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18. Februar 2013, 18:39 Uhr

"Dein SPIEGEL" für den Unterricht

Netz, Netz, hurra!

Das Internet ist unverzichtbar - aber kann es auch gefährlich sein? Mit dem "Dein SPIEGEL"-Artikel "Ich und das Internet" starten der SPIEGEL-Verlag und Cornelsen eine neues Angebot für Unterrichtseinheiten. Thema der ersten Ausgabe: Was erwartet Kinder im WWW?

Das Netz ist heute schon ab der ersten Klasse wichtig. Ebenso wichtig ist es aber auch, zu wissen, wo ich welche Informationen im Netz finde und wie ich mögliche Gefahren vermeiden kann. Und wie beim Apfelschorle-Trinken, Fußball oder Computer spielen gilt auch für das Internet: Zu viel ist zu viel.

Aber was heißt das, wenn es ums Surfen geht? Wie finde ich überhaupt, was mich interessiert - außer mit Google? Und wo lauern, hinter vermeintlich guten Angeboten, Gefahren, denen ich beim Forschungstauchen im weltweiten Datenmeer begegnen kann?

Solchen Fragen widmet sich "Dein SPIEGEL", das Nachrichtenmagazin für Kinder, in der Titelgeschichte "Ich und das Internet". Im Cornelsen Schulbuchverlag entstand nun aus diesem Artikel in Zusammenarbeit mit erfahrenen Deutschlehrern ein Arbeitsblatt mit acht Aufgaben speziell für Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 8.

Unter diesem Link können Sie einfach die neuen "Dein SPIEGEL"-Unterrichtseinheiten des Cornelsen Verlags herunterladen . Hier lesen Sie zehn präzise beantwortete Fragen aus der "Dein SPIEGEL"-Titelgeschichte "Ich und das Internet" und wie die Cornelsen-Arbeitsblätter ihren Schülern das Netz erklären helfen.

Wo finde ich Informationen extra für Kinder?

Da gibt es viele gut gemachte Seiten: hanisauland.de zum Beispiel. Ziemlich alberner Name, aber gute Erklärungen über Politik. Die Seite stammt von der Bundeszentrale für politische Bildung und hat unter anderem ein prima Lexikon, in dem man Wörter wie "Staatsbankrott" oder "Diktatur" nachschlagen kann.

Kuppelgucker.de ist die Kinderseite des Bundestags, da erfährt man zum Beispiel, wie Gesetze gemacht werden. Wasistwas.de bietet viele Infos zu Naturwissenschaften. Bei kindernetz.de/oli/tierlexikon gibt es ein sehr schön gemachtes Tierlexikon, das man auch gut für die Schule nutzen kann. Wissen aus aller Welt und die "Logo"-Nachrichten findet man bei tivi.de.

Das Ärgerliche an den meisten Kinderseiten ist, dass ständig irgendwelche Maskottchen über die Seiten hüpfen. Beim ersten Mal ist ein Eichhörnchen, das einem das Internet erklärt, ja noch niedlich. Aber dann nervt es.

Ist das Internet ein gefährlicher Ort?

Gegenfrage: Ist Straßenverkehr gefährlich? Klar, man kann angefahren werden. Oder in den falschen Bus steigen und nicht nach Hause finden. Oder bei Glatteis vom Fahrrad auf die Nase fallen. Aber wer vorsichtig ist, sich an die Regeln hält und keinen Mist macht, der kommt schon zurecht. Mit dem Internet ist es ähnlich: Ja, es gibt Gefahren - aber man kann sie erkennen und vermeiden.

Wenn ich im Internet etwas lese: Woher weiß ich, ob das stimmt?

Man kann es nicht wissen. Jeder, der will, kann im Internet alles Mögliche behaupten. Es gibt keine Wahrheitskontrolle. Manche Leute versuchen, auf vielen Seiten zu beweisen, dass Astronauten nie auf dem Mond gelandet sind oder dass die Regierung unsere Gedanken mit geheimen Strahlen kontrolliert. Wenn das jemand auf dem Schulhof erzählt, würde man ihm nicht glauben. Und es wird auch nicht dadurch wahr, dass es im Netz steht. Grundregel: Misstrauisch sein. Was unglaubwürdig klingt, ist es oft auch.

Kann ich denn Wikipedia glauben?

In der Regel schon. Wikipedia ist ein Lexikon, das von vielen Leuten gemacht und auch kontrolliert wird. Trotzdem steht da manchmal etwas Falsches. Am Ende eines Wikipedia-Artikels kann man aber meistens nachlesen, woher die Informationen stammen. Und wer für ein Referat bei Wikipedia abschreiben will, sollte diese Quellen auf jeden Fall anklicken und lesen: Man lernt was - und das Abschreiben fällt nicht so leicht auf.

Wo kann ich gefahrlos chatten?

Viele Kinder wollen nach der Schule noch weiter quatschen, aber eben per Computer. Sie nutzen Programme wie MSN, Skype oder ICQ. Wenn man genau weiß, unter welchem Namen die Freunde im Netz unterwegs sind, ist das auch kein Problem. Aber viele solcher Chat-Programme und Chat-Seiten sind nicht wirklich empfehlenswert: Auf ask.fm kann man sehr leicht von Unbekannten gemobbt werden. Und bei MSN oder ICQ werden oft Links verschickt, die einen Virus auf den Rechner laden, wenn man sie anklickt. Per Chat empfangene Dateien sollte man besser nicht öffnen. Einen sicheren Chat extra für Kinder gibt es bei seitenstark.de. Da lesen Moderatoren mit und schmeißen üble Typen gleich raus.

Was sind Computerviren?

Kleine Programme, die sich auf dem Rechner einnisten und Schaden anrichten. Sie nutzen den Computer zum Verschicken von Reklame-Mails oder merken sich alle Tastatureingaben. Geheime Passwörter sind dann nicht mehr geheim. Manche Viren verschicken per Chat Nachrichten an alle Freunde. Die Freunde denken dann, die Botschaft sei von dir, sie klicken auf den Link - und zack, sind sie auch angesteckt. Es gibt Virenschutzprogramme, aber der beste Schutz sitzt im Kopf: Nicht bedenkenlos auf alles klicken!

Was ist eine Abo-Falle?

Eine fiese Abzocke: Wer schnell mal nachsehen will, welche Texte Bruno Mars singt, landet womöglich auf Seiten wie songtexte-24.de. Die Seiten können auch anders heißen, aber eines ist gleich: Am Anfang soll man seinen Namen und seine Anschrift angeben. Vorsicht: Irgendwo auf der Seite steht sehr unauffällig, dass man damit einen Vertrag abschließt - wenig später kriegt man eine Rechnung ins Haus. Da sind dann fast hundert Euro fällig. Man kann sich dagegen zwar wehren, aber dazu braucht man gute Nerven. Deshalb: Besser Finger weg, wenn jemand etwas Kostenloses verspricht, aber dafür Name und Adresse haben will.

Und bitte: Auch keine Handy-Nummer angeben. Dann plündern die Abzocker das Handy-Guthaben. Ähnliche Fallen gibt es auch, wenn man Hausaufgabenhilfe sucht, nach Kochrezepten stöbert oder günstige Klingeltöne haben will.

Warum soll ich niemandem verraten, wie ich heiße und wo ich wohne?

Ist doch klar. Wenn dich jemand auf der Straße anquatscht und fragt, wo du wohnst, dann sagst du es ihm ja auch nicht. Deine Freunde wissen, wer sich hinter deinem Spitznamen im Netz verbirgt - und alle anderen geht es nichts an.

Darf ich Musik kostenlos herunterladen?

Wenn sie aus einer offensichtlich illegalen Quelle kommt, dann nicht. Aber Freunde dürfen einem ihre CD kopieren, man darf sich bei YouTube Playlisten der Lieblingsstars zusammenstellen und kann neue Hits per Internetradio hören, bei last.fm zum Beispiel.

Gibt es ein Google für Kinder?

Die beste Suchmaschine für Kinder ist seit Jahren blinde-kuh.de. Hier werden Links zu anderen Kinderseiten gesammelt. Auf blinde-kuh gibt es auch viele kleine Online-Spiele. Die sind kostenlos, man muss sich auch nicht anmelden - aber man kann hier leicht die Zeit verdaddeln, statt Infos für die Hausaufgaben zu suchen.

In Kooperation mit dem SPIEGEL Verlag ist soeben die erste Unterrichtseinheit mit Inhalten des Nachrichten-Magazins für Kinder "Dein SPIEGEL" im Lehrkräfte-Portal von Cornelsen erschienen.

Aufbauend auf der Titelgeschichte "Ich und das Internet" wurde ein Arbeitsblatt mit acht Aufgaben entwickelt, das für den Einsatz im Unterricht an weiterführenden Schulen der 5. bis 8. Jahrgangsstufe konzipiert ist. Die Unterrichtseinheit ermöglicht eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema und gibt Anregungen zu weiterführenden Diskussionen. Ergänzend erhalten die Schülerinnen und Schülern Tipps, die ihnen bei der Bearbeitung der Übungen weiterhelfen.

Erfahrene Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer haben die didaktische Aufbereitung der Inhalte für den Unterricht gemeinsam mit der Deutschredaktion des Cornelsen Verlags übernommen, das Layout kommt vom SPIEGEL-Verlag. Angeboten wird die "Dein SPIEGEL"-Unterrichtseinheit als pdf-Datei zum Download.

Lehrkräfte können sie mit dem Bestellformular auf dieser Internetseite zum Preis von 1,50 Euro oder im Rahmen eines Online-Abos gratis beziehen. Das Unterrichtsangebot wird monatlich mit Themen und Artikeln aus "Dein SPIEGEL" fortgesetzt. Im Rahmen der Kooperation bietet "Dein SPIEGEL" ein attraktives Lehrer-Schüler-Abo an (PDF-Bestellformular). Klassen, die das Magazin für sechs Ausgaben abonnieren, zahlen nur 1,50 Euro pro Ausgabe und Teilnehmer anstatt 3,60 Euro.

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