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Streber klären auf: Darum schreiben wir immer Einsen

Tagelang gelernt und trotzdem eine Drei kassiert? Das könnte an der falschen Methode liegen. Nur: Wie klappt es besser? Das Jugendmagazin "Yaez" hat Einser-Kandidaten nach ihren Tricks gefragt.

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Till Hafenbrak

Annabelle, 16, geht in die 11. Klasse

Erfolgsrezept: Kann sich einfache Abläufe gut merken, wenn sie beim Lernen durch die Wohnung läuft.

So geht's: Lange am Schreibtisch sitzen bringt mir nichts. Ich gehe öfters durchs Haus und nehme mir ein paar Vokabeln oder Zettel mit. Am besten lerne ich beim Kochen oder Zähneputzen. Oder an meinem Lieblingsplatz, dem Schaukelstuhl im Wohnzimmer.

Deshalb funktioniert's: Wenn ich ständig am Schreibtisch sitze, wird irgendwann die Lampe oder die Tapete interessant. Wenn ich mich bewege, träume ich nicht vor mich her und schlafe nicht ein.

Allzweckwaffe für: Biologie oder Wirtschaft. Klappt auch mit Englisch und in Lernfächern, in denen man lineare Prozesse durchgehen muss.

Nachteil: Die Strategie klappt dann nicht, wenn ich einen Stoff nicht lernen, sondern verstehen muss. Chemische Strukturformeln kann ich mir zum Beispiel auf diese Weise nicht merken.

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Till Hafenbrak

Sarah, 17, geht in die 11. Klasse

Erfolgsrezept: Steht morgens extrem früh auf und lernt bis zu 2,5 Stunden, bevor sie zur Schule fährt.

So geht's: Abends schreibe ich mir die wichtigsten Punkte auf Karteikarten und stelle den Wecker auf 3.30 Uhr. Nach dem Aufwachen ist es dann nur ein Griff zum Nachtisch, wo meine Notizen liegen. So kann ich eine Weile gemütlich im Bett lernen.

Deshalb funktioniert's: Weil ich mehrmals Nachmittagsschule habe und nebenher eine Kochlehre mache, bin ich abends oft zu schlapp. Am Morgen geht der Stoff viel besser rein, man ist ausgeruht, aufnahmefähiger und nicht so im Stress. Mir fallen Kleinigkeiten auf, auf die ich abends nicht gekommen wäre.

Allzweckwaffe für: Englisch, Gemeinschaftskunde oder Bio - eigentlich funktioniert die Strategie überall. Außer einer Einschränkung: Wenn ich etwas nicht verstehe, kann ich es auch nicht lernen. Erst recht nicht nachts.

Nachteil: Man muss bereit sein, früher ins Bett zu gehen - nicht viel später als 21.30 Uhr. Das kann für die ein Problem sein, die vor zwölf Uhr nicht einschlafen können.

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Till Hafenbrak

Doreen, 16, besucht die Oberstufe

Erfolgsrezept: Benutzt das Handy beim Lernen als Diktiergerät und spricht darauf Vokabeln und ganze Texte.

So geht's: Ich setze auf zwei Lernmethoden gleichzeitig: Ich lese einen Zettel mit einer Zusammenfassung oder englischen Wörtern und höre mir dann in Dauerschleife an, was ich aufs Handy gesprochen habe.

Deshalb funktioniert's: Mit Stöpseln im Ohr wird man weniger ablenkt. Und wenn ich beim Einsprechen anfange zu stocken merke ich, dass ich noch bestimmte Lücken habe und mir Zusammenhänge fehlen. Manchmal lasse ich mich von meiner Stimme in den Schlaf tragen oder lese so lange, bis mir die Augen zufallen.

Allzweckwaffe für: Sprachen oder bildende Kunst - da habe ich einmal in zwei Tagen 60 Seiten hingekriegt.

Nachteil: Die Aufnahmen sind sehr zeitintensiv. Ich komme nicht immer dazu. Außerdem ist man auf die Technik angewiesen - wenn das Handy mal kaputt ist, bekommt man sofort Panik, dass man mit einer anderen Lerntechnik nicht so gut abschneidet.

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Till Hafenbrak

Marina, 16, besucht die 11. Klasse

Erfolgsrezept: Versucht, den Lernstoff in Körperbewegungen umzuwandeln.

So geht's: Beim Thema Ebbe und Flut bewege ich etwa meine Hände wellenförmig und sage alles ganz laut vor mich her. Dabei rufe ich den Stoff während einer Tour über verschiedene Punkte meines Zimmers ab.

Deshalb funktioniert's: Ich bin ganz zappelig. Schon vor einigen Jahren habe ich gemerkt, dass ich ein Thema gut abrufen kann, wenn ich es irgendwann mal spontan in parallelen Bewegungen abgespeichert habe.

Allzweckwaffe für: Geeignet für alle Themen, die sich in Bildern gut veranschaulichen lassen. Schwierig wird's bei komplizierteren Dingen - wie Mathe.

Nachteil: Nicht unbedingt eine Übung, die man in der Öffentlichkeit macht, ohne erstaunte Blicke auf sich zu ziehen. Wenn ich drei Stunden am Stück herumlaufe und mich bewege, tun mir die Beine weh.

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Till Hafenbrak

Teresa, 16, geht in die 11. Klasse

Erfolgsrezept: Versucht, vor einer Arbeit die letzten Fragen anderer zu lösen, und lernt selbst dabei.

So geht's: Kurz vor einer Klassenarbeit spiele ich für meine Freunde die Lehrerin. Man muss dadurch nochmals selbst überlegen, ob alles richtig ist, und in kurzer Zeit den ganzen Stoff rekapitulieren. Manchmal drehe ich den Spieß um, und frage jemanden, ob er mir das Thema in eigenen Worten erklären kann.

Deshalb funktioniert's: Es bringt jedem viel, wenn andere den Stoff aus ihrer Sicht erzählen. Auch für mich, weil ich auf Fragen kurz und klug antworten muss - wie in einer echten Klassenarbeit eben.

Allzweckwaffe für: Wirtschaft und Religion, weil man da verstehen muss, wie die einzelnen Punkte zusammenhängen.

Nachteil: Wenn einer etwas aus Versehen falsch erklärt, ist das blöd für beide, für den "Lehrer" und den "Schüler". Das kann bei einer Formel schnell mal passieren.

Von David Fischer (Text) und Till Hafenbrak (Illustrationen) für das Jugendmagazin "Yaez"

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insgesamt 144 Beiträge
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1.
hans_olo_ 11.03.2013
Witzig ... Ich verkläre meine Schulzeit im Nachhinein wohl vollkommen. In der 11. Klasse wusste ich nicht viel von solchen lernstrategien... Das kam erst mit Blick auf Richtung Uni. Was mir nur nebenbei auffällt. Ein gleichaltriger Junge war für ein Interview nicht aufzutreiben.
2. Mysteriös
epiphaeny 11.03.2013
... alles Mädchen die (fast) ausschließlich Tipps zum auswendig lernen geben. Irgendwie ein bisschen Klischeehaft, oder? ;-)
3. !
drhek 11.03.2013
Was für ein Quatsch, diese "Methoden". Rumlaufen um dabei zu lernen, um 3.30 aufstehen, etc. .... Hätte ich je mittels derartiger Methoden gelernt, wäre ich wohl nie weiter gekommen. Wie soll sowas denn im Studium funktionieren, wo der Lernstoff den der Schule um einiges übersteigt?
4. Alles Mädchen oder was?
ApuMichael 11.03.2013
Langsam wird es Zeit für eine Quote!
5. Um den Esszimmertisch laufen und lernen.
pacificatore, 11.03.2013
Bei der Aufnahme von Fakten ist Lernen in Bewegung eine gute Sache. Schüler in Koranschulen lernen Texte durch Aufsagen und Pendeln. Fakten können von den meisten Kindern gut behalten werden, wenn sie nicht abgelenkt werden und auch geübt sind im Auswendiglernen. Verständnisaufgaben erfordern, Verknüpfungen des Gehirns in Anspruch zu nehmen und das kann man nicht Lernen. Da gibt es Grenzen. Sonst hätten alle den Marschall-Stab im Tornister. Also sind die Beschreibungen der Überflieger zwar interessant, offenbar aber auch die Fähigkeiten, die einem angeboren sein müssen. Darum gibt es ja im Alltagsleben "Solche und son'ne, wie man im Ruhrgebiet sagt".
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