Benimm-Zeugnisse : Bayern schafft die Kopfnoten ab

In Nordrhein-Westfalen gibt es neuerdings Kopfnoten. In Bayern dagegen verschwinden die Verhaltens-Zensuren wieder aus den Zeugnissen. Allerdings schafft die CSU die Beurteilung des Sozialverhaltens nicht komplett ab - in Textform soll es sie weiterhin geben.

Das Benehmen der Grundschüler bewerteten die Lehrer in Bayern bisher immer mit den Noten A bis D. In sieben Unterkategorien bekamen die Kinder zusätzlich zu ihren fachlichen Leistungen Zensuren, unter anderem für Kommunikationsfähigkeit, Konfliktverhalten, Konzentration und Ausdauer. Die Noten standen auf dem Zeugnis noch über den Leistungen in Deutsch oder Mathe. Die Bewertung der so genannten "überfachlichen Kompetenzen" sollte den Erfolg der Kinder in den weiterführenden Schulen erhöhen.

Kopfnoten: Bayern schafft sie wieder ab
DPA

Kopfnoten: Bayern schafft sie wieder ab

Nach massiven Protesten wurden die Kopfnoten in Bayern heute wieder abgeschafft. Darauf einigte sich die CSU im Bildungsausschuss des Landtages. Die Lehrer sollen das Verhalten der Schüler zwar auch weiterhin bewerten - aber nur noch in Textform, sagte der CSU-Bildungsexperte Gerhard Waschler. Die bisherige Bewertung in den sieben Kategorien solle es künftig nicht mehr geben, so dass die Zeugnisvergabe insgesamt wieder einfacher und unbürokratischer werde.

Eltern und Lehrer hatten in Bayern jahrelang gegen die Kopfnoten protestiert, die in der ersten und zweiten Klasse im Jahr 2004/2005 und ein Jahr später für alle Grundschüler eingeführt worden waren. Die Lehrer klagten wiederholt über den hohen Aufwand, Eltern zweifelten an der Aussagekraft der Noten.

Während Bayern die Benimmnoten nun abschafft, tauchen sie in Nordrhein-Westfalen gerade erst wieder auf den Zeugnissen auf. Schüler aller Altersstufen haben sie dort nach diesem Schulhalbjahr zum ersten Mal wieder im Zeugnis stehen. Eigentlich waren die Zensuren für das Betragen in den siebziger Jahren fast überall verschwunden. Auch in Nordrhein-Westfalen lautet die Hauptkritik an den Verhaltensnoten: Viel zu viel Bürokratie.

Was die Textform in Bayern bewirken soll: Der bayerische SPD-Bildungsexperte Hans-Ulrich Pfaffmann hofft auf eine bessere individuelle Förderung der Kinder: "Wir wollen, dass nicht nur Schwächen der Schüler benannt werden, sondern vor allem ihre Stärken."

mer/dpa

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