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Geschlechter-Studie: Schulen benachteiligen Jungen massiv

Das Schulsystem produziert haufenweise Verlierer - die Mehrheit ist männlich. Schon im Kindergarten werden Mädchen deutlich bevorzugt, auch in der Schule müssen Jungs um Aufmerksamkeit und gute Noten kämpfen. Ursache des Problems: Kitas und Grundschulen sind fest in weiblicher Hand.

Dumme Jungen, schlaue Mädchen? Der oberflächliche Blick auf die Schulnoten führte zu diesem lange gepflegten Vorurteil. Eine neue Studie des Aktionsrates Bildung bestätigt aber, dass der Grund für die Zensurenlücke ein anderer ist: Jungen werden in Kindergarten und Schule massiv benachteiligt.

Grundschüler (im Rheinland): Jungen müssen sich mehr anstrengen
AP

Grundschüler (im Rheinland): Jungen müssen sich mehr anstrengen

Nicht mehr die Mädchen, sondern die "Jungen sind die Verlierer im deutschen Bildungssystem", sagt der Ratsvorsitzende und Präsident der Freien Universität Berlin, Dieter Lenzen. Statt auszugleichen, verstärke die Schule den Bildungs- und Leistungsrückstand der Jungen. Am schlimmsten sei die Benachteiligung in den ostdeutschen Ländern.

"Beim Übergang auf das Gymnasium müssen Jungen eine deutlich höhere Leistung erbringen. Der Weg in die Berufsausbildung ist für Jungen erschwert", kritisierte Lenzen. "Von allen Schulabgängern ohne Abschluss sind 62 Prozent Jungen." Bei den Abiturienten seien die Mädchen wiederum klar in der Mehrheit. Die einstige "Bildungsbenachteiligung des katholischen Arbeitermädchens vom Lande wurde durch neue Bildungsverlierer abgelöst: die Jungen", sagte Lenzen.

Damit bestätigt der Aktionsrat Bildung ein Ergebnis, zu dem auch eine Untersuchung des Bundesbildungsministeriums vor gut einem Jahr gekommen war. Tenor: In der Grundschule sehen sich Jungen einer weiblichen Übermacht an Lehrkräften gegenüber - und werden von den Lehrerinnen häufig benachteiligt. Der Hallenser Bildungsforscher Jürgen Budde kam in dem Bericht zu dem Schluss, dass Jungen in allen Fächern bei gleicher Kompetenz schlechtere Noten kriegen als ihre Mitschülerinnen. Selbst wenn sie die gleichen Noten haben wie Mädchen, empfehlen die Lehrer ihnen seltener das Gymnasium. Kurzum, Jungs werden bei gleicher Leistung schlechter behandelt.

Weil der Schulabschluss die gesamte Erwerbsbiografie beeinflusst, sind junge Männer deutlich häufiger arbeitslos als junge Frauen - damit wird aus einem individuellen Problem, auch ein gesellschaftlicher Missstand.

Der Dortmunder Bildungsforscher Wilfried Bos sagte: "Männer sind nicht per se dümmer. Wir werden nur nicht so gefördert." Das Risiko für Jungen, in Schule und Beruf zu scheitern, sei am größten in Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern. Das fange schon im Kindergarten an, wo der Anteil der männlichen Erzieher unter drei Prozent liege. Am geringsten seien die Geschlechterunterschiede bei Bildung in den Stadtstaaten Hamburg und Berlin.

Dürfen Jungen nicht mehr Jungen sein?

Jungen haben laut Lenzen oftmals gar nicht die Chance, eine ausgereifte Geschlechtsidentität zu bilden, da sie im Kindergarten und in der Grundschule meist mit Erzieherinnen und Lehrerinnen konfrontiert seien. In keinem Bundesland liegt der Anteil männlicher Erzieher in den Kindertagesstätten bei mehr als zehn Prozent.

Die Ergebnisse sind Teil des Jahresgutachtens des Aktionsrats Bildung unter dem Titel "Geschlechterdifferenzen im Bildungssystem". Zum Aktionsrat gehören neben FU-Präsident Lenzen und Wilfried Bos noch einige weitere namhafte Bildungsforscher, darunter der Koordinator der deutschen Pisa-Studie Manfred Prenzel.

Auch der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbands, Max Schmidt, betonte: "Sowohl in der Grundschule, aber auch während der Pubertät, ist es wichtig, dass Jungen und Mädchen in männlichen und weiblichen Lehrkräften positive Rollenvorbilder erleben." Das zunehmende Verschwinden von Männern aus den Schulen erschwere gerade den Jungen die Auseinandersetzung mit der eigenen Rollenidentität.

Der Präsident der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw), Randolf Rodenstock, warnte angesichts der vielen männlichen Schulabgänger ohne Abschluss, man könne es sich nicht leisten, so viele junge Männer auf dem Bildungsweg zu verlieren. Langfristig steuere Deutschland auf einen Arbeitskräftemangel zu, der durch die aktuelle wirtschaftliche Lage nur verzögert werde. Der von der vbw initiierte Aktionsrat Bildung fordert daher, dass das pädagogische Personal in seiner geschlechterspezifischen Kompetenz geschult werden müsse.

cht, AP/ddp

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Forum - Erziehung - müssen Jungen schulisch stärker gefördert werden?
insgesamt 2592 Beiträge
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1. schon in Anbetracht,
sitiwati 23.08.2008
dass Frauen von Natur aus heller sind, muss eine Mehr Föderung der Jungs erfolgen, das verlangt schon der Üeberlebenskampf( männlich)!
2.
Peter-Freimann 23.08.2008
Zitat von sysopMädchen sind derzeit schulisch oft erfolgreicher als Jungen. Wie soll die Pädagogik mit diesem Phänomen umgehen? Müssen Jungen künftig bei der Bildung stärker gefördert werden?
Nö. Förderunterricht brauchen die Bildungs"experten". Die ganze Ideologie der heutigen Schulbildung ist morsch und brüchig. Die Sprachetiketten wechseln immer verzweifelter, zu Grunde liegt ein in Scherben liegendes Projekt, aus einem ehemalig weltweit mit führenden Bildungssystem eine Art basisdemokratische Selbsterfahrungsgruppe mit unfertigen Kindern und im schlimmsten Fall berufsjugendlichen Pädagogen durchzuziehen, diese romantisch-utopistischen Baschtelstuben sollte man sofort schließen, bei Neueröffnung zum Konzept der Disziplin, der differenzierten Förderung, der Hochachtung von Leistungsbereitschaft und Bildung (und nicht Gelaber und "Kompetenz") zurückkehren. Es wird für Mädchen ein Segen sein, ebenso für Jungen, mit Streichung der staatlichen Fördergelder für den ganzen Genderquark kann viel gespart werden, das besser investiert werden kann, natürlich kommt die Rückkehr zur Bildung in der Schule dann auch sowohl den leistungsbereiten Kindern aus der Unterschicht, wie auch denen der Mittel- und Oberschicht zu Gute. Der Mief der vierzig Jahre ist bankrott, jedes Pfuschen am Detail ist Zeit- und Geldverschwendung, it's time for a change.
3.
Dr. Klopek, 23.08.2008
Zitat von sitiwatidass Frauen von Natur aus heller sind, muss eine Mehr Föderung der Jungs erfolgen, das verlangt schon der Üeberlebenskampf( männlich)!
Toller Beitrag! Ganz nach dem Motto: Hauptsache was gesagt.
4.
harm ritter 23.08.2008
Zitat von sitiwatidass Frauen von Natur aus heller sind, muss eine Mehr Föderung der Jungs erfolgen, das verlangt schon der Üeberlebenskampf( männlich)!
Wenn sich diesem "Beitrag" überhaupt irgendein Inhalt abringen läßt, dann den, daß Frauen häufiger zu belanglosem Getratsch und haltlosem Gewäsch neigen. Schweigen ist nicht die genuine Stärke des schöneren Geschlechts.
5. blond?
dickebank, 23.08.2008
Zitat von sitiwatidass Frauen von Natur aus heller sind, muss eine Mehr Föderung der Jungs erfolgen, das verlangt schon der Üeberlebenskampf( männlich)!
Ist hier vielleicht "blond" ein Synonym für "heller"?
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