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4000-Euro-Strafe für Lehrerin: Skandal-Figur für elf Euro versteigert

Loriot-Zeichnung von zwei Männern in einer Badewanne als Briefmarke Zur Großansicht
imago

Loriot-Zeichnung von zwei Männern in einer Badewanne als Briefmarke

Lediglich elf Euro brachte die Versteigerung einer Loriot-Figur ein, die eine Berliner Lehrerin wegen Vorteilsannahme 4000 Euro Strafe gekostet hatte. Urheber des Skandals war ein Berliner Kollege der Frau.

Für die Berliner Lehrerin, der eine geschenkte Loriot-Figur eine 4000-Euro-Strafe wegen Bestechlichkeit eingetragen hatte, ist es eine bittere Schlusspointe: Das Beweismittel "Zwei Herren in der Badewanne" hatte seit 2011 bei der Staatsanwaltschaft Staub angesetzt und ist jetzt versteigert worden - für elf Euro.

Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft bestätigte am Freitag, dass die Skulptur im Januar bei einer öffentlichen Versteigerung von Asservaten einen neuen Besitzer fand. Die Lehrerin hatte im vergangenen Jahr die hohe Geldstrafe von 4000 Euro bezahlen müssen, damit ein Verfahren wegen Vorteilsannahme gegen sie eingestellt wurde.

Ein Vater hatte Anzeige erstattet, weil die Frau das etwa 200 Euro teure Geschenk am Ende des Schuljahres von einer 10. Klasse angenommen hatte. Der Vater ist selbst Leiter einer Berliner Grundschule. Später zeigte die Lehrerin damit einverstanden, dass die Behörden die Skulptur einziehen. Damit wurde der Weg für die Versteigerung frei.

Der nun erzielte Erlös von elf Euro liegt weit unter dem ursprünglichen Preis des Präsents, aber nur einen Euro über der Grenze, bis zu der Berliner Lehrer Geschenke von Schülern oder Eltern annehmen dürfen.

cht/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 93 Beiträge
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1. Das nächste Mal erst versteigern und dann die Strafe
andreu66 13.02.2015
festlegen, wäre vielleicht gerechter.
2. Unverständnis!
Voltaire2001 13.02.2015
Wir haben nun wahrlich schlimmere Probleme in unserem Schul - und Bildungssystem, als "Abschiedsgeschenke" von einer Klasse an eine Lehrerin oder einen Lehrer. Es mag sein, dass es eine solche Regelung gibt. Die Anwendung solcher Gesetze und Regelungen erfordert meiner Meinung nach einen gesunden Menschenverstand. Wenn eine Klasse am Ende des Schuljahres und möglicherweise am Ende der eigentlichen Schullaufbahn zusammen legt, um einem Lehrer dafür zu danken, dass er den Schülern im besonderen Maße etwas fürs Leben mit gegeben hat, ist das grundsätzlich positiv zu bewerten. Blinde Paragraphenreiter und Formalitätenfetischisten machen unser Bildungssystem eher noch schlechter. Botschaft an die Staatsanwaltschaft und an den Kläger.
3. Das setzt der ganzen Geschichte die Krone auf!
rugall70 13.02.2015
Also dieses Versteigerungsergebnis setzt dem Ganzen die Krone auf! Elf Euro? Wegen einem Elf-Euro-Nippes wurde die Frau verurteilt? Was wäre denn gewesen, wenn der Erlös unter der Marke von zehn Euro geblieben wäre? Hätte man dann das Urteil kassieren müssen? Da können die Richter ja noch mal von Glück sagen! Oder hat der Staatsanwalt selber mitgeboten, damit eine derart peinliche Schlappe vermieden wird. Fakt ist: Im Namen des Volkes ist dieses Urteil nicht ergangen.
4.
ricky-pagan 13.02.2015
Zitat von rugall70Also dieses Versteigerungsergebnis setzt dem Ganzen die Krone auf! Elf Euro? Wegen einem Elf-Euro-Nippes wurde die Frau verurteilt? Was wäre denn gewesen, wenn der Erlös unter der Marke von zehn Euro geblieben wäre? Hätte man dann das Urteil kassieren müssen? Da können die Richter ja noch mal von Glück sagen! Oder hat der Staatsanwalt selber mitgeboten, damit eine derart peinliche Schlappe vermieden wird. Fakt ist: Im Namen des Volkes ist dieses Urteil nicht ergangen.
Also ich finde das Urteil schon richtig. Die frau wusste was sie macht, ist erwischt und bestraft worden. Ist halt Pech. Ich finde es gut das es nicht erlaubt ist, denn auch das ist eine Form von Bestechung auch wenn es nur im ganz kleinen Rahmen ist. Ich konnte es nie leiden wenn irgendwelche Leute in der Schule oder der Uni den Klingelbeutel rumgehen lassen wollten um dem Lehrer was zu schenken. Davon werden sowieso nur irgendwelche Staubfänger gekauft die niemand braucht. Und wenn man dann bei sowas nicht mitmachen wollte wurde man nur blöd angemacht.
5. Andreu66
mina2010 13.02.2015
Gerechtigkeit und formales Recht sind nicht vereinbar!!!
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