Von Jochen Leffers
Ins Rampenlicht drängt sich Manfred Prenzel eher ungern. Als Leiter des Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften an der Kieler Uni stand er 2003 und 2006 an der Spitze des deutschen Pisa-Konsortiums, war auch schon an der ersten Pisa-Studie beteiligt. Prenzel gilt als zurückhaltender Pragmatiker und lässt sich nicht so leicht zu polemischen Thesen hinreißen.
2007 kam es zu einer Auseinandersetzung mit Andreas Schleicher, der zuvor erklärt hatte, man könne nicht von einer Verbesserung der Schüler in Deutschland reden, weil Pisa 2006 wegen einer veränderten Aufgabenstellung nicht mit den beiden früheren Studien vergleichbar sei. Prenzel widersprach: Die Ergebnisse seien "sehr wohl vergleichbar".
Auch bei der Frage nach dem Einfluss des Schulsystems deutet Prenzel die Pisa-Ergebnisse anders als Schleicher, der immer wieder die traditionelle Dreigliedrigkeit in Deutschland kritisierte. Aus Sicht des Forschers, der inzwischen Dekan an der TU München ist, findet man bei internationalen Tests Beispiele für alle möglichen Schulsysteme: gute Beispiele für gegliederte Schulsysteme und solche, die nur eine Schulart haben - aber auch schlechte Beispiele für beide Varianten. Viel wichtiger sei "das, was im Unterricht stattfindet, und ob die Schüler, egal welche Lernvoraussetzungen sie mitbringen, dort Anregungen finden, weiterzulernen". Das Schulsystem sei "nicht der letztlich entscheidende Faktor", so Prenzel.
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