Internationaler Leistungsvergleich: Deutsche Grundschüler sind gut, aber nicht sehr gut

Grundschüler in Deutschland schneiden im internationalen Vergleich gut ab: Beim Lesen, in Mathematik und in den Naturwissenschaften landen Viertklässler bei den aktuellen Iglu- und Timss-Studien erneut im oberen Drittel - verbessert haben sie sich allerdings nicht.

DPA

Hongkong auf Platz eins, Russland, USA, einige europäische Länder, dann kommt Deutschland: Viertklässler hierzulande erreichen beim Lesen erneut überdurchschnittliche Leistungen. Im internationalen Vergleich landen die Grundschüler im oberen Drittel. Damit liegt Deutschland laut Bildungsforscher Wilfried Bos auf Augenhöhe mit den Niederlanden, Tschechien, Schweden und Italien.

Auch in Mathematik und in den Naturwissenschaften landet Deutschland im oberen Drittel. Das geht aus der aktuellen Iglu-Lesestudie und der Timss-Mathematikstudie hervor, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde (die Studien als pdf). "Wir haben unsere hohe Position halten können", sagte Wilfried Bos, der wissenschaftliche Leiter der Studie. Bos zufolge habe Deutschland ähnlich gut abgeschnitten wie bei vergleichbaren Studien im Jahr 2001 - obwohl sich die Bedingungen verändert haben: 2011 seien sechs Prozent mehr Kinder mit Migrationshintergrund in den Schulen gewesen.

Die positive Nachricht lautet daher: Migrantenkinder konnten aufholen. In fast allen Bereichen haben sie deutlich besser als zuvor abgeschnitten.

Bei der Timss-Untersuchung geht es um Mathematik und Naturwissenschaften, bei der Iglu-Studie um die Lesekompetenzen von Viertklässlern. Die Tests für beide Untersuchungen fanden im Frühsommer 2011 in allen 16 Bundesländern statt. Rund 4600 Schüler an 200 zufällig ausgewählten Grund- und Förderschulen haben mitgemacht. Die Abkürzungen stehen für Trends in International Mathematics and Science Study und Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung. Außerhalb Deutschlands heißt die Studie PIRLS, Progress in International Reading Literacy Study.

Lesekompetenz schlechter als 2006

An der Iglu-Studie hatten 45 Staaten teilgenommen. Erneut liegen die Schüler aus Hongkong bei Lesen und Textverständnis an der Spitze. Die Schüler sind dort ein gutes halbes Schuljahr weiter als deutsche Zehnjährige. Insgesamt erreichen zwölf Staaten deutlich bessere Testleistungen als Deutschland, darunter Finnland, Dänemark, Irland und England. Die deutschen Kinder liegen aber immer noch deutlich über dem internationalen Mittelwert und dem Durchschnittsergebnis der anderen EU-Staaten.

Vergleicht man die zwei Iglu-Erhebungen aus den Jahren 2001 und 2006 mit der aktuellen aus 2011, zeigt sich: Deutschland konnte die Verbesserung, die sich 2006 im Vergleich zu 2001 eingestellt hatte, im Jahr 2011 nicht fortsetzen. Vielmehr entsprechen die Leistungen von 2011 in etwa dem Leistungsniveau von 2001. Besonders Sachtexte fallen den Kindern schwer. Nach wie vor erreicht mehr als jedes sechste Grundschulkind in Deutschland ein nicht ausreichendes Kompetenzniveau im Lesen, dieser Anteil hat sich im Vergleich zu 2001 nicht verändert.

Auch in Mathe liegen die deutschen Schüler im oberen Drittel, allerdings verlässt fast jedes fünfte Kind (19,3 Prozent) die Grundschule mit ungenügenden Mathematik-Kenntnissen. 50 Staaten nahmen an der Timss-Untersuchung teil. Ihre Leistungen haben sich im Vergleich zu der Studie von 2007 kaum verändert. 13 Staaten erzielen dabei deutlich bessere Testleistungen als Deutschland, darunter Belgien, Finnland, England, die Niederlande und Dänemark. In den Naturwissenschaften verfügt sogar mehr als jeder fünfte Viertklässler (22 Prozent) allenfalls über ein Anfangswissen und wird in der Sekundarstufe I mit erheblichen Schwierigkeiten zu rechnen haben.

Das Bildungssystem ist durchlässiger geworden

Die vorherige Timss-Studie von 2007 hatte ergeben, dass deutsche Grundschüler mit ihren Leistungen in Mathematik und Naturwissenschaften weltweit im vorderen Mittelfeld liegen. Die deutschen Viertklässler kamen auf Rang 12 von 40 Staaten.

Vor wenigen Wochen erst hatte eine Bildungsstudie gezeigt, wie die Leistungen der Grundschüler in den einzelnen Bundesländern sind: Wie so oft dominierten in allen drei getesteten Disziplinen - Lesen, Zuhören, Mathematik - in der Spitzengruppe überwiegend Länder aus dem Süden Deutschlands. Danach folgt im Leistungsranking ein sehr breites Mittelfeld mit marginalen Punktunterschieden. Erhebliche Probleme in allen drei Disziplinen haben dagegen die Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg.

Bildungsexperten raten allerdings seit Jahren, nicht ganze Bundesländer miteinander zu vergleichen, sondern besser Regionen mit ähnlichen Wirtschaftsstrukturen und Problemlagen. Also etwa Berlin mit dem Ruhrgebiet wegen der hohen Ausländerquoten unter den Schülern oder ländliche Gebiete im Osten mit denen im Westen wegen Abwanderung und Bevölkerungsrückgang.

Viele Kinder bleiben dauerhaft außen vor

Dass vieles nicht rund läuft an deutschen Schulen, das hatte auch - und erneut - der letzte Bundesbildungsbericht gezeigt. Er dokumentierte zwar, dass es immer mehr Abiturienten und Studenten gibt und das Bildungssystem durchlässiger geworden ist - dass die Bildungschancen also steigen. Aber es zeigte sich auch, dass eine Schicht von 15 bis 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen von diesen Chancen dauerhaft ausgeschlossen bleibt. Sie können nicht richtig lesen oder Texte verstehen, brechen die Schule oder die Lehre ab und nehmen auch nicht an Weiterbildungskursen teil.

Die wirklich ernsten Probleme der deutschen Schulen beginnen nämlich in der Regel erst mit der 5. Schulklasse.

Leseleistungen der Schüler im internationalen Vergleich

Gesamtskala Lesen
Land Wert
Hongkong 571
Russische Föderation 568
Finnland 568
Singapur 567
Nordirland 558
USA 556
Dänemark 554
Kroatien 553
Taiwan 553
Irland 552
England 552
Kanada 548
Niederlande 546
Tschechische Republik 545
Schweden 542
Italien 541
Deutschland 541
Israel 541
Portugal 541
Ungarn 539
VG OECD 538
Slowakei 535
VG EU 534
Bulgarien 532
Neuseeland 531
Slowenien 530
Österreich 529
Litauen 528
Australien 527
Polen 526
Frankreich 520
Spanien 513
Internationaler Mittelwert 521
Norwegen 507
Belgien 506
Rumänien 502
Georgien 488
Malta 477
Trinidad & Tobago 471
Aserbaidschan 462
Iran 457
Kolumbien 448
Vereinigte Arabische Emirate 439
Saudi-Arabien 430
Indonesien 428
Katar 425
Oman 391
Marokko 310

Wer liest am besten? Die Schüler in Hongkong. Deutschland landet im oberen Drittel, etwa gleichauf unter anderem mit den Niederlanden, Schweden, Italien, Portugal und Ungarn.

Vergleich der Leseleistungen zwischen Iglu 2001 und 2011

Gesamtskala Mathematik
Land 2007 (in %) 2011 (in %)
Iran 80.0 66.8
Georgien 64.8 58.7
Neuseeland 39.5 42.0
Norwegen 48.1 37.3
Schweden 32.4 31.5
Italien 32.7 31.3
Slowakei 36.8 31.2
Australien 29.5 29.8
Österreich 31.1 29.6
Ungarn 32.9 29.6
Tschechische Republik 41.4 28.2
Slowenien 33.4 28.0
England 21.1 22.4
Litauen 22.7 20.9
Deutschland 21.5 19.3
USA 23.3 19.0
Russische Föderation 19.5 18.2
Dänemark 23.7 18.1
Niederlande 16.2 11.6
Taiwan 7.6 6.8
Japan 10.8 6.8
Singapur 8.2 6.1
Hongkong 3.2 3.8

Während sich Hongkongs und Russlands Grundschüler im Vergleich zu 2001 deutlich verbessert haben, stagniert die Leseleistung deutscher Schüler. Im Vergleich zur Iglu-Studie 2006 haben sie sich sogar verschlechtert.

Anteil der schlechten Schüler

Gesamtskala Lesen
Land 2001 (in %) 2011 (in %)
Rumänien 31,5 34,8
Norwegen 34,7 29,1
Neuseeland 26,0 25,2
Frankreich 22,6 24,8
Bulgarien 16,9 22,9
Slowenien 33,0 20,5
Litauen 14,6 20,1
Ungarn 15,0 18,9
Slowakei 24,1 17,8
England 17,6 17,3
Deutschland 16,9 15,4
Italien 17,5 15,0
Schweden 9,7 14,7
USA 19,7 13,9
Singapur 24,0 12,8
Niederlande 8,3 9,9
Russische Föderation 19,6 8,4
Hongkong 18,6 6,9

Mehr als jedes sechste Kind erreicht in Deutschland das nicht ausreichende Kompetenzniveau III im Lesen - in der Sekundarstufe I werden sie deswegen voraussichtlich in allen Fächern erhebliche Schwierigkeiten bekommen.

Testleistungen der Schüler im internationalen Vergleich

Gesamtskala Mathematik
Land Wert
Singapur 606
Südkorea 605
Hongkong 602
Taiwan 591
Japan 585
Nordirland 562
Belgien 549
Finnland 545
England 542
Russische Föderation 542
USA 541
Niederlande 540
Dänemark 537
Litauen 534
Portugal 532
Deutschland 528
Irland 527
VG OECD 521
VG EU 519
Serbien 516
Australien 516
Ungarn 515
Slowenien 513
Tschechische Republik 511
Österreich 508
Italien 508
Slowakei 507
Schweden 504
Kasachstan 501
Malta 496
Norwegen 495
Internationaler Mittelwert 491
Kroatien 490
Neuseeland 486
Spanien 482
Rumänien 482
Polen 481
Türkei 469
Aserbaidschan 463
Chile 462
Thailand 458
Armenien 452
Georgien 450
Bahrain 436
Vereinigte Arabische Emirate 434
Iran 431
Katar 413
Saudi-Arabien 410
Oman 385
Tunesien 359
Kuwait 342
Marokko 335
Jemen 248

Die besten Rechner kommen laut der Timss-Studie aus Singapur, gefolgt von Südkorea und Hongkong. Deutschland landet im oberen Drittel, genau wie Litauen, Portugal und Irland.

Vergleich der Testleistungen von Timss 2007 und 2011

Gesamtskala Mathematik
Land 2007 2011
Iran 402 431
Tschechische Republik 486 511
Norwegen 473 495
Japan 568 585
Taiwan 576 591
Dänemark 523 537
Georgien 438 450
USA 529 541
Slowenien 502 513
Slowakei 496 507
Singapur 599 606
Ungarn 510 515
Niederlande 535 540
Litauen 530 534
Österreich 505 508
Deutschland 525 528
Schweden 503 504
Italien 507 508
England 541 542
Australien 516 516
Russische Föderation 544 542
Hongkong 607 602
Neuseeland 492 486

Hier zeigt sich, welche Länder sich verbessert und welche sich verschlechtert haben: Iran hat einen deutlichen Sprung nach vorn gemacht. Die Leistungen von deutschen Schülern sind in Mathematik zwar über dem EU- und OECD-Durchschnitt, verbessert haben sie sich jedoch nicht.

Anteil der schlechten Schüler

Gesamtskala Mathematik
Land 2007 (in %) 2011 (in %)
Iran 80.0 66.8
Georgien 64.8 58.7
Neuseeland 39.5 42.0
Norwegen 48.1 37.3
Schweden 32.4 31.5
Italien 32.7 31.3
Slowakei 36.8 31.2
Australien 29.5 29.8
Österreich 31.1 29.6
Ungarn 32.9 29.6
Tschechische Republik 41.4 28.2
Slowenien 33.4 28.0
England 21.1 22.4
Litauen 22.7 20.9
Deutschland 21.5 19.3
USA 23.3 19.0
Russische Föderation 19.5 18.2
Dänemark 23.7 18.1
Niederlande 16.2 11.6
Taiwan 7.6 6.8
Japan 10.8 6.8
Singapur 8.2 6.1
Hongkong 3.2 3.8

Knapp jedes fünfte Kind verfügt allenfalls über elementare mathematische Kenntnisse. Diese Schüler werden in der Sekundarstufe I vermutlich im Matheunterricht Probleme bekommen. Im Vergleich zu 2007 hat sich die Zahl nicht signifikant verändert.

Testleistungen der Schüler im internationalen Vergleich

Gesamtskala Naturwissenschaften
Land Wert
Südkorea 587
Singapur 583
Finnland 570
Japan 559
Russische Föderation 552
Taiwan 552
USA 544
Tschechische Republik 536
Hongkong 535
Ungarn 534
Schweden 533
Slowakei 532
Österreich 532
Niederlande 531
England 529
Dänemark 528
Deutschland 528
Italien 524
VG OECD 523
Portugal 522
Slowenien 520
VG EU 521
Nordirland 517
Irland 516
Kroatien 516
Australien 516
Serbien 516
Litauen 515
Belgien 509
Rumänien 505
Spanien 505
Polen 505
Neuseeland 497
Kasachstan 495
Norwegen 494
Internationaler Mittelwert 486
Chile 480
Thailand 472
Türkei 463
Georgien 455
Iran 453
Bahrain 449
Malta 446
Aserbaidschan 438
Saudi-Arabien 429
Vereinigte Arabische Emirate 428
Armenien 416
Katar 394
Oman 377
Kuwait 347
Tunesien 346
Marokko 264
Jemen 209

Schüler in Südkorea schneiden in den Naturwissenschaften am besten ab. Deutschland liegt auch in diesem Bereich im oberen Drittel, zusammen unter anderem mit Hongkong - den Lesesiegern -, Ungarn, Schweden, Slowakei, England und Italien.

Vergleich der Testleistungen von Timss 2007 und 2011

Gesamtskala Naturwissenschaften
Land 2007 2011
Georgien 418 455
Tschechische Republik 515 536
Norwegen 477 494
Iran 436 453
Dänemark 517 528
Japan 548 559
Schweden 525 533
Niederlande 523 531
Russische Föderation 546 552
Slowakei 526 532
Österreich 526 532
USA 539 544
Slowenien 518 520
Litauen 514 515
Deutschland 528 528
Ungarn 536 534
Singapur 587 583
Taiwan 557 552
Neuseeland 504 497
Italien 535 524
Australien 527 516
England 542 529
Hongkong 554 535

Wer hat sich in den Naturwissenschaften verbessert, wer verschlechtert? Schüler in Georgien haben am stärksten zugelegt. Deutschland hingegen hat seine Leistung gehalten.

Anteil der schlechten Schüler

Gesamtskala Naturwissenschaften
Land 2001 (in %) 2011 (in %)
Georgien 74,0 56,2
Iran 63,7 55,8
Neuseeland 35,0 37,4
Norwegen 46,3 36,0
Australien 23,6 28,4
Litauen 26,1 26,7
Slowenien 26,5 25,6
England 19,5 24,5
Italien 21,7 24,2
Ungarn 21,7 22,1
Deutschland 23,7 22,0
Dänemark 27,9 21,9
Slowakei 24,6 21,1
Schweden 24,1 21,0
Österreich 24,4 21,0
Tschechische Republik 28,5 19,0
USA 22,0 18,5
Hongkong 12,1 18,4
Taiwan 14,0 14,7
Russische Föderation 18,2 14,4
Niederlande 20,7 14,1
Singapur 11,7 11,0
Japan 14,0 9,7

Knapp jedes fünfte Kind verfügt in Deutschland allenfalls über naturwissenschaftliches Anfangswissen. Diese Schüler haben Probleme, dieses Wissen anzuwenden. Diese Schüler werden in der Sekundarstufe I in diesen Fächern wohl starke Schwierigkeiten bekommen. Im Vergleich zu 2007 hat sich der Anteil in Deutschland kaum verändert.

Grundschüler, die außerhalb der Schule nicht lesen

Land 2001 (in %) 2011 (in %)
Bulgarien 10 12
Litauen 6 7
Schweden 11 13
Russische Föderation 6 7
Ungarn 11 11
Slowakei 14 12
Slowenien 14 12
Norwegen 22 20
Frankreich 15 13
Hongkong 14 11
Deutschland 18 11
Singapur 33 26
Neuseeland 20 10
England 27 13
USA 32 18
Italien 35 19
Niederlande 34 17
Rumänien 27 9

Liest du außerhalb der Schule zum Vergnügen? Elf Prozent der Schüler antworteten: Ich lese nie oder fast nie. Im Vergleich zu 2001 lesen Schüler inzwischen aber häufiger. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland damit im Mittelfeld. In Singapur ist der Anteil der Nichtleser mit 26,5 Prozent am höchsten, in Litauen mit 6,9 Prozent am niedrigsten.

otr/lgr/dpa/dapd/Reuters

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insgesamt 144 Beiträge
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1. Und wir kaufen uns davon, was?
braamsery 11.12.2012
Welcher Grundschüler trinkt Alkohol, nimmt Drogen oder guckt nur Assi-TV oder sitzt vorm PC? - Richtig,m das beginnt alles später. Dass die USA zweiter sind sagt über diese "Studie" doch alles aus. Es ist eine Momentaufnahme vor dem großen Zusammenbruch, mehr nicht. Ein Erfolg ist es dadurch noch lange nicht. Es zeigt eher die Schwächen unserer Gesellschaft die nicht fähig ist jungen Menschen auf Dauer Werte zu vermitteln, dass z.B. Bildung wichtig ist, aber auch Sachen wie Respekt etc. Es ist mehr ein Armutszeugnis als ein gutes Ergebnis. Wäre das Ergebnis hier auch schlecht, läge der Fehler klar am Anfang der Erziehung, so verläuft es sich zwischen dem Einfluss der Gesellschaft, steigendem Druck, Medien die nur Müll zeigen und viel viel leichterem Zugang zu Sachen wie Internet die eben mehr Spaß als lernen und alles andere außer lernen ist eh viel geiler...
2. Konkurrenz
ofelas 11.12.2012
Zitat von sysopdapdGrundschüler in Deutschland schneiden im internationalen Vergleich gut ab: Beim Lesen, in Mathematik und in den Naturwissenschaften landen Viertklässler bei den aktuellen Iglu- und Timss-Studien erneut im oberen Drittel - verbessert haben sie sich allerdings nicht. http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/iglu-und-timss-studie-wie-deutschland-im-grundschultest-abschneidet-a-871993.html
Im oberen Drittel im Vergleich zu den Nationen die mit uns im Wettbewerb liegen....fragt sich ob das auf die Dauer reicht! Ich denke, wir haben aus einer historischen Sondersituation und der Kombination aus hoher Bildung, und hoher Ausbildung unsere Spitzenposition erhalten, nur wer staendig die Positionen X belegt wird auch langfristig sich dorthin bewegen. Vielleicht wird es mal Zeit die Gesellschaft auf andere Werte als Gehalt und Vermoegen einzustellen.
3.
Wololooo 11.12.2012
Wieso wird eigentlich Hong Kong überhaupt berücksichtigt? Durch ein komplett anderes Schreibsystem fehlt hier jegliche Vergleichbarkeit. Während Chinesen beispielsweise unbekannte Schriftzeichen nicht erkennen oder aussprechen können, wenn sie diese nicht vorher auswendig gelernt haben, so kann ein deutscher Schüler selbst unbekannte Wörter lesen. Texte mit chinesischen Schriftzeichen haben eine "typical translation lenght" von 0,53 x Englisch, während deutsche Texte eine Länge von 1,1 x Englisch haben. (Quelle: Wolfram Alpha) Gerade die chinesischen Langzeichen (die in Hong Kong noch genutzt werden) erlauben auch Assoziationen mit der Bedeutung und fördern so beispielsweise schnelleres Textverständnis, da mehrere Sinne angesprochen werden.
4. ???
kein_gut_mensch 11.12.2012
Zitat von braamseryWelcher Grundschüler trinkt Alkohol, nimmt Drogen oder guckt nur Assi-TV oder sitzt vorm PC? - Richtig,m das beginnt alles später. Dass die USA zweiter sind sagt über diese "Studie" doch alles aus. Es ist eine Momentaufnahme vor dem großen Zusammenbruch, mehr nicht. Ein Erfolg ist es dadurch noch lange nicht. Es zeigt eher die Schwächen unserer Gesellschaft die nicht fähig ist jungen Menschen auf Dauer Werte zu vermitteln, dass z.B. Bildung wichtig ist, aber auch Sachen wie Respekt etc. Es ist mehr ein Armutszeugnis als ein gutes Ergebnis. Wäre das Ergebnis hier auch schlecht, läge der Fehler klar am Anfang der Erziehung, so verläuft es sich zwischen dem Einfluss der Gesellschaft, steigendem Druck, Medien die nur Müll zeigen und viel viel leichterem Zugang zu Sachen wie Internet die eben mehr Spaß als lernen und alles andere außer lernen ist eh viel geiler...
Genau deshalb brauchen wir mehr spartanische Militärschulen (Ironie). Mal ganz ehrlich (ich hab eine Tochter die zur Grundschule geht) ... mir gehen diese Untersuchungen und Statistiken auf den Keks. Das sind doch keine Kinder mehr die wir erziehen sondern Roboter die den Statistiken der Politiker und einer gewissen Bürgerschicht dienen. Glauben hier eigentlich wirklich Menschen das man soziale Kompetenz aus einem Schulbuch lernt? Bei unserer 24/7 Betreuung und Erziehung bleibt doch die Kreativität, soziale Kompetenz, Eigenverantwortung ... total auf der Strecke. Es krankt nicht nur unsere Bildungssystem sondern unser Erziehungsbild. Es gibt doch kaum ein Land auf der Welt in dem Bildung und Erziehung so roboterhaft auf die Kinder indoktriniert wird wie in Deutschland. Mir tun die Kinder heute nur noch leid ... Also ich war an einem normalen Grundschultag spätestens um 15Uhr draußen und man hat mich und meine Kumpels bis 19Uhr nicht gesehen . Und siehe da ich hab sogar einen Job und kann mit meinen ausländischen Kollegen locker mithalten. Und ich fühle mich auch im Nachhinein nicht vernachlässigt von meinen Eltern oder der Schule. Im Gegenteil ... was ich da gelernt hab kann ich heute gut gebrauchen.
5. Ach...
Claudia_D 11.12.2012
Zitat von sysopdapdGrundschüler in Deutschland schneiden im internationalen Vergleich gut ab: Beim Lesen, in Mathematik und in den Naturwissenschaften landen Viertklässler bei den aktuellen Iglu- und Timss-Studien erneut im oberen Drittel - verbessert haben sie sich allerdings nicht. http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/iglu-und-timss-studie-wie-deutschland-im-grundschultest-abschneidet-a-871993.html
Dann hamse sich halt nicht verbessert. Wen interessiert das eigentlich? Ist das jetzt ein Skandal, dass Deutschland nicht auf Platz 1 ist? Iglu und Timss sollen besser mal studieren, wo deutsche Ingenieure im internationalen Vergleich landen. Ich glaub, ziemlich weit vorne...
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