Leistungsvergleich der Grundschüler: Deutschland vergeudet junge Talente

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Viele Risikoschüler, wenige Überflieger: Die Probleme des deutschen Bildungssystems zeigen sich schon in der Grundschule. Bei den internationalen Studien Iglu und Timss schnitt die Bundesrepublik zwar gut ab. Der Vergleich zeigt aber auch, wie ungerecht es zugeht - bei den Schwachen und den Starken.

DPA

Ja, es sind wieder Bildungsstudien vorgestellt worden. Ja, es gibt mittlerweile viele davon. Ja, ein Jahrzehnt ist seit dem Pisa-Schock verstrichen. Ja, es gab Experimente und Reformen und Förderprogramme. Braucht man also die dauernden Untersuchungen überhaupt, all die Vergleichsarbeiten und Studien? Viele Lehrer, Eltern, Schüler und manche Bildungspolitiker klagen längst über "Testeritis".

Ja, wir brauchen die Studien, davon ist Wilfried Bos überzeugt, einer der renommiertesten Bildungsforscher des Landes. Keine Studien, das wäre wie ein Alkoholiker, der seine Leberwerte nicht wissen will. Für eine vernünftige Diagnose braucht es Messwerte, das ist die Botschaft des Experten, als er die Ergebnisse der neuen Iglu- und Timss-Untersuchungen vorstellt: Demnach landen deutsche Viertklässler im internationalen Vergleich im oberen Drittel, sie können in etwa so gut lesen und rechnen wie der Schnitt der Industriestaaten und sind ähnlich fit in den Naturwissenschaften. Und sie schneiden in allen drei Disziplinen besser ab als viele EU-Länder.

Wie aber sieht die Diagnose im Detail aus? In Zeugnisnoten ausgedrückt würde das deutsche Schulsystem laut den beiden Studien (hier als pdf) wohl irgendwo zwischen "gut" und "befriedigend" landen. Allerdings offenbaren sie erneut auch entscheidende Schwachpunkte: bei den schwächsten und bei den stärksten Schülern.

Zu den Hauptproblemen gehören...

  • ...die mangelnde Spitzenförderung: Nur fünf Prozent der deutschen Viertklässler bringen Spitzenleistungen in Mathe, nur sieben Prozent in den Naturwissenschaften und nur zehn Prozent beim Lesen. Es gelingt Deutschland deutlich seltener als anderen Ländern, Spitzenschüler früh zu fördern. "Da verschwenden wir deutlich Talente", sagt Bos.
  • ...die ungerechte Verteilung von Bildungschancen nach sozialer und geografischer Herkunft: Noch immer schaffen es Kinder aus Akademikerfamilien bei gleicher Leistung und gleicher Intelligenz mehr als dreimal so häufig aufs Gymnasium wie Arbeiterkinder. Andere Untersuchungen hatten schon erschreckendere Quoten ermittelt, doch die Schieflage bleibt. Meist manifestiert sie sich in der Übergangsempfehlung von der Grundschule.
  • ...der Sockel der Abgehängten: Kinder aus bildungsfernen Familien, in denen es nur wenige Bücher im Haushalt gibt, hinken mit ihren Leistungen bis zu einem Schuljahr hinterher. Nur in fünf anderen Ländern ist der Rückstand der schwachen Schüler deutlich größer, etwa in Rumänien und Ungarn. In allen drei Disziplinen gibt es außerdem eine erschreckend große Gruppe von Problem- oder Risikoschülern, denen am Ende der Grundschule wichtige Fähigkeiten fehlen und die es schwer haben werden in ihrer künftigen Bildungskarriere. Sie liegt seit zehn Jahren ziemlich stabil bei 15 bis 20 Prozent.
  • ...die Schwierigkeiten von Kindern aus Zuwandererfamilien: Sie schneiden immer noch deutlich schlechter ab als ihre Altersgenossen ohne Migrationshintergrund. Allerdings haben sie aufgeholt, vor allem in Mathe. "Die Migranten sind die Gewinner der letzten zehn Jahre", sagt Bildungsforscher Bos. Außerdem haben er und sein Team festgestellt, dass es nur sehr, sehr wenige Zuwandererfamilien gibt, in denen gar kein Deutsch gesprochen wird. Von "Parallelgesellschaften" könne man kaum reden, sagte Bos: "Die meisten Migranten sind integrationswillig." Doch Zuwandererkinder würden weiter benachteiligt. "Wir kriegen es schlechter hin als der Durchschnitt der OECD." Bulgarien und Ungarn erreichten hier noch schlechtere Werte.

Auf allen Feldern, beim Lesen und in Mathe sowie in den Naturwissenschaften, schneidet die Bundesrepublik insgesamt aber solide ab - es gibt allerdings auch wenig Fortschritte. Denn so ähnlich hatte der Befund schon in den Vergleichsuntersuchungen von 2007 (Timss) und 2001 (Iglu) gelautet. Seither hat sich wenig geändert: Die Lesemotivation ist leicht gestiegen, die Zahl der Nichtleser hat sich leicht reduziert. Mädchen sind immer noch im Lesen besser, Jungs in Mathe. Die Leistungsunterschiede zwischen den Geschlechtern sind dabei jeweils etwas geringer geworden. Man habe unter erschwerten Bedingungen das hohe Niveau halten können, sagte Bos. 2011 seien sechs Prozent mehr Kinder mit Migrationshintergrund in den Schulen gewesen.

Aber mit den Fortschritten im Detail wird sich die Schulpolitik hierzulande nicht lange aufhalten müssen. Entscheidend ist, ob sie Rezepte findet, die Schwächen am oberen und unteren Ende der Leistungsskala zu beheben oder wenigstens zu verringern. Viel verspricht sich Bos vom Ausbau der Ganztagsschulen, mahnt aber auch, dass die zusätzliche Zeit pädagogisch sinnvoll genutzt werden müsse. Es bringt wenig, Kinder einfach länger im Schulgebäude zu behalten und nachmittags die Tische zur Seite zu schieben, damit Platz ist für Ballspiele.

Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD), kündigte dann auch genau das an: einen "qualitativen Ausbau" der Ganztagsschulen, so dass die Zeit auch für gute Bildung genutzt werden könne. Die Staatssekretärin im Bundesbildungsministerium, Cornelia Quennet-Thielen, sagte: "Wir können noch besser werden."

Leseleistungen der Schüler im internationalen Vergleich

Gesamtskala Lesen
Land Wert
Hongkong 571
Russische Föderation 568
Finnland 568
Singapur 567
Nordirland 558
USA 556
Dänemark 554
Kroatien 553
Taiwan 553
Irland 552
England 552
Kanada 548
Niederlande 546
Tschechische Republik 545
Schweden 542
Italien 541
Deutschland 541
Israel 541
Portugal 541
Ungarn 539
VG OECD 538
Slowakei 535
VG EU 534
Bulgarien 532
Neuseeland 531
Slowenien 530
Österreich 529
Litauen 528
Australien 527
Polen 526
Frankreich 520
Spanien 513
Internationaler Mittelwert 521
Norwegen 507
Belgien 506
Rumänien 502
Georgien 488
Malta 477
Trinidad & Tobago 471
Aserbaidschan 462
Iran 457
Kolumbien 448
Vereinigte Arabische Emirate 439
Saudi-Arabien 430
Indonesien 428
Katar 425
Oman 391
Marokko 310

Wer liest am besten? Die Schüler in Hongkong. Deutschland landet im oberen Drittel, etwa gleichauf unter anderem mit den Niederlanden, Schweden, Italien, Portugal und Ungarn.

Vergleich der Leseleistungen zwischen Iglu 2001 und 2011

Gesamtskala Mathematik
Land 2007 (in %) 2011 (in %)
Iran 80.0 66.8
Georgien 64.8 58.7
Neuseeland 39.5 42.0
Norwegen 48.1 37.3
Schweden 32.4 31.5
Italien 32.7 31.3
Slowakei 36.8 31.2
Australien 29.5 29.8
Österreich 31.1 29.6
Ungarn 32.9 29.6
Tschechische Republik 41.4 28.2
Slowenien 33.4 28.0
England 21.1 22.4
Litauen 22.7 20.9
Deutschland 21.5 19.3
USA 23.3 19.0
Russische Föderation 19.5 18.2
Dänemark 23.7 18.1
Niederlande 16.2 11.6
Taiwan 7.6 6.8
Japan 10.8 6.8
Singapur 8.2 6.1
Hongkong 3.2 3.8

Während sich Hongkongs und Russlands Grundschüler im Vergleich zu 2001 deutlich verbessert haben, stagniert die Leseleistung deutscher Schüler. Im Vergleich zur Iglu-Studie 2006 haben sie sich sogar verschlechtert.

Anteil der schlechten Schüler

Gesamtskala Lesen
Land 2001 (in %) 2011 (in %)
Rumänien 31,5 34,8
Norwegen 34,7 29,1
Neuseeland 26,0 25,2
Frankreich 22,6 24,8
Bulgarien 16,9 22,9
Slowenien 33,0 20,5
Litauen 14,6 20,1
Ungarn 15,0 18,9
Slowakei 24,1 17,8
England 17,6 17,3
Deutschland 16,9 15,4
Italien 17,5 15,0
Schweden 9,7 14,7
USA 19,7 13,9
Singapur 24,0 12,8
Niederlande 8,3 9,9
Russische Föderation 19,6 8,4
Hongkong 18,6 6,9

Mehr als jedes sechste Kind erreicht in Deutschland das nicht ausreichende Kompetenzniveau III im Lesen - in der Sekundarstufe I werden sie deswegen voraussichtlich in allen Fächern erhebliche Schwierigkeiten bekommen.

Testleistungen der Schüler im internationalen Vergleich

Gesamtskala Mathematik
Land Wert
Singapur 606
Südkorea 605
Hongkong 602
Taiwan 591
Japan 585
Nordirland 562
Belgien 549
Finnland 545
England 542
Russische Föderation 542
USA 541
Niederlande 540
Dänemark 537
Litauen 534
Portugal 532
Deutschland 528
Irland 527
VG OECD 521
VG EU 519
Serbien 516
Australien 516
Ungarn 515
Slowenien 513
Tschechische Republik 511
Österreich 508
Italien 508
Slowakei 507
Schweden 504
Kasachstan 501
Malta 496
Norwegen 495
Internationaler Mittelwert 491
Kroatien 490
Neuseeland 486
Spanien 482
Rumänien 482
Polen 481
Türkei 469
Aserbaidschan 463
Chile 462
Thailand 458
Armenien 452
Georgien 450
Bahrain 436
Vereinigte Arabische Emirate 434
Iran 431
Katar 413
Saudi-Arabien 410
Oman 385
Tunesien 359
Kuwait 342
Marokko 335
Jemen 248

Die besten Rechner kommen laut der Timss-Studie aus Singapur, gefolgt von Südkorea und Hongkong. Deutschland landet im oberen Drittel, genau wie Litauen, Portugal und Irland.

Vergleich der Testleistungen von Timss 2007 und 2011

Gesamtskala Mathematik
Land 2007 2011
Iran 402 431
Tschechische Republik 486 511
Norwegen 473 495
Japan 568 585
Taiwan 576 591
Dänemark 523 537
Georgien 438 450
USA 529 541
Slowenien 502 513
Slowakei 496 507
Singapur 599 606
Ungarn 510 515
Niederlande 535 540
Litauen 530 534
Österreich 505 508
Deutschland 525 528
Schweden 503 504
Italien 507 508
England 541 542
Australien 516 516
Russische Föderation 544 542
Hongkong 607 602
Neuseeland 492 486

Hier zeigt sich, welche Länder sich verbessert und welche sich verschlechtert haben: Iran hat einen deutlichen Sprung nach vorn gemacht. Die Leistungen von deutschen Schülern sind in Mathematik zwar über dem EU- und OECD-Durchschnitt, verbessert haben sie sich jedoch nicht.

Anteil der schlechten Schüler

Gesamtskala Mathematik
Land 2007 (in %) 2011 (in %)
Iran 80.0 66.8
Georgien 64.8 58.7
Neuseeland 39.5 42.0
Norwegen 48.1 37.3
Schweden 32.4 31.5
Italien 32.7 31.3
Slowakei 36.8 31.2
Australien 29.5 29.8
Österreich 31.1 29.6
Ungarn 32.9 29.6
Tschechische Republik 41.4 28.2
Slowenien 33.4 28.0
England 21.1 22.4
Litauen 22.7 20.9
Deutschland 21.5 19.3
USA 23.3 19.0
Russische Föderation 19.5 18.2
Dänemark 23.7 18.1
Niederlande 16.2 11.6
Taiwan 7.6 6.8
Japan 10.8 6.8
Singapur 8.2 6.1
Hongkong 3.2 3.8

Knapp jedes fünfte Kind verfügt allenfalls über elementare mathematische Kenntnisse. Diese Schüler werden in der Sekundarstufe I vermutlich im Matheunterricht Probleme bekommen. Im Vergleich zu 2007 hat sich die Zahl nicht signifikant verändert.

Testleistungen der Schüler im internationalen Vergleich

Gesamtskala Naturwissenschaften
Land Wert
Südkorea 587
Singapur 583
Finnland 570
Japan 559
Russische Föderation 552
Taiwan 552
USA 544
Tschechische Republik 536
Hongkong 535
Ungarn 534
Schweden 533
Slowakei 532
Österreich 532
Niederlande 531
England 529
Dänemark 528
Deutschland 528
Italien 524
VG OECD 523
Portugal 522
Slowenien 520
VG EU 521
Nordirland 517
Irland 516
Kroatien 516
Australien 516
Serbien 516
Litauen 515
Belgien 509
Rumänien 505
Spanien 505
Polen 505
Neuseeland 497
Kasachstan 495
Norwegen 494
Internationaler Mittelwert 486
Chile 480
Thailand 472
Türkei 463
Georgien 455
Iran 453
Bahrain 449
Malta 446
Aserbaidschan 438
Saudi-Arabien 429
Vereinigte Arabische Emirate 428
Armenien 416
Katar 394
Oman 377
Kuwait 347
Tunesien 346
Marokko 264
Jemen 209

Schüler in Südkorea schneiden in den Naturwissenschaften am besten ab. Deutschland liegt auch in diesem Bereich im oberen Drittel, zusammen unter anderem mit Hongkong - den Lesesiegern -, Ungarn, Schweden, Slowakei, England und Italien.

Vergleich der Testleistungen von Timss 2007 und 2011

Gesamtskala Naturwissenschaften
Land 2007 2011
Georgien 418 455
Tschechische Republik 515 536
Norwegen 477 494
Iran 436 453
Dänemark 517 528
Japan 548 559
Schweden 525 533
Niederlande 523 531
Russische Föderation 546 552
Slowakei 526 532
Österreich 526 532
USA 539 544
Slowenien 518 520
Litauen 514 515
Deutschland 528 528
Ungarn 536 534
Singapur 587 583
Taiwan 557 552
Neuseeland 504 497
Italien 535 524
Australien 527 516
England 542 529
Hongkong 554 535

Wer hat sich in den Naturwissenschaften verbessert, wer verschlechtert? Schüler in Georgien haben am stärksten zugelegt. Deutschland hingegen hat seine Leistung gehalten.

Anteil der schlechten Schüler

Gesamtskala Naturwissenschaften
Land 2001 (in %) 2011 (in %)
Georgien 74,0 56,2
Iran 63,7 55,8
Neuseeland 35,0 37,4
Norwegen 46,3 36,0
Australien 23,6 28,4
Litauen 26,1 26,7
Slowenien 26,5 25,6
England 19,5 24,5
Italien 21,7 24,2
Ungarn 21,7 22,1
Deutschland 23,7 22,0
Dänemark 27,9 21,9
Slowakei 24,6 21,1
Schweden 24,1 21,0
Österreich 24,4 21,0
Tschechische Republik 28,5 19,0
USA 22,0 18,5
Hongkong 12,1 18,4
Taiwan 14,0 14,7
Russische Föderation 18,2 14,4
Niederlande 20,7 14,1
Singapur 11,7 11,0
Japan 14,0 9,7

Knapp jedes fünfte Kind verfügt in Deutschland allenfalls über naturwissenschaftliches Anfangswissen. Diese Schüler haben Probleme, dieses Wissen anzuwenden. Diese Schüler werden in der Sekundarstufe I in diesen Fächern wohl starke Schwierigkeiten bekommen. Im Vergleich zu 2007 hat sich der Anteil in Deutschland kaum verändert.

Grundschüler, die außerhalb der Schule nicht lesen

Land 2001 (in %) 2011 (in %)
Bulgarien 10 12
Litauen 6 7
Schweden 11 13
Russische Föderation 6 7
Ungarn 11 11
Slowakei 14 12
Slowenien 14 12
Norwegen 22 20
Frankreich 15 13
Hongkong 14 11
Deutschland 18 11
Singapur 33 26
Neuseeland 20 10
England 27 13
USA 32 18
Italien 35 19
Niederlande 34 17
Rumänien 27 9

Liest du außerhalb der Schule zum Vergnügen? Elf Prozent der Schüler antworteten: Ich lese nie oder fast nie. Im Vergleich zu 2001 lesen Schüler inzwischen aber häufiger. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland damit im Mittelfeld. In Singapur ist der Anteil der Nichtleser mit 26,5 Prozent am höchsten, in Litauen mit 6,9 Prozent am niedrigsten.

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insgesamt 252 Beiträge
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1. es gibt eine ganz andere Erklärung
spon-1243073990854 11.12.2012
Dieses Thema wurde hier ja auch schon oft durchgekaut: Meines Erachtens spielt der LernWILLE die entscheidende Rolle. Man kann eben entweder die Hausaufgaben machen, man kann die Hausaufgaben machen und vielleicht noch eine Aufgabe extra oder man daddelt eben auf dem Smartphone herum. Auch deswegen schneiden vielleicht Kinder aus Akademikerfamilien im Schnitt besser ab: Dort ist man an schulischen Dingen interessiert und vertraut nicht blind darauf, dass schon alles gut wird. Es ist wirkich tragisch für Migrantenkinder. Ganztagsschulen können - gut gemacht - eben geanu diesen Mehrwert schaffen. Aber wir schaffen stattdessen ja lieber Fehlanreize mit der CSU.Herdprämie. Es gibt eine sicher eine Testeritis: Diese Bildungsforscher müssen doch alle Jahre wieder ihre Daseinsberechtigung abliefern...
2. Bewegung und Konzentration
blödföhn 11.12.2012
"Es bringt wenig, Kinder einfach länger im Schulgebäude zu behalten und nachmittags die Tische zur Seite zu schieben, damit Platz ist für Ballspiele. " Der Punkt ist eher nachdem die Kinder den halben Tag auf dem Hintern gesessen haben ist was anderes kaum möglich. Es gibt Pilotschulen die mit einem mehr an Bewegung deutlich bessere Erfahrungen machen. Mehr Bewegung macht die Kinder auch gesünder. Und jede Reform ist nur so gut wie die Lehrkraft die sie vermittelt das ist der Knackpunkt. Die Lehrer sollte man auch mal testen.
3. Spiegel der Gesellschaft
der-denker 11.12.2012
Der Optimismus, die Leidenschaft unzähliger Lehrer, Sozialarbeiter, Politiker, schlechthin - Menschen, den Schwachen zu helfen und eine bessere Gesellschaft zu schaffen, ist abgeschlafft. Da war mal was, noch in den 70er, vielleicht auch ein bisschen länger. Jetzt ist nur noch Technokratie angesagt, die Schwachen werden beleidigt, oder ignoriert, und belehrt - sie sollen sich selbst optimieren. Dafür wurde ja auch von unserer kleinlich gewordenen Mittelschicht Gauck als Moralprediger inthronisiert. Weil das seine schlichte Narration ist: Dankbar soll der Arme sein für die tollen Chancen, und voller Schwung die Sache selbst in die Hand nehmen, dann wird's schon. Während unser äußerlich ach so drolliges Madamchen eiskaltes Management betreibt. Ohne das zu sehen wäre wohin das führen soll.
4. der Thread von heute morgen führte wohl nicht in die gewünschte Richtung...
labudaw 11.12.2012
die rot-grünen Übeltäter wurden mehr und mehr entlarvt.
5. Wieder mal ...
westerwäller 11.12.2012
...schlägt die Realität die Idelogie ... Erstmals wird zugegeben, dass leistungsstarke Schüler hier benachteiligt werden, weil die gesamte Bildungsideologie aud egalitären Zielen beruht. Dabei wird ein Geld für Projekte verpulvert, die niemals zielführend sind, nur um den Vorwürfen zu entgehen, man würde bestimmten Bevölkerungsgruppen benachteiligen. So gibt es solche Stilblüten wie "Teamteaching", Frühenglisch für alle (auch für solche, die nicht mal Deutsch können), Klassen mit neun Schülern, die von einem Lehrer und einem Sozialpädagogen gemeinsam unterrichtet werden (müssen...) usw. Außer dem Effekt, dass die Stärkern jetzt benachteiligt werden, findet man bei den Schwächeren keinen Erfolg. Durch das hymnisch besungene, längere gemeinsame Lernen werden Normalschüler und Leistungsschüler behindert. Natürlich werde ich gesteinigt werden: Aber wir müssen zurückkommen zum viergliedrigen Schulsystem (Haupt-, Real-, Förderschulen und Gymnasien), jeweils mit glasklaren Anforderungen.
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Was sind Timss und Iglu?
  • dapd
    Bei der Timss-Untersuchung geht es um Mathematik und Naturwissenschaften, bei der Iglu-Studie um die Lesekompetenzen von Viertklässlern. Die Tests für beide Untersuchungen fanden im Frühsommer 2011 in allen 16 Bundesländern statt. Rund 4.600 Schüler an 200 zufällig ausgewählten Grund- und Förderschulen haben mitgemacht. Die Abkürzungen stehen für Trends in International Mathematics and Science Study und Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung. Außerhalb Deutschlands heißt die Studie PIRLS, Progress in International Reading Literacy Study.

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