BR keinerlei Bedenken gegen den Schießstand für Druckluftgewehrschießen geäußert! Was Sie betreiben ist übelste Stimmungsmache. Lediglich [...] mehr...
Dieses Thema sollte eigentlich kein Thema sein, es ist praktizierte Normalität. Keine Zeile Wert. Die Problematik Schießstand in einer Schule ist aber eine Facette des eigentlichen Themas "Waffen in der [...] mehr...
Eine geniale Idee. Dieses Gesetz nennen wir dann Strafgesetzbuch und schreiben hinein, welche Strafen für welche Taten drohen. Das heißt, hoppla, so etwas gibt es ja schon. Nur hält sich kein Krimineller daran. Ich bin aber fest [...] mehr...
Das ist genau der Fehler, mit dem oft argumentiert wird. Nirgends in der zivilisierten Welt gibt es Waffen für Jedermann. Man muß immer, auch in den USA, seinen Leumund nachweisen und straffrei sein (oder zumindest das richtige [...] mehr...
Warum schaffen sie es nicht das Militär mal außen vor zu lassen? Es ist eine von ganz vielen anderen Institutionen die auch schießen. Im gesamten gesehen eine Minderheit! Ich habe die "Schießausbildung" beim Bund [...] mehr...
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